i W A T C H . F R E E
- US-BOERSENBRIEF -
5. Jahrgang - Ausgabe 25 (24.06.2005)
______________________________________________
DEUTSCHE BIBLIOTHEK : ISSN 1616-1521
Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag
* Bitte Schriftart Courier einstellen *
1. i-wATCH ABSTRACT: LEASON LÄSST GRÜSSEN
2. RUECKBLICK: ÖLPREISE, GOLD UND US-DOLLAR STEIGEN
WEITER KRÄFTIG AN
3. AUSBLICK: HAT DIE TALFAHRT DER US-INDIZES BEGONNEN?
4. LESERBRIEFE: BETEILIGEN SIE SICH AN DER US$-DEBATTE
5. BRIEF AUS ST.PETERSBURG: STAHL-FUNDAMENTAL DIE ZWEITE
6. AKTUELLE EMPFEHLUNGSLISTE UND PERFORMANCE
7. BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG DER AKTUELLEN TRADINGIDEEN
8. TERMINE DER NAECHSTEN WOCHE: VON FREITAG BIS DONNERSTAG
9. CHARTTECHNIK DOW JONES, S&P 500, NASDAQ, EURO UND GOLD
1. iWATCH ABSTRACT
**************************************************
Liebe Leser,
178 mio US $ - nettes Gehalt, könnte man denken. Da hat sich
doch Luke, nein, nicht Luke Skywalker, sondern Luke Duffy
etwas zu viel "gegönnt". Der ehemalige Trader der National
Australia Bank wurde erwischt, als er einen Gewinn in Höhe
von 178 Mio US $ "erwirtschaftete". Leider freute sich die
Bank zu früh, denn die Angabe war frei erfunden. Er fälschte
Konten und statt eines Verlusts meldete er Gewinne an die
Chefs, die wiederum mit fetten Boni seine Leistung kürten.
Da paßt doch die Nachricht, daß Bear Stearns vor den Kadi
zitiert werden soll. Die SEC (oberste Finanzaufsicht in den
USA) fand heraus, daß die Banker in den jüngsten Fonds-
Skandal verwickelt seien. In diesem Zusammenhang soll dann
doch eine gewisse Schadensfreude nicht ganz unerwähnt
bleiben. Wurde da nicht unlängst der frühere Tyco
International Ltd. Chief Executive D.Kozlowski und sein
Finanzvorstand M.Schwartz für schuldig gesprochen rund 150
Mio US $ veruntreut zu haben.
Nick Leason läßt grüßen. Wo ist die Aufsicht? Mir scheint es
sei immer wieder das gleiche. Kaum meldet ein Trader hohe
Gewinne, gehen bei den Vorständen der Bank nicht die
Alarmglocken an, sondern nur die $-Zeichen. Wobei diese Summe
im Vergleich zu der Vermögen der Familie Dolans natürlich
etwas bescheiden wirkt. So hat die New Yorker Familie
beschlossen für rund 7,9 MRD US $ für Cablevision's lukrative
Kabelsysteme in den New Yorker Vororten zu bieten. Der
Familie gehören solche Kleinigkeiten wie die NY Knicks, das
NY Rangers Hockey Team, der Madison Square Garden, die Radio
City Music Hall etc.
Da wir gerade von Übernahmen sprechen (Sie wissen, es ist
eines meiner Lieblingsthemen) - in den USA gibt es aktuell
den Bieterstreit um den Ölkonzern Unocal. Da will doch
wirklich so ein "böser" chinesischer Konzern in das Gott-
behütete Amerika eindringen. Ich bin mir sicher, die
amerikanischen Jünger werden dies zu verhindern wissen. Die
chinesische CNOOC überbietet mit 18,5 MRD US$ in bar Chevron
um 1,5 MRD US$. Nebenbei werden noch die Schulden in Mrd-Höhe
und eine Strafzahlung an Chevron-Texaco abgeglichen. Dennoch
liege der Preis je Aktie mit 67 US$ deutlich unter den
erwarteten 70 US$. Ob die ganze Sache ausgeht wie das
Hornberger Schießen ist letztendlich egal. Wichtig ist, dass
man kurzfristig bei solchen - immer wieder kommenden
Gelegenheiten - mitspielen kann.
Die europäischen Märkte werden aktuell von anderen Dingen
beherrscht. Speziell eine EZB-Zinssenkung scheint ausgemachte
Sache zu sein. Die Schwedische Zentralbank hat es vorgemacht
und damit ein Zeichen gesetzt. Sie reduzierte ihre Zinssätze
um 0,5% auf 1,5%. Die Vorhersage für das schwedische
Wirtschaftswachstum wurde kurz zuvor von +3,2% auf +1,9%
reduziert. Aber auch Frankreich und die Niederlande stehen
vor einer Entscheidung. Die EZB nahm ihre Wachstumsschätzung
für Europa zum dritten Mal innerhalb von 6 Monaten auf
nunmehr +1,4% zurück. Das Öl auf dem Höchststand deprimiere
die Wirtschaft ebenso wie die Konsumenten. Denken Sie nur an
Ihren nächsten Besuch an der Tankstelle.
In Frankreich wurde die Wachstumsperspektiven auf unter 2%
zurückgenommen. Zuvor waren zwischen 2 - 2,5% erwartet
worden. Da nutzt auch das packende Europa-Bekenntnis von Tony
Blair wenig. Am 29/30 Juni treffen sich die Zentralbanker
wieder. Was der Euro bis dahin machen wird ist vorhersehbar.
In unserer heutigen Ausgabe beginnen wir - wie angekündigt -
mit der US$ - ? - Diskussion - danke für die rege Teilnahme.
Wir haben aus den Leserbriefen den interessantesten
herausgepickt. Zudem erscheint der angekündigte zweite Teil
des Stahlberichts aus St. Petersburg. Auch Herr Büttner bat
mich, seinen Einstieg in den i-watch langsam anzukündigen.
Was ich hiermit sehr gerne tue. Ich freue mich, dass er bei
uns ist. Sein Themenschwerpunkt sind die osteuropäischen
Märkte. Er wird auch ein Musterdepot anlegen. Dennoch bleiben
uns die lebhaften Kommentare von Julia aus Piter erhalten.
In der vergangenen Ausgabe konnten wir leider keine
dreifachen Verfalls leider etwas in Verzug. In dieser Woche
sieht es wieder besser aus. Allerdings werden wir uns dem
Zyklus des i-watch anpassen und die Termine von Freitag
(Erscheinungstag) bis Donnerstag der darauffolgenden Woche
veröffentlichen.
Die Stimmung für den DAX hat sich nach dem jüngsten Anstieg
etwas eingetrübt. So sank der "Bullenindex" um 3% auf 44% und
das Bärenlager konnte einen Zuwachs von 5% auf 36% verbuchen.
Diejenigen, die eine neutrale Meinung zur DAX-Entwicklung
haben gingen um 2% auf 20% zurück. Interessant auch die
Umfrage unter den Exporteuren und Importeuren zu der
erwarteten US$-Entwicklung. Bullish sind aktuell 38% der Exp.
und 62% der Imp. Dies entspricht einer Veränderung von -2%.
Bearish sind 28% der Exp. und 18% der Imp. Hier ist das Bild
gleichgeblieben. Keine Veränderung erwarten 34% der Exp. und
20% der Imp., was einen Zuwachs von 2% der Stimmen bedeutet.
