US-Zinsentscheidung wirkt sich langfristig aus


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Ramses II:

US-Zinsentscheidung wirkt sich langfristig aus

 
01.02.01 10:06
ANALYSE: US-Zinsentscheidung wirkt sich eher langfristig auf US-Wirtschaft aus

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed) vom Mittwoch, die Leitzinsen um 50 Basispunkte zu senken, dürfte nach Experten-Ansicht kurzfristig keine Auswirkungen mehr auf die US-Wirtschaftsentwicklung haben. Die Fed müsse mit ihrer Entscheidung die
Konjunkturentwicklung bis Ende 2001 beziehungsweise im Jahr 2002 im Auge behalten, hieß es, da das Potenzialwachstum in den USA gesund sei.

Der Markt hoffe nun, dass die Leitzinskürzung um 50 Basispunkte die
Wirtschaft in den USA wieder in Schwung bringe, sagte Volkswirt Bastian
Hepperle von der WestLB in Düsseldorf. "Die Schlagzeile könnte lauten:
Die Fed wird es schon richten", fügte er hinzu. Der Experte hält bei den
Leitzinsen nun noch einen weiteren "kleinen Schritt" nach unten für
möglich. Je nachdem, wie der NAPM-Einkaufsmanagerindex am Donnerstag und das nächste US-Verbrauchervertrauen ausfallen würden, sei bei der nächsten Offenmarktsitzung am 20. März 2001 eine weitere Zinsabsenkung um 25 Basispunkte zu rechnen. "Aber vielleicht geschieht das auch schon im Februar", sagte Hepperle.

Gegenwärtig sieht der Ökonom die US-Wirtschaft nicht in einer Rezession. Auch die Frage, ob es sich bei der gegenwärtigen Konjunkturentwicklung in Amerika um eine harte oder eine weiche Landung handele, wollte er nicht eindeutig beantworten: Es sei zu schwierig, eine eindeutige Definition für die beiden Begriffe zu finden. "Die Entwicklung in den USA liegt irgendwo dazwischen. Es ist ein Mittelding zwischen hard und soft landing ", sagte er. Klar sei, dass wahrscheinlich die Zahlen für das Wachstum des
US-Bruttoinlandsproduktes (BIP) im ersten, vielleicht auch noch im

zweiten Quartal schwach bleiben würden, erklärte Hepperle. Am
Mittwoch hatte das US-Handelsministerium die BIP-Zahlen für das vierte
Quartal 2000 vorgelegt. Mit einer jährlichen Rate von 1,4 Prozent war das
BIP-Wachstum im Berichtsquartal schwächer ausgefallen, als von Experten erwartet (Prognose plus 2,0 Prozent).

Die Absenkung des Leitzinses um 50 Basispunkte markiere erst den
Beginn einer neutralen Geldpolitik und repräsentiere noch nicht eine
expansive Strategie der US-Notenbank, erklärte die Frankfurter
DGZ-Deka-Bank. Die frühe kräftige Zinssenkung dürfte zur Stabilisierung
der Markterwartungen beitragen. Allerdings werde dieser Zinsschritt im
ersten und zweiten Quartal "realwirtschaftlich keine große Bedeutung
mehr haben", sagte Paul Terres, Analyst der Bank.

"Wir halten nach dieser Entscheidung der Fed keine größere Zinskürzung mehr für möglich. Eine nochmalige Absenkung des Zinssatzes auf 5,25% ist das höchste der Gefühle", fügte er hinzu. Die heutige Entscheidung werde sich erst gegen Ende des Jahres beziehungsweise im Jahr 2002 auswirken. Deshalb sehe die DGZ-Deka-Bank den "Zinssenkungsspielraum" eher begrenzt.

"Die US-Notenbank ist bezüglich des Potenzialwachstums in den USA
grundsätzlich positiv gestimmt ist", erklärte er. So gebe es kaum
Anzeichen dafür, dass die langfristigen Technologiefortschritte und die
damit verbundenen Produktivitätszuwächse in den Vereinigten Staaten
zurück gehen könnten. Von ihrem Potenzial her verfüge die USA damit
immer noch über hohe Wachstumschancen. Vor diesem Hintergrund seien die wirtschaftlichen Aussichten in den USA für Ende 2001 positiv. Diese Situation müsse nach Auffassung der DGZ-Deka-Bank die Fed bei weiteren Zinsentscheidung im Auge behalten.

Hinsichtlich des langfristigen Potenzials der US-Wirtschaft hatte sich der
Offenmarktausschuss in seiner Begründung für die Zinsentscheidung
optimistisch gezeigt. Weil die langfristigen Fortschritte im
Technologie-Sektor und die damit verbundenen Produktivitätssteigerungen kaum nachlassen würden, werde so das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten künftig im Zusammenwirken mit den abgesenkten Leitzinsen gefördert, hieß es./av/sk
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