US-Justiz blockiert Oracle
Die US-Kartellbehörden wollen die Übernahme des US-Softwarekonzerns Peoplesoft durch Oracle auf gerichtlichem Weg verhindern.
Das Justizministerium teilte am Donnerstag in Washington mit, die feindliche Übernahme von Peoplesoft durch Oracle würde den Wettbewerb am Markt für betriebswirtschaftliche Software beeinträchtigen, weil dadurch einer der drei großen Akteure vom Markt verschwinden würde. Deswegen werde ein Gericht ersucht, die geplante Übernahme zu untersagen.
Der Klage hätten sich mehrere US-Bundesstaaten angeschlossen. Während Oracle der Klage die faktische und rechtliche Grundlage absprach, forderte PeopleSoft den Wettbewerber zur Rücknahme seines zuletzt auf 9,4 Mrd. US-Dollar aufgestockten Angebots auf.
Oracle will die angekündigte Klage des US-Justizministeriums anfechten. "Die Behauptung des Ministeriums, es gebe lediglich drei Anbieter, die den Bedarf großer Unternehmen decken, passt nicht zu der Realität eines sehr konkurrenzfähigen, dynamischen und sich schnell wandelnden Marktes", hieß es in einer am Donnerstag verbreiten Erklärung des SAP-Konkurrenten. Oracle-Sprecher Jim Finn bezeichnete dagegen die Entscheidung des Ministeriums als Ergebnis einer intensiven Lobbyarbeit des PeopleSoft-Managements.
Die am Donnerstag bekannt gewordene Entscheidung des Justizministeriums war nach Meinung von Analystenen keine große Überraschung mehr. Die Frage sei nur gewesen, ob Oracle vor Gericht gegen das Ministerium antreten werde.
Oracle hatte sein Angebot für PeopleSoft mehrmals erhöht. Das PeopleSoft-Direktorium hatte aber auch die jüngste, auf 26 Dollar je Aktie erhöhte Oracle-Offerte zurückgewiesen. PeopleSoft forderte in einer Mitteilung Oracle auf, nach der Entscheidung des Ministeriums seine Offerte zurückzuziehen.
Oracle ist auf dem Markt für betriebswirtschaftliche Software bisher zweitgrößter Anbieter hinter der deutschen SAP gewesen. PeopleSoft hatte aber im Juli selbst den kleineren Software-Hersteller J.D. Edwards gekauft und damit Oracle den Platz hinter SAP streitig gemacht.