Devisen: Euro deutlich unter 1,19 US-Dollar - US-Erzeugerpreise stützen Dollar
13.05.2004 20:51:43, dpa-AFX Internet
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Donnerstag im Sog
von milliardenschweren Steuerausfällen in Deutschland und gemischten
US-Konjunkturdaten deutlich unter 1,19 US-Dollar gerutscht. Auch die
veröffentlichten US-Erzeugerpreise gaben laut Devisenhändlern Anlass für
Spekulationen auf eine baldige Zinswende und unterstützten damit den Dollar. Am
Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1813 Dollar. Ein
Rekord-Handelsdefizit hatte den Euro am Mittwoch noch über 1,19 Dollar
getrieben. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am
Donnerstag auf 1,1823 (Mittwoch: 1,1857) Dollar fest. Der Dollar kostete damit
0,8458 (0,8434) Euro.
"Der Schwung hat nicht ausgereicht", sagte Devisenexpertin Antje Praefcke
von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zum gestoppten Kursanstieg des
Euro. Bereits am Vormittag sei der Euro im Sog eines zum Yen erstarkten Dollar
unter Druck geraten. Die US-Konjunkturdaten am Nachmittag seien gemischt
ausgefallen. Während die Erzeugerpreise auf steigenden Preisdruck und damit auf
eine rasche Leitzinserhöhung in den USA hindeuteten, seien die wöchentlichen
Arbeitsmarktdaten und die Einzelhandelsumsätze etwas schwächer als erwartet
ausgefallen.
Vor weiteren wichtigen Konjunkturdaten aus den USA am Freitag hielten sich
viele Marktteilnehmer mit größeren Engagements zurück. Der Markt sei derzeit
verunsichert und habe noch keine eindeutige Richtung gefunden, sagte Praefcke.
Entscheidende Impulse für die Entwicklung am Devisenmarkt dürften erst die
Verbraucherpreise und der Industrieproduktion in den Vereinigten Staaten
liefern. Anziehende Verbraucherpreise und eine robuste Industrieproduktion wären
ein weiteres Signale für eine rasche Zinswende in den USA.
Die Steuerausfälle in Deutschland seien für den Euro ein weiterer
Belastungsfaktor gewesen. Der Staat muss bis Ende 2007 mit dramatisch höheren
Steuerausfällen als bisher erwartet rechnen. Bund, Länder und Kommunen erhalten
2004 und in den nächsten drei Jahren 61 Milliarden Euro weniger Steuern als
veranschlagt. Vor den US-Konjunkturdaten sei die Steuerschätzung aber etwas in
den Hintergrund getreten.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen
Euro auf 0,6703 (0,6697) britische Pfund , 135,14 (134,18) japanische
Yen und 1,5383 (1,5411) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 375,15 (382,20)
Dollar notiert./tw/kro
13.05.2004 20:51:43, dpa-AFX Internet
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Donnerstag im Sog
von milliardenschweren Steuerausfällen in Deutschland und gemischten
US-Konjunkturdaten deutlich unter 1,19 US-Dollar gerutscht. Auch die
veröffentlichten US-Erzeugerpreise gaben laut Devisenhändlern Anlass für
Spekulationen auf eine baldige Zinswende und unterstützten damit den Dollar. Am
Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1813 Dollar. Ein
Rekord-Handelsdefizit hatte den Euro am Mittwoch noch über 1,19 Dollar
getrieben. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am
Donnerstag auf 1,1823 (Mittwoch: 1,1857) Dollar fest. Der Dollar kostete damit
0,8458 (0,8434) Euro.
"Der Schwung hat nicht ausgereicht", sagte Devisenexpertin Antje Praefcke
von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zum gestoppten Kursanstieg des
Euro. Bereits am Vormittag sei der Euro im Sog eines zum Yen erstarkten Dollar
unter Druck geraten. Die US-Konjunkturdaten am Nachmittag seien gemischt
ausgefallen. Während die Erzeugerpreise auf steigenden Preisdruck und damit auf
eine rasche Leitzinserhöhung in den USA hindeuteten, seien die wöchentlichen
Arbeitsmarktdaten und die Einzelhandelsumsätze etwas schwächer als erwartet
ausgefallen.
Vor weiteren wichtigen Konjunkturdaten aus den USA am Freitag hielten sich
viele Marktteilnehmer mit größeren Engagements zurück. Der Markt sei derzeit
verunsichert und habe noch keine eindeutige Richtung gefunden, sagte Praefcke.
Entscheidende Impulse für die Entwicklung am Devisenmarkt dürften erst die
Verbraucherpreise und der Industrieproduktion in den Vereinigten Staaten
liefern. Anziehende Verbraucherpreise und eine robuste Industrieproduktion wären
ein weiteres Signale für eine rasche Zinswende in den USA.
Die Steuerausfälle in Deutschland seien für den Euro ein weiterer
Belastungsfaktor gewesen. Der Staat muss bis Ende 2007 mit dramatisch höheren
Steuerausfällen als bisher erwartet rechnen. Bund, Länder und Kommunen erhalten
2004 und in den nächsten drei Jahren 61 Milliarden Euro weniger Steuern als
veranschlagt. Vor den US-Konjunkturdaten sei die Steuerschätzung aber etwas in
den Hintergrund getreten.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen
Euro auf 0,6703 (0,6697) britische Pfund , 135,14 (134,18) japanische
Yen und 1,5383 (1,5411) Schweizer Franken fest. Die
Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 375,15 (382,20)
Dollar notiert./tw/kro