US-Bullen zieren sich noch


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US-Bullen zieren sich noch

 
01.03.02 06:25
Als wollten die US-Konjunkturdaten am Donnerstag die Rede von Notenbankchef Alan Greenspan unterstützen, zeigten sie sich von ihrer besten Seite. Ein stärker als erwartet gestiegener Einkaufsmanagerindex und BIP im vierten Quartal 2001 sorgten teilweise für gute Stimmung im Dow Jones, der sich dennoch mit 19 Punkten im Minus verabschiedete. Wenig erfreuliche Unternehmensdaten sorgten an der Technologiebörse Nasdaq für einen 22-Punkte-Rutsch in die roten Zahlen. Dennoch scheinen die Börsianer langsam zu ihrem Optimismus zurück zu kehren.    

An den US-Börsen zeigte sich ein ähnliches Bild wie an den heimischen Märkten: Traditionsunternehmen sind stark gefragt. Das könnte daran liegen, dass die Prognosen aus der Old Economy eindeutiger und klarer sind als die vagen Aussagen, die zur Zeit aus dem Technologie- und Mediensektor zu hören sind.

Es waren dann auch Konzerne wie General Electric (GE) und United Technologies, die am Donnerstag zwischenzeitlich kräftig zulegten. Bereits am Mittwoch hatte der Mischkonzern United Technologies berichtet, dass seine Luftfahrt-Tochter Pratt & Whitney einen größeren Auftrag erhalten habe. Am Donnerstag schloss sich United dann dem Kredo des Konkurrenten GE an, dass es für den Luftfahrtmarkt optimistisch in die Zukunft sähe. Allerdings büßte die Aktie bis Handelsschluss wieder ein und ging auf Vortagesniveau aus dem Handel. GE sorgte zusätzlich für Kursanstiege durch eine Korrektur seiner 2002-Umsatzprognose nach oben.

Konsum sendet unterschiedliche Signale

Auf der Konsumseite war das Bild gemischter. Während die führende US-Elektro-Kette Best Buy an ihren Umsatzzielen für das Quartal festhält, erwartet sie beim Gewinn, die Prognosen zu toppen. Das sind Nachrichten, von denen Aktionäre der Nummer Eins US-Bekleidungskette  Gap nur noch träumen können. Nachdem das Unternehmen im Laufe der Woche einen Verlust für das vierte Quartal gemeldet hatte und seine Kreditbonität bereits vor einigen Tagen herabgestuft worden war, gab die Aktie auch am Donnerstag erneut nach. Mit dem Gap-Debakel keimen auch wieder die Bilanzierungsängste auf, die in den vergangenen Wochen den Markt beherrscht hatten.

An der Nasdaq gab es hingegen am Donnerstag nur wenig Grund zum feiern. Der Computerhersteller Gateway sprach eine Gewinnwarnung aus, die den Kurs um 48 Cents nach unten drückte. Der Technologiekonzern Genesis Microchip gab um mehr als 36 Cents nach, da eine kürzliche Akquisition keinerlei Einfluss auf die Prognose des Konzerns zeigte. Ein Bericht vom Mittwoch Abend, der zeigte, dass die Umsätze auf dem Halbleitermarkt im vergangenen Jahr um 41 Prozent eingebrochen sind, sorgte für zusätzliche Belastung. Der Rückgang war größer als ursprünglich prognostiziert.

Neben den teilweise erfreulichen Unternehmensdaten sorgten vor allem gute  Konjunkturnachrichten für positive Stimmung. Anleger wollen daran glauben, dass der Aufschwung begonnen hat und die Rezession überwunden ist. Mit einem Anstieg von 1,4 Prozent im vierten Quartal 2001 war das BIP in den USA stärker gewachsen als erwartet. Ebenso war der Anstieg beim Chicagoer Einkausfmanagerindex höher ausgefallen als prognostiziert. Der Index liegt jetzt bei 53,1. Ein Niveau von über 50 weist auf eine expandierende Wirtschaft hin.  

So langsam scheint der Optimismus doch wieder die Oberhand zu bekommen. Was am Donnerstag an den Märkten zu spüren war, waren einerseits die Nachklänge von Greenspans Rede am Mittwoch und Wirtschaftsdaten, die den Glauben an eine langsame Erholung unterstützten. Auch in den kommenden Wochen dürfte positive Nachrichten für gute Stimmung sorgen. Dennoch sollte die noch immer nicht verklungene Nervosität und Sorge um mögliche Bilanzierungstrick nicht unterschätzt werden.  

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