Ich wünsche Ihnen unverändert 100% Spaß beim Lesen und ein
schönes Hochsommerwochenende
Ihr EKIP/Team gmh
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2. RUECKBLICK: ÖLPREISE, GOLD UND US-DOLLAR STEIGEN
WEITER KRÄFTIG AN
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Liebe Börsenfreunde!
Wie bereits in der Vorwoche an dieser Stelle befürchtet, ist
der Preis für ein Barrel Rohöl über die optische Hürde von
60,-- US-Dollar gestiegen. Bislang notierte der WTI-Future
mit Verfall September 2005 zuhöchst bei 60,05 US-Dollar und
damit auf einem neuen All-Zeit-Hoch. Ebenfalls wie bereits in
der Vorwoche angedacht, zeigten sich die US-Indizes stark
beeindruckt und gingen in den Sinkflug über.
Aber auch der Goldpreis nimmt die in der Vorwoche skizzierte
Richtung ein und überschritt erstmals die Marke von 440,--
US-Dollar je Feinunze Gold seit rund vier Monaten. Unser
Kursziel von 500 US-Dollar in 2005 je Feinunze ist damit nur
noch 60 US-Dollar oder rund 14 Prozent entfernt.
Unverändert fest zeigt sich auch der US-Dollar gegenüber
allen wichtigen Währungen dieser Welt, insbesondere gegenüber
dem Euro. Erstmals seit mehr als 10 Monaten wurde der Euro
unterhalb der Marke von 1,2000 US-Dollar gehandelt und
markierte im frühen asiatischen Geschäft am Freitag, 24.
Juni, das bisherige Jahrestief bei 1,1988 US-Dollar.
Die Leistungsbilanz der USA wurde am vergangenen Freitag mit
einem Rekorddefizit von 195,8 Milliarden US-Dollar für das
erste Quartal 2005 herausgegeben. Wie in der charttechnischen
Analyse in der Vorwoche beschrieben konnte der Euro daraufhin
auf bis zu 1,23 US-Dollar oder rund drei US-Cents binnen
wenigen Handelsstunden zulegen. Diese Bewegung wurde
allerdings in dieser Woche vollständig egalisiert, ja sogar
weiter nach unter fortgeschrieben.
Bei 1,2000 US-Dollar ist allerdings nach wie vor ein starker
Widerstandsbereich, da diese Zone im frühen Devisenhandel am
Freitagmorgen nicht nachhaltig nach unten durchbrochen wurde.
Wir rechnen nochmals mit einer kräftigen Gegenbewegung in
Richtung 1,23 US-Dollar mit der Möglichkeit dann sogar auf
1,25 US-Dollar binnen wenigen Handelstagen vorzudringen.
Auslöser für diese massiven Bewegungen am Devisenmarkt könnte
die am 30. Juni 2005 zur Entscheidung anstehende
Veröffentlichung der US-Notenbank-Geld-Politik.
Mit einem Konsens von 100 Prozent der von Bloomberg befragten
Volkswirte, wird mit einer weiteren Zinserhöhung um 0,25
Prozentpunkten auf dann 3,25 Prozent gerechnet. Doch die
entscheidende Frage bleibt: Gibt es eine Zinserhöhungspause
noch in diesem Jahr?
Hiervon abhängig ist nicht nur die Entwicklung am
Devisenmarkt, sondern auch an den internationalen
Rentenmärkten und insbesondere den US-Aktien-
Märkten.
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3. AUSBLICK: HAT DIE TALFAHRT DER US-INDIZES BEGONNEN?
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des iWatch.Pro
vorbehalten. Bitte haben Sie Verstaendnis dafuer, aber ohne
eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Service nicht
aufrecht erhalten.
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4. LESERBRIEFE :
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Sehr geehrter Herr Raab,
ich gebe Ihnen Recht, daß der Euro die wohl einzige Währung
ist, die in der Lage ist, dem Dollar Paroli zu bieten.
Ihre Argumentation beruht auf rein rationaler Überlegung
(Fusion von Euro und Dollar --> Vorteil für beide Europa und
USA), und bis zu einem gewissen Punkt stimme ich auch hier
zu.
Allerdings gibt es noch einen weiteren Punkt, der nicht außer
Acht gelassen werden sollte: Kein Land der Erde ist in
solchem Maße stolz und bedacht auf seine Unabhängigkeit wie
die Vereinigten Staaten. Nirgends auf der Welt sind die
Menschen so patriotisch wie die USA (ich spreche hier auch
aus eigener Erfahrung). Es ist unglaublich, wie viel den
Amerikanern an ihrem Dollar liegt. Jede amerikanische
Regierung, die eine Währungsunion ins Leben ruft, würde damit
ihre Chancen, wieder gewählt zu werden, "vernichten".
Sogar in Deutschland konnten Randparteien nicht wenige
Stimmen gewinnen, weil sie versprachen, die Euroeinführung in
Deutschland zu verhindern.
Viele Grüße
Anton K.
Sehr geehrter Herr Anton K.
Vielen Dank, daß Sie das neu ins Leben gerufene US$-EURO-
Forum eröffnen.
Wenn die deutsche Bevölkerung in den 1990er Jahren über den
Euro hätte Entscheiden müssen, so wären über 70 Prozent
dagegen gewesen. Wir haben nun einmal eine parlamentarische
Demokratie in der Bundesrepublik, die richtungsentscheidende
Gesetze, siehe auch Hartz IV, gegen die Mehrheit des Volkes
gesetzlich verabschieden kann. Ob dies gut ist oder nicht sei
dahingestellt. Ein 82 Millionen-Volk ist nunmal schwerer zu
regieren, wie z. B. die Schweiz, mit sieben Millionen
Einwohnern.
Beim Euro-Dollar wird mir die Zeit recht geben oder auch
nicht. Aber nochmals, die von mir entwickelten Szenarien
beruhen auf langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen.
Während meiner Studienzeit zwischen 1993 bis 1999 habe ich 48
von 50 US-Staaten, also die gesamte kontinentale USA ohne
Alaska und Hawaii, bereist. Für mich war es faszinierend
tagelang von Osten nach Westen zu fahren oder von Süden nach
Norden und immer noch mit derselben Währung, hier US-Dollar,
zu bezahlen.
Sicherlich hat dieser "optimale Währungsraum" den Vorteil
einer Sprache, wenn man einmal von den vielen Mexikanern,
Kubanern, Latinos usw. absieht, die durchaus manchmal nur
spanisch, mexikanisch oder portugiesisch sprechen.
Doch auch ich plädiere für sprachliche und kulturelle
Vielfalt.
Wenn man im vergangenen Jahrhundert, also noch vor wenigen
Jahren, von Lissabon nach Moskau gefahren ist, mußte man die
Währung ständig umtauschen, um über das jeweils gesetzliche
Zahlungsmittel zu verfügen. Mit dem Euro hat sich dies
deutlich verbessert. Demnächst kommen Polen, Ungarn, die
baltischen Staaten in den Euroraum hinzu. Russland (Moskau)
ist lediglich eine Frage der Zeit.
Aber auch das Thema Armut, China, Türkeibeitritt zur EU,
Irak-Krieg, Terrorismus und Umwelt spielen zentrale Themen in
meinem Buch, so dass ich glaube, dass ich nur wenige Punkte
unbehandelt gelassen habe. Diese Themen hängen nun einmal
mehr oder weniger miteinander zusammen. Deshalb kann man mir
nicht so ohne weiteres vorwerfen, dass ich die komplexen
Zusammenhänge außer acht gelassen habe.
Nochmals. Es handelt sich sicher um gewagte Thesen, aber ich
bin überzeugt, dass die Richtung meiner Denkstrukturen
stimmt. Ich freue mich aber, wenn Leser sich so kritisch an
der Diskussion beteiligen. Ich hoffe, daß sich durch Ihr
Schreiben noch mehr interessante Beiträge zu unserem Forum
ergeben.
Mit bestem Grüßen
Ihr Ekip-Team
Uwe Raab
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich suche eine Börsensoftware für den privaten Gebrauch mit
der ich täglich Aktien und ggf. Fondkurse aus dem Internet
laden kann und diese dann automatisch offline als ein Chart
angezeigt werden. Können Sie mir, eine Software empfehlen
oder mir Informationen zukommen lassen welche Software es
gibt? Leider habe ich keine Ahnung wo ich mit der Suche
beginnen soll, deshalb wende ich mich Hilfe suchend an Sie.
Mit freundlichen Grüssen
B.J.
Hallo Herr J.,
danke für Ihre E-Mail. Mein schneller und kostengünstiger
Tipp ist in Excel eine Datei aufzubauen auf deren Daten der
Chart entstellt wird. Hierzu braucht man nur einen Link in
Comdirect / Onvista etc. oder einer anderen Börsensoftware
herzustellen. Dann zieht sich die Exceltabelle ihre Kurse
wenn Sie online gehen. Dies funktioniert ohne großen
Kostenaufwand. Sie können natürlich auch einen
professionellen Chartdienst bemühen, der Sie mit real-time
oder zeitnahen Kursen versorgt. Hier empfiehlt sich die Firma
Lenz und Partner.(www.lp-software.de der gute alte TaiPan
oder www.tradingsoftware.de)
Ich hoffe Ihnen mit meinen Angaben gedient zu haben,
Schöne Grüße
Ihr Ekip-Team gmh
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Wenn uns interessante Leserfragen erreichen, die
auch andere Leser oder Leserinnen interessieren
koennten, so werde wir diese hier
veroeffentlichen. Um Rückfragen zu vermeiden,
bitte ich Sie, mir mit Ihrer Anfrage anzugeben,
ob Sie ggf. etwas gegen eine Veroeffentlichung
haben; ohne diese Mitteilung gehe ich davon aus,
dass eine allfällige Publikation im iWatch für
Sie okay ist. Die Redaktion behält sich eine
Teilkürzung vor, falls sich dies aus Platzgründen
als notwendig erweisen sollte.
Bitte senden Sie Ihre Fragen zum I n h a l t des
iWatch.Pro
n e u an folgende eMail-Adresse: team@ekip.de ,
diese
kommen dann direkt zu uns.
*************************************************
5. BRIEF AUS ST. PETERSBURG
Stählernes Russland - Teil II: Ewras und Sewerstal
Ewras - Die Macht im Osten
Der Stahlkonzern Ewras (Ewropa - Asia) hat Anfang Juni rund
490 Millionen Dollar bei seinem Börsengang in London
eingenommen, das Unternehmen setzte rund 30 Millionen Global
Depositary Receipts zum Preis von 14,50 Dollar ab und lag
damit am unteren Ende der Preisspanne von 13,50 bis 17
Dollar. Und dies, obwohl der Börsengang 1,4 fach überzeichnet
war. Das lässt Luft nach oben und sorgt für einen Puffer,
falls der Konzern einmal die Erwartungen der Analysten nicht
erfüllen sollte. Der Free Float beträgt rund zehn Prozent.
Das Initial Public Offering (IPO) wurde von Morgan Stanley,
Credit Suisse First Boston und Renaissance Capital begleitet.
Ewras ist der grösste Stahlkonzern Russlands und laut der
Investmentbank Aton einer der profitabelsten Stahlkocher
weltweit. Mitte Mai legte das Unternehmen seine Zahlen für
2004 vor: Die Kosten stiegen im Jahresvergleich zwar um 155
Prozent, dennoch konnte Ewras deren Anstieg bremsen und unter
das Wachstum der Erloese drücken: Im vergangenen Jahr
kletterte der Umsatz um 178 Prozent auf 5,9 Milliarden
Dollar. Officer Pawel Tatjanin kommentierte zum Börsengang,
der Konzern produziere mehr als fünfzig Prozent seines Erzes
und seiner Kohle selbst. Das Nettoergebnis legte um 388
Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar zu, die opeartive Marge
verdoppelte sich nahezu auf 30,9 Prozent.
Kontrolliert wird Ewras vom russischen Milliardär Alexander
Abramow, der auf der "Forbes"-Liste der reichsten Russen Rang
14 belegt. Sitz der Holding ist Luxemburg. Mit dem Geld aus
dem Börsengang will Ewras Übernahmen in Russland und den
Nachbarländern der ehemaligen Sowjetunion finanzieren,
insgesamt sollen bis 2010 rund 1,4 Milliarden Dollar
investiert werden. Vor einigen Wochen unterzeichnete Ewras
bereits einen Vertrag zur Übernahme von 75 Prozent des
italienischen Stahlkochers Palini e Bertoli mit einer Option
zum Kauf des Rests. Damit kann Ewras die Zollhürden der
Europaeischen Union überspringen.
Mit seinem Produktmix ist Ewras einer der Hauptzulieferer im
russischen und chinesischen Bauboom und profitiert kräftig
vom Export nach China und Südostasien: Ewras hat sich auf
Langprodukte konzentriert, stellt nahezu das Monopol für
russische Bahngleise und produziert einen Grossteil der
Eisenbahn-Räder im Land. Zudem liefert der Konzern rund die
Hälfte des russischen Baustahls und über 80 Prozent der im
Bau verwendeten T-Träger.
Zu den wichtigsten Ewras-Toechtern gehören die gelisteten
Stahlproduzenten NTMK (Nischnetagil Metallurgski Kombinat)
und ZSMK (Zapsib Metallurgski Kombinat). Ausserdem besitzt
Ewras im sibirischen Nachodka einen eigenen Hafen und spart
sich damit teure Hafengebühren. Ferner gehören zu dem Konzern
die Kohleminen Juschkusbassugol, Raspadskaja und
Nerjungriugol - damit ist die stete Zulieferung an Kohle und
Koks gesichert. Der Grossteil der Werke ist im Ural und in
Sibirien angesiedelt - entsprechend stellt der Markt in
Fernost den Grossteil der Umsätze.
Sewerstal - Den Westen im Blick
Neben Ewras ist Sewerstal der Konzern, der am stärksten auf
die Kontrolle der eigenen Kohle-Zulieferung gesetzt hat:
Sewerstal kontrolliert die einst von Zwangsarbeitern
ausgebeuteten Kohlenminen von Workuta und die Koks-Betriebe
in Kussbass. Sewerstal ist in der Stadt Tscherepowets
angesiedelt, dies liegt zwischen den boomenden Metropolen
Sankt-Petersburg und Moskau. Durch die Anbindung an die
Wolga-Ostsee-Wasserstrasse kann der Konzern seine Produkte
während der Hälfte des Jahres per Schiff transportieren und
spart somit Transportkosten bei der Bahn, die in Gebieten, in
denen die Eisenbahn das Transportmonopol stellt, hohe
Zuschläge verlangt.
Sewerstal kann als einer der Top Drei Player Rabatte im
Einkauf von Erz und Energie verlangen. Durch die massive
Ballung der Industrie um seine Heimatstadt ist der Konzern
auch aus politischer Sicht ein Schwergewicht, der selbst vom
Kreml schwerlich herumgeschubst werden kann.
Die Werke von Sewerstal gehören zu den modernsten in Russland
und sind nach US-Qualitätsstandard zertifiziert. Der Konzern
wendet sich verstärkt Produkten zu, deren Bedarf bislang
durch Importe gedeckt wurde. Sewerstal und die Ewras-Tochter
NTMK gründeten beispielsweise vor knapp zwei Jahren ein Joint
Venture zur Produktion von Stahlrohren mit extra-weitem
Durchmesser. Diese Ölpipelines mussten bislang aus der
Ukraine und aus Deutschland eingeführt werden.
Ausserdem betreibt Sewerstal mit dem weltgrössten
Stahlkonproduzenten Arcelor ein Gemeinschaftsunternehmen
namens Severgal zur Herstellung von galvanisiertem
Stahl. Die Verzinkung schützt gegen Korrosion, das Metall
wird in der Automobilindustrie eingesetzt. Die Produkte kann
das Unternehmen gleich in seinen beiden Auto-Töchtern UAS und
Sawolski Motors verwenden, die als Sewerstal-Awto an die
Börse gebracht wurden. Der Militär-Jeep UAS beispielsweise
wird derzeit als aufgepeppte russische Version eines Sport
Utility Vehicles gegen die Konkurrenz von BMW und Volvo in
Stellung gebracht. Er dürfte vor allem bei weniger
vermögenden Käuferschichten Anklang finden. Diese Erfahrung
will Sewerstal in China nutzen: Vize-Konzernchef Maxim Twes
sagte vorigen Freitag, das Unternehmen suche nach einem
Partner in China im Automobilbau.
Auch Sewerstal hat in den vergangen Jahren ein kräftiges
Wachstum vorgelegt. Laut den IFRS-Zahlen für 2003 (2004 liegt
noch nicht vor), kletterte der Gewinn vor Zinsen und Steuern
im Jahr 2003 auf 773 Millionen Dollar von 263 Millionen im
Jahr zuvor. Der Umsatz legte von 2,3 auf 3,2 Milliarden
Dollar zu, der Nettogewinn von 182 auf 598 Millionen Dollar.
Fazit
Vom Ewras-Börsengang dürfte wegen der Publicity der gesamte
Stahlsektor profitieren, der in Russland ungehemmt boomt. Mit
Sewerstal und Ewras sind zwei russische Stahlgiganten
angetreten, die sich gegenseitig noch nicht in die Quere
kommen. Ewras ist derzeit sehr stark auf dem Gebiet der Bau-
und Eisenbahnstahle. Der Konzern ist durch seine
geographische Aufstellung Zulieferer Nummer Eins für China
und die Tigerstaaten Südostasiens.
Severstal punktet dagegen zunehmend bei hochwertigeren
Flachstahlen für den Automobil- und Maschinenbau. Dank seiner
geografischen Lage im Westen Russlands ist der Weg nach
Westeuropa frei. Mit dem gemeinsamen Röhren-Joint-Venture
werden Severstal und Ewras Fuss fassen im Erdoel-Export, in
dem in den vergangenen Jahren Mannesmann gute Geschaefte
machte. Zwar könnten sich beide Unternehmen früher oder
später ins Gehege kommen und sich durch Preiskämpfe die
Erlöse erodieren. Bislang überlappen sich die Produkte jedoch
kaum.
Das für 2005 erwartete Kurs-Gewinn-Verhaeltnis (KGV) liegt
laut Renaissance Capital von Sewerstal bei 4,3. Ewras weist
für 2004 derzeit ein KGV von 4,25 auf. Zwar haben die
russischen Aktien im Vergleich zur internationalen Konkurrenz
ihre günstigerere Bewertung mitunter grösstenteils verloren:
Arcelor beispielsweise bringt es auf ein KGV von 4,4 und US
Steel auf 4,6. Doch scheint uns angesichts der starken
Stellung in Russland eine Prämie auf die beiden russischen
Aktien gerechtfertigt. Zudem sind die Investoren angesichts
des Jukos-Urteils und wegen der Sorge um die zuletzt
gesunkenen Stahlpreise zurückhaltend, uns erscheinen die
Produktionsvorteile in Russland nicht genügend
berücksichtigt. Die Welle an russischen IPO's belastete
naturgemäß, da ein Grossteil der Gelder von an Russland
interessierten Fonds aufgesogen wurde. Dennoch halten wir
beide Aktien langfristig für einen Kauf.
Schöne Grüße aus Piter
Ihr Ekip/Team jd
**************************************************
6. AKTUELLE EMPFEHLUNGSLISTE UND PERFORMANCE
==================================================
Kürzel/Titel. akt.Kurs Empf.in Empf.Kurs SL
Handl.bedarf
====PORTFOLIO===========================================
ALV Allianz 11,59 05/21 11,84 10,66 halten
KAUFEN==================================================
GG Goldcorp 15,66 05/12 Kaufen bei 12,00 US-
Dollar
==================================================
====SHORTPOSITIONEN=====================================
GM General Motors 35,62 05/18 u. 24 neues SL bei 10
Prozent unter Wiedereinstiegskurs Short Pos. Halten
WEITER ZU BEOBACHTEN=========================================
GG Goldcorp 15,66 05/12 Kaufen bei 12,00 US-Dollar
====VERÄNDERUNGEN=(StoppLoss/Buy)=======================
General Motors wurde ausgestoppt. Wir nehmen allerdings
am Montag, 20. Juni 2005 umgehend eine neue Short-Position
ein. Referenzkurs ist der Eröffnungskurs zu US-Handelsbeginn.
*************************************************
7. BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG DER AKTUELLEN TRADINGIDEEN
**************************************************
Die vollständigen Empfehlungen sind in unserem iWatch.Pro abgebildet. Über unsere Internetseite www.ekip.de können Sie diesen beziehen.
**************************************************
8. TERMINE: (Freitag bis Donnerstag der kommenden Woche)
**************************************************
Freitag, 24. Juni
Hauptversammlung Nürnberg 14.00 Uhr ZEW Zentrum für
Europäische Wirtschaftsforschung Wirtschaftsforum 2005
Mannheim 10.00 Uhr Verbraucherpreise 6/05 12.00 Uhr
EU: Entscheidung der EU-Kommission zur Übernahme der Allied
Domecq durch Pernod Ricard, Brüssel
RU: Gasprom Hauptversammlung Moskau
USA: Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter 5/05 14.30
Uhr Neubauverkäufe 5/05 16.00 Uhr
Samstag, 25. Juni
FIFA Confederations Cup 2005 Halbfinale Deutschland -
Brasilien Nürnberg 18.00 Uhr
Sonntag, 26. Juni
D: FIFA Confederations Cup 2005 Halbfinale Mexiko -
Argentinien Hannover 18.00 Uhr
Montag, 27. Juni
11.00 Uhr Bundeskanzler Schröder bei US-Präsident Bush
Institut der deutschen Wirtschaft Köln Pk zur
Frühjahrsumfrage Berlin 10.30 Uhr
EU: Verkehrs-, Telekom- und Energierat (bis 28.06.05)
Luxemburg
USA: Nike Q4-Zahlen (vor Börseneröffnung)
Dienstag, 28. Juni
OECD Arbeitsmarktbericht Geschäftsklimaindex Verarbeitendes
Gewerbe 6/05 8.50 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 6/05 16.00 Uhr Apollo Group Q3-
Zahlen (vor Börseneröffnung)
Mittwoch, 29. Juni
11.00 Uhr Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
Konjunkturprognose Berlin
FIFA Confederations Cup Spiel um den 3. Platz Verlierer
Halbfinale 1 - Verlierer Halbfinale 2 Leipzig 17.45 Uhr FIFA
Confederations Cup Finale Sieger Halbfinale 1 - Sieger
Halbfinale 2 Frankfurt 20.45 Uhr
USA: 3Com Q4-Zahlen (nach Börsenschluss) Oracle Q4-Zahlen
(nach Börsenschluss) BIP Q1 (3. Veröffentlichung) 14.30 Uhr
Donnerstag, 30. Juni
EU: Vorabschätzung Inflation Eurozone 6/05 11.00 Uhr
Geschäfts- und Verbraucherstimmung 6/05 11.00 Uhr
Geschäftsklimaindex Eurozone 6/05
USA: Persönliche Einkommen und Ausgaben 5/05 14.30 Uhr
Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 14.30 Uhr
Einkaufsmanagerindex Chicago 6/05 16.00 Uhr
FOMC Ratssitzung Sitzungsergebnis 20.15 Uhr°
**************************************************
**************************************************
9. CHARTTECHNIK DOW JONES, S&P 500, NASDAQ UND
GOLD
**************************************************
Index: Abstand vom 52/W-Tief 52/W-Hoch: Index-
Stand:
Änderung in Prozent vom 17.06.05 bis 24.06.05
S&P 500 14% - 2% 1.200,73 -0,84%
Nasdaq Comp 9% -3% 2.070,66 -0,89%
Dow Jones 5% - 5% 10.421,44 -1,49%
Russell 2000 24% - 2% 634,12 -1,56%
Gold 16% - 3% 436,45 +1,39%
Oel (WTI) 70% - 0% 56,45 +5,85%
30-Jahr Anl 3% - 14% 4,26 -0,16
10-Jahr Anl 2% - 15% 3,96 -0,12
Euro-Dollar 0% - 12% 1,20 -0,01
Dow Jones Industrial Index Stand am 23.06.05
10.421,44 -157,21
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2. RUECKBLICK: ÖLPREISE, GOLD UND US-DOLLAR STEIGEN
WEITER KRÄFTIG AN
3. AUSBLICK: HAT DIE TALFAHRT DER US-INDIZES BEGONNEN?
4. LESERBRIEFE: BETEILIGEN SIE SICH AN DER US$-DEBATTE
5. BRIEF AUS ST.PETERSBURG: STAHL-FUNDAMENTAL DIE ZWEITE
6. AKTUELLE EMPFEHLUNGSLISTE UND PERFORMANCE
7. BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG DER AKTUELLEN TRADINGIDEEN
8. TERMINE DER NAECHSTEN WOCHE: VON FREITAG BIS DONNERSTAG
9. CHARTTECHNIK DOW JONES, S&P 500, NASDAQ, EURO UND GOLD
1. iWATCH ABSTRACT
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178 mio US $ - nettes Gehalt, könnte man denken. Da hat sich
doch Luke, nein, nicht Luke Skywalker, sondern Luke Duffy
etwas zu viel "gegönnt". Der ehemalige Trader der National
Australia Bank wurde erwischt, als er einen Gewinn in Höhe
von 178 Mio US $ "erwirtschaftete". Leider freute sich die
Bank zu früh, denn die Angabe war frei erfunden. Er fälschte
Konten und statt eines Verlusts meldete er Gewinne an die
Chefs, die wiederum mit fetten Boni seine Leistung kürten.
Da paßt doch die Nachricht, daß Bear Stearns vor den Kadi
zitiert werden soll. Die SEC (oberste Finanzaufsicht in den
USA) fand heraus, daß die Banker in den jüngsten Fonds-
Skandal verwickelt seien. In diesem Zusammenhang soll dann
doch eine gewisse Schadensfreude nicht ganz unerwähnt
bleiben. Wurde da nicht unlängst der frühere Tyco
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Finanzvorstand M.Schwartz für schuldig gesprochen rund 150
Mio US $ veruntreut zu haben.
Nick Leason läßt grüßen. Wo ist die Aufsicht? Mir scheint es
sei immer wieder das gleiche. Kaum meldet ein Trader hohe
Gewinne, gehen bei den Vorständen der Bank nicht die
Alarmglocken an, sondern nur die $-Zeichen. Wobei diese Summe
im Vergleich zu der Vermögen der Familie Dolans natürlich
etwas bescheiden wirkt. So hat die New Yorker Familie
beschlossen für rund 7,9 MRD US $ für Cablevision's lukrative
Kabelsysteme in den New Yorker Vororten zu bieten. Der
Familie gehören solche Kleinigkeiten wie die NY Knicks, das
NY Rangers Hockey Team, der Madison Square Garden, die Radio
City Music Hall etc.
Da wir gerade von Übernahmen sprechen (Sie wissen, es ist
eines meiner Lieblingsthemen) - in den USA gibt es aktuell
den Bieterstreit um den Ölkonzern Unocal. Da will doch
wirklich so ein "böser" chinesischer Konzern in das Gott-
behütete Amerika eindringen. Ich bin mir sicher, die
amerikanischen Jünger werden dies zu verhindern wissen. Die
chinesische CNOOC überbietet mit 18,5 MRD US$ in bar Chevron
um 1,5 MRD US$. Nebenbei werden noch die Schulden in Mrd-Höhe
und eine Strafzahlung an Chevron-Texaco abgeglichen. Dennoch
liege der Preis je Aktie mit 67 US$ deutlich unter den
erwarteten 70 US$. Ob die ganze Sache ausgeht wie das
Hornberger Schießen ist letztendlich egal. Wichtig ist, dass
man kurzfristig bei solchen - immer wieder kommenden
Gelegenheiten - mitspielen kann.
Die europäischen Märkte werden aktuell von anderen Dingen
beherrscht. Speziell eine EZB-Zinssenkung scheint ausgemachte
Sache zu sein. Die Schwedische Zentralbank hat es vorgemacht
und damit ein Zeichen gesetzt. Sie reduzierte ihre Zinssätze
um 0,5% auf 1,5%. Die Vorhersage für das schwedische
Wirtschaftswachstum wurde kurz zuvor von +3,2% auf +1,9%
reduziert. Aber auch Frankreich und die Niederlande stehen
vor einer Entscheidung. Die EZB nahm ihre Wachstumsschätzung
für Europa zum dritten Mal innerhalb von 6 Monaten auf
nunmehr +1,4% zurück. Das Öl auf dem Höchststand deprimiere
die Wirtschaft ebenso wie die Konsumenten. Denken Sie nur an
Ihren nächsten Besuch an der Tankstelle.
In Frankreich wurde die Wachstumsperspektiven auf unter 2%
zurückgenommen. Zuvor waren zwischen 2 - 2,5% erwartet
worden. Da nutzt auch das packende Europa-Bekenntnis von Tony
Blair wenig. Am 29/30 Juni treffen sich die Zentralbanker
wieder. Was der Euro bis dahin machen wird ist vorhersehbar.
In unserer heutigen Ausgabe beginnen wir - wie angekündigt -
mit der US$ - ? - Diskussion - danke für die rege Teilnahme.
Wir haben aus den Leserbriefen den interessantesten
herausgepickt. Zudem erscheint der angekündigte zweite Teil
des Stahlberichts aus St. Petersburg. Auch Herr Büttner bat
mich, seinen Einstieg in den i-watch langsam anzukündigen.
Was ich hiermit sehr gerne tue. Ich freue mich, dass er bei
uns ist. Sein Themenschwerpunkt sind die osteuropäischen
Märkte. Er wird auch ein Musterdepot anlegen. Dennoch bleiben
uns die lebhaften Kommentare von Julia aus Piter erhalten.
In der vergangenen Ausgabe konnten wir leider keine
dreifachen Verfalls leider etwas in Verzug. In dieser Woche
sieht es wieder besser aus. Allerdings werden wir uns dem
Zyklus des i-watch anpassen und die Termine von Freitag
(Erscheinungstag) bis Donnerstag der darauffolgenden Woche
veröffentlichen.
Die Stimmung für den DAX hat sich nach dem jüngsten Anstieg
etwas eingetrübt. So sank der "Bullenindex" um 3% auf 44% und
das Bärenlager konnte einen Zuwachs von 5% auf 36% verbuchen.
Diejenigen, die eine neutrale Meinung zur DAX-Entwicklung
haben gingen um 2% auf 20% zurück. Interessant auch die
Umfrage unter den Exporteuren und Importeuren zu der
erwarteten US$-Entwicklung. Bullish sind aktuell 38% der Exp.
und 62% der Imp. Dies entspricht einer Veränderung von -2%.
Bearish sind 28% der Exp. und 18% der Imp. Hier ist das Bild
gleichgeblieben. Keine Veränderung erwarten 34% der Exp. und
20% der Imp., was einen Zuwachs von 2% der Stimmen bedeutet.
Ich wünsche Ihnen unverändert 100% Spaß beim Lesen und ein
schönes Hochsommerwochenende
Ihr EKIP/Team gmh
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2. RUECKBLICK: ÖLPREISE, GOLD UND US-DOLLAR STEIGEN
WEITER KRÄFTIG AN
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Liebe Börsenfreunde!
Wie bereits in der Vorwoche an dieser Stelle befürchtet, ist
der Preis für ein Barrel Rohöl über die optische Hürde von
60,-- US-Dollar gestiegen. Bislang notierte der WTI-Future
mit Verfall September 2005 zuhöchst bei 60,05 US-Dollar und
damit auf einem neuen All-Zeit-Hoch. Ebenfalls wie bereits in
der Vorwoche angedacht, zeigten sich die US-Indizes stark
beeindruckt und gingen in den Sinkflug über.
Aber auch der Goldpreis nimmt die in der Vorwoche skizzierte
Richtung ein und überschritt erstmals die Marke von 440,--
US-Dollar je Feinunze Gold seit rund vier Monaten. Unser
Kursziel von 500 US-Dollar in 2005 je Feinunze ist damit nur
noch 60 US-Dollar oder rund 14 Prozent entfernt.
Unverändert fest zeigt sich auch der US-Dollar gegenüber
allen wichtigen Währungen dieser Welt, insbesondere gegenüber
dem Euro. Erstmals seit mehr als 10 Monaten wurde der Euro
unterhalb der Marke von 1,2000 US-Dollar gehandelt und
markierte im frühen asiatischen Geschäft am Freitag, 24.
Juni, das bisherige Jahrestief bei 1,1988 US-Dollar.
Die Leistungsbilanz der USA wurde am vergangenen Freitag mit
einem Rekorddefizit von 195,8 Milliarden US-Dollar für das
erste Quartal 2005 herausgegeben. Wie in der charttechnischen
Analyse in der Vorwoche beschrieben konnte der Euro daraufhin
auf bis zu 1,23 US-Dollar oder rund drei US-Cents binnen
wenigen Handelsstunden zulegen. Diese Bewegung wurde
allerdings in dieser Woche vollständig egalisiert, ja sogar
weiter nach unter fortgeschrieben.
Bei 1,2000 US-Dollar ist allerdings nach wie vor ein starker
Widerstandsbereich, da diese Zone im frühen Devisenhandel am
Freitagmorgen nicht nachhaltig nach unten durchbrochen wurde.
Wir rechnen nochmals mit einer kräftigen Gegenbewegung in
Richtung 1,23 US-Dollar mit der Möglichkeit dann sogar auf
1,25 US-Dollar binnen wenigen Handelstagen vorzudringen.
Auslöser für diese massiven Bewegungen am Devisenmarkt könnte
die am 30. Juni 2005 zur Entscheidung anstehende
Veröffentlichung der US-Notenbank-Geld-Politik.
Mit einem Konsens von 100 Prozent der von Bloomberg befragten
Volkswirte, wird mit einer weiteren Zinserhöhung um 0,25
Prozentpunkten auf dann 3,25 Prozent gerechnet. Doch die
entscheidende Frage bleibt: Gibt es eine Zinserhöhungspause
noch in diesem Jahr?
Hiervon abhängig ist nicht nur die Entwicklung am
Devisenmarkt, sondern auch an den internationalen
Rentenmärkten und insbesondere den US-Aktien-
Märkten.
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3. AUSBLICK: HAT DIE TALFAHRT DER US-INDIZES BEGONNEN?
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Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des iWatch.Pro
vorbehalten. Bitte haben Sie Verstaendnis dafuer, aber ohne
eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Service nicht
aufrecht erhalten.
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4. LESERBRIEFE :
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Sehr geehrter Herr Raab,
ich gebe Ihnen Recht, daß der Euro die wohl einzige Währung
ist, die in der Lage ist, dem Dollar Paroli zu bieten.
Ihre Argumentation beruht auf rein rationaler Überlegung
(Fusion von Euro und Dollar --> Vorteil für beide Europa und
USA), und bis zu einem gewissen Punkt stimme ich auch hier
zu.
Allerdings gibt es noch einen weiteren Punkt, der nicht außer
Acht gelassen werden sollte: Kein Land der Erde ist in
solchem Maße stolz und bedacht auf seine Unabhängigkeit wie
die Vereinigten Staaten. Nirgends auf der Welt sind die
Menschen so patriotisch wie die USA (ich spreche hier auch
aus eigener Erfahrung). Es ist unglaublich, wie viel den
Amerikanern an ihrem Dollar liegt. Jede amerikanische
Regierung, die eine Währungsunion ins Leben ruft, würde damit
ihre Chancen, wieder gewählt zu werden, "vernichten".
Sogar in Deutschland konnten Randparteien nicht wenige
Stimmen gewinnen, weil sie versprachen, die Euroeinführung in
Deutschland zu verhindern.
Viele Grüße
Anton K.
Sehr geehrter Herr Anton K.
Vielen Dank, daß Sie das neu ins Leben gerufene US$-EURO-
Forum eröffnen.
Wenn die deutsche Bevölkerung in den 1990er Jahren über den
Euro hätte Entscheiden müssen, so wären über 70 Prozent
dagegen gewesen. Wir haben nun einmal eine parlamentarische
Demokratie in der Bundesrepublik, die richtungsentscheidende
Gesetze, siehe auch Hartz IV, gegen die Mehrheit des Volkes
gesetzlich verabschieden kann. Ob dies gut ist oder nicht sei
dahingestellt. Ein 82 Millionen-Volk ist nunmal schwerer zu
regieren, wie z. B. die Schweiz, mit sieben Millionen
Einwohnern.
Beim Euro-Dollar wird mir die Zeit recht geben oder auch
nicht. Aber nochmals, die von mir entwickelten Szenarien
beruhen auf langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen.
Während meiner Studienzeit zwischen 1993 bis 1999 habe ich 48
von 50 US-Staaten, also die gesamte kontinentale USA ohne
Alaska und Hawaii, bereist. Für mich war es faszinierend
tagelang von Osten nach Westen zu fahren oder von Süden nach
Norden und immer noch mit derselben Währung, hier US-Dollar,
zu bezahlen.
Sicherlich hat dieser "optimale Währungsraum" den Vorteil
einer Sprache, wenn man einmal von den vielen Mexikanern,
Kubanern, Latinos usw. absieht, die durchaus manchmal nur
spanisch, mexikanisch oder portugiesisch sprechen.
Doch auch ich plädiere für sprachliche und kulturelle
Vielfalt.
Wenn man im vergangenen Jahrhundert, also noch vor wenigen
Jahren, von Lissabon nach Moskau gefahren ist, mußte man die
Währung ständig umtauschen, um über das jeweils gesetzliche
Zahlungsmittel zu verfügen. Mit dem Euro hat sich dies
deutlich verbessert. Demnächst kommen Polen, Ungarn, die
baltischen Staaten in den Euroraum hinzu. Russland (Moskau)
ist lediglich eine Frage der Zeit.
Aber auch das Thema Armut, China, Türkeibeitritt zur EU,
Irak-Krieg, Terrorismus und Umwelt spielen zentrale Themen in
meinem Buch, so dass ich glaube, dass ich nur wenige Punkte
unbehandelt gelassen habe. Diese Themen hängen nun einmal
mehr oder weniger miteinander zusammen. Deshalb kann man mir
nicht so ohne weiteres vorwerfen, dass ich die komplexen
Zusammenhänge außer acht gelassen habe.
Nochmals. Es handelt sich sicher um gewagte Thesen, aber ich
bin überzeugt, dass die Richtung meiner Denkstrukturen
stimmt. Ich freue mich aber, wenn Leser sich so kritisch an
der Diskussion beteiligen. Ich hoffe, daß sich durch Ihr
Schreiben noch mehr interessante Beiträge zu unserem Forum
ergeben.
Mit bestem Grüßen
Ihr Ekip-Team
Uwe Raab
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich suche eine Börsensoftware für den privaten Gebrauch mit
der ich täglich Aktien und ggf. Fondkurse aus dem Internet
laden kann und diese dann automatisch offline als ein Chart
angezeigt werden. Können Sie mir, eine Software empfehlen
oder mir Informationen zukommen lassen welche Software es
gibt? Leider habe ich keine Ahnung wo ich mit der Suche
beginnen soll, deshalb wende ich mich Hilfe suchend an Sie.
Mit freundlichen Grüssen
B.J.
Hallo Herr J.,
danke für Ihre E-Mail. Mein schneller und kostengünstiger
Tipp ist in Excel eine Datei aufzubauen auf deren Daten der
Chart entstellt wird. Hierzu braucht man nur einen Link in
Comdirect / Onvista etc. oder einer anderen Börsensoftware
herzustellen. Dann zieht sich die Exceltabelle ihre Kurse
wenn Sie online gehen. Dies funktioniert ohne großen
Kostenaufwand. Sie können natürlich auch einen
professionellen Chartdienst bemühen, der Sie mit real-time
oder zeitnahen Kursen versorgt. Hier empfiehlt sich die Firma
Lenz und Partner.(www.lp-software.de der gute alte TaiPan
oder www.tradingsoftware.de)
Ich hoffe Ihnen mit meinen Angaben gedient zu haben,
Schöne Grüße
Ihr Ekip-Team gmh
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Wenn uns interessante Leserfragen erreichen, die
auch andere Leser oder Leserinnen interessieren
koennten, so werde wir diese hier
veroeffentlichen. Um Rückfragen zu vermeiden,
bitte ich Sie, mir mit Ihrer Anfrage anzugeben,
ob Sie ggf. etwas gegen eine Veroeffentlichung
haben; ohne diese Mitteilung gehe ich davon aus,
dass eine allfällige Publikation im iWatch für
Sie okay ist. Die Redaktion behält sich eine
Teilkürzung vor, falls sich dies aus Platzgründen
als notwendig erweisen sollte.
Bitte senden Sie Ihre Fragen zum I n h a l t des
iWatch.Pro
n e u an folgende eMail-Adresse: team@ekip.de ,
diese
kommen dann direkt zu uns.
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5. BRIEF AUS ST. PETERSBURG
Stählernes Russland - Teil II: Ewras und Sewerstal
Ewras - Die Macht im Osten
Der Stahlkonzern Ewras (Ewropa - Asia) hat Anfang Juni rund
490 Millionen Dollar bei seinem Börsengang in London
eingenommen, das Unternehmen setzte rund 30 Millionen Global
Depositary Receipts zum Preis von 14,50 Dollar ab und lag
damit am unteren Ende der Preisspanne von 13,50 bis 17
Dollar. Und dies, obwohl der Börsengang 1,4 fach überzeichnet
war. Das lässt Luft nach oben und sorgt für einen Puffer,
falls der Konzern einmal die Erwartungen der Analysten nicht
erfüllen sollte. Der Free Float beträgt rund zehn Prozent.
Das Initial Public Offering (IPO) wurde von Morgan Stanley,
Credit Suisse First Boston und Renaissance Capital begleitet.
Ewras ist der grösste Stahlkonzern Russlands und laut der
Investmentbank Aton einer der profitabelsten Stahlkocher
weltweit. Mitte Mai legte das Unternehmen seine Zahlen für
2004 vor: Die Kosten stiegen im Jahresvergleich zwar um 155
Prozent, dennoch konnte Ewras deren Anstieg bremsen und unter
das Wachstum der Erloese drücken: Im vergangenen Jahr
kletterte der Umsatz um 178 Prozent auf 5,9 Milliarden
Dollar. Officer Pawel Tatjanin kommentierte zum Börsengang,
der Konzern produziere mehr als fünfzig Prozent seines Erzes
und seiner Kohle selbst. Das Nettoergebnis legte um 388
Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar zu, die opeartive Marge
verdoppelte sich nahezu auf 30,9 Prozent.
Kontrolliert wird Ewras vom russischen Milliardär Alexander
Abramow, der auf der "Forbes"-Liste der reichsten Russen Rang
14 belegt. Sitz der Holding ist Luxemburg. Mit dem Geld aus
dem Börsengang will Ewras Übernahmen in Russland und den
Nachbarländern der ehemaligen Sowjetunion finanzieren,
insgesamt sollen bis 2010 rund 1,4 Milliarden Dollar
investiert werden. Vor einigen Wochen unterzeichnete Ewras
bereits einen Vertrag zur Übernahme von 75 Prozent des
italienischen Stahlkochers Palini e Bertoli mit einer Option
zum Kauf des Rests. Damit kann Ewras die Zollhürden der
Europaeischen Union überspringen.
Mit seinem Produktmix ist Ewras einer der Hauptzulieferer im
russischen und chinesischen Bauboom und profitiert kräftig
vom Export nach China und Südostasien: Ewras hat sich auf
Langprodukte konzentriert, stellt nahezu das Monopol für
russische Bahngleise und produziert einen Grossteil der
Eisenbahn-Räder im Land. Zudem liefert der Konzern rund die
Hälfte des russischen Baustahls und über 80 Prozent der im
Bau verwendeten T-Träger.
Zu den wichtigsten Ewras-Toechtern gehören die gelisteten
Stahlproduzenten NTMK (Nischnetagil Metallurgski Kombinat)
und ZSMK (Zapsib Metallurgski Kombinat). Ausserdem besitzt
Ewras im sibirischen Nachodka einen eigenen Hafen und spart
sich damit teure Hafengebühren. Ferner gehören zu dem Konzern
die Kohleminen Juschkusbassugol, Raspadskaja und
Nerjungriugol - damit ist die stete Zulieferung an Kohle und
Koks gesichert. Der Grossteil der Werke ist im Ural und in
Sibirien angesiedelt - entsprechend stellt der Markt in
Fernost den Grossteil der Umsätze.
Sewerstal - Den Westen im Blick
Neben Ewras ist Sewerstal der Konzern, der am stärksten auf
die Kontrolle der eigenen Kohle-Zulieferung gesetzt hat:
Sewerstal kontrolliert die einst von Zwangsarbeitern
ausgebeuteten Kohlenminen von Workuta und die Koks-Betriebe
in Kussbass. Sewerstal ist in der Stadt Tscherepowets
angesiedelt, dies liegt zwischen den boomenden Metropolen
Sankt-Petersburg und Moskau. Durch die Anbindung an die
Wolga-Ostsee-Wasserstrasse kann der Konzern seine Produkte
während der Hälfte des Jahres per Schiff transportieren und
spart somit Transportkosten bei der Bahn, die in Gebieten, in
denen die Eisenbahn das Transportmonopol stellt, hohe
Zuschläge verlangt.
Sewerstal kann als einer der Top Drei Player Rabatte im
Einkauf von Erz und Energie verlangen. Durch die massive
Ballung der Industrie um seine Heimatstadt ist der Konzern
auch aus politischer Sicht ein Schwergewicht, der selbst vom
Kreml schwerlich herumgeschubst werden kann.
Die Werke von Sewerstal gehören zu den modernsten in Russland
und sind nach US-Qualitätsstandard zertifiziert. Der Konzern
wendet sich verstärkt Produkten zu, deren Bedarf bislang
durch Importe gedeckt wurde. Sewerstal und die Ewras-Tochter
NTMK gründeten beispielsweise vor knapp zwei Jahren ein Joint
Venture zur Produktion von Stahlrohren mit extra-weitem
Durchmesser. Diese Ölpipelines mussten bislang aus der
Ukraine und aus Deutschland eingeführt werden.
Ausserdem betreibt Sewerstal mit dem weltgrössten
Stahlkonproduzenten Arcelor ein Gemeinschaftsunternehmen
namens Severgal zur Herstellung von galvanisiertem
Stahl. Die Verzinkung schützt gegen Korrosion, das Metall
wird in der Automobilindustrie eingesetzt. Die Produkte kann
das Unternehmen gleich in seinen beiden Auto-Töchtern UAS und
Sawolski Motors verwenden, die als Sewerstal-Awto an die
Börse gebracht wurden. Der Militär-Jeep UAS beispielsweise
wird derzeit als aufgepeppte russische Version eines Sport
Utility Vehicles gegen die Konkurrenz von BMW und Volvo in
Stellung gebracht. Er dürfte vor allem bei weniger
vermögenden Käuferschichten Anklang finden. Diese Erfahrung
will Sewerstal in China nutzen: Vize-Konzernchef Maxim Twes
sagte vorigen Freitag, das Unternehmen suche nach einem
Partner in China im Automobilbau.
Auch Sewerstal hat in den vergangen Jahren ein kräftiges
Wachstum vorgelegt. Laut den IFRS-Zahlen für 2003 (2004 liegt
noch nicht vor), kletterte der Gewinn vor Zinsen und Steuern
im Jahr 2003 auf 773 Millionen Dollar von 263 Millionen im
Jahr zuvor. Der Umsatz legte von 2,3 auf 3,2 Milliarden
Dollar zu, der Nettogewinn von 182 auf 598 Millionen Dollar.
Fazit
Vom Ewras-Börsengang dürfte wegen der Publicity der gesamte
Stahlsektor profitieren, der in Russland ungehemmt boomt. Mit
Sewerstal und Ewras sind zwei russische Stahlgiganten
angetreten, die sich gegenseitig noch nicht in die Quere
kommen. Ewras ist derzeit sehr stark auf dem Gebiet der Bau-
und Eisenbahnstahle. Der Konzern ist durch seine
geographische Aufstellung Zulieferer Nummer Eins für China
und die Tigerstaaten Südostasiens.
Severstal punktet dagegen zunehmend bei hochwertigeren
Flachstahlen für den Automobil- und Maschinenbau. Dank seiner
geografischen Lage im Westen Russlands ist der Weg nach
Westeuropa frei. Mit dem gemeinsamen Röhren-Joint-Venture
werden Severstal und Ewras Fuss fassen im Erdoel-Export, in
dem in den vergangenen Jahren Mannesmann gute Geschaefte
machte. Zwar könnten sich beide Unternehmen früher oder
später ins Gehege kommen und sich durch Preiskämpfe die
Erlöse erodieren. Bislang überlappen sich die Produkte jedoch
kaum.
Das für 2005 erwartete Kurs-Gewinn-Verhaeltnis (KGV) liegt
laut Renaissance Capital von Sewerstal bei 4,3. Ewras weist
für 2004 derzeit ein KGV von 4,25 auf. Zwar haben die
russischen Aktien im Vergleich zur internationalen Konkurrenz
ihre günstigerere Bewertung mitunter grösstenteils verloren:
Arcelor beispielsweise bringt es auf ein KGV von 4,4 und US
Steel auf 4,6. Doch scheint uns angesichts der starken
Stellung in Russland eine Prämie auf die beiden russischen
Aktien gerechtfertigt. Zudem sind die Investoren angesichts
des Jukos-Urteils und wegen der Sorge um die zuletzt
gesunkenen Stahlpreise zurückhaltend, uns erscheinen die
Produktionsvorteile in Russland nicht genügend
berücksichtigt. Die Welle an russischen IPO's belastete
naturgemäß, da ein Grossteