US-Wirtschaftsdaten: Was sie aussagen, und was nic


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Seth Gecko:

US-Wirtschaftsdaten: Was sie aussagen, und was nic

 
28.09.01 22:01
ht...

Alles in allem war man heute wohl positiv überrascht. Aber ist diese Freude gerechtfertigt?

Beginnen wir mit den BIP-Zahlen für das 2. Quartal: Positive Überraschung. Die (zugegeben: negativen) Erwartungen wurden teilweise übertroffen.

ABER: Das 2. Quartal war die Zeit vor den Terrorattacken gegen die USA, die westliche Welt, die ges. Zivilisation, wieauchimmer... Und die echte Gefahr einer Rezession (US-Definition=2 negativ wachsende Wirschaftsquartale in Folge) entstand erst durch die Attentate: Denn die einzige tragendeSäule der US-Wirtschaft, nämlich die Investitionen der Konsumenten, werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit drastisch einbrechen.

Wer sich in diesen Zeiten, so kurz nach dem 11.09.2001, auf Spätindikatoren wie z.B. Arbeitsmarktdaten oder das BIP verläßt, welches natürlich eigentl. kein Indikator im eigentlichen Sinne ist, lebt sozusagen in der Vergangenheit. Aber obwohl die Börsenkurse ja schon längst die nächste Zukunft eingepreist haben sollen, reagiert ein gros der Aktionäre Trotzdem wie eine wilde Hammelherde auf sie, was eindeutig auf irgendwelche irrationalen psycholgischen Effekte zurüchzuführen ist (mein Steckenpferd :-), aber das nur nebenbei.

Um die wirtschaftliche Entwicklung auch nur einigermaßen korrekt zu prognostizieren, muß man den sogenannten Frühindikatoren seine größte Aufmerksamkeit widmen 8irgendwie logisch ;-). Und zu solchen kann man natürl. die Verbrauchervertrauensindizes und den Einkaufmanagerindex zählen.

Die Verbrauchervertrauenindizes sind im grunde nichts anderes als die Ergebnisse einer Meinungsumfrage. Die Zahlen vom Dienstag zum US-Konsumentenvertrauen wurden bei einer schriftlichen Umfrage an 3500 verschiedene Haushalten ermittelt. Am Dienstag erwarteten wir alle ein deutlich niedrigeres Verbrauchervertrauen, weil ja die Attentate "schon" am 11.09. "stattfanden". Und so ist es dann auch gekommen. Der Index lag irgendwo zwischen "schlechter als erwartet" und "es hätte aber noch viel schlimmer kommen können". Ähnliches gilt wohl für den heute bekanntgegebenen Index der Uni Michigan. Allerdings gilt in beiden Fällen: So kurz nach den Anschlägen haben selbst die Frühindikatoren noch keine allzugroße Aussagekraft. Erst die Bekanntmachungen im nächsten Monat können uns schon etwas mehr Gewißheit über die künftige Wirtschaftsentwicklung geben.

Zum "Chicagoer Einkaufsmanagerindex": Dieser überraschte tatsächlich positiv. Zwar wird dadurch wohl kaum die rezessive Tendenz gestoppt, allerdings gilt hier verstärkt: Es hätte tatsächlich sehr viel schlimmer kommen können. Zweifellos kommen hier nun doch die Zinssenkungsschritte der Federal Reserve zum Tragen.

I hope so.
godbless, seth
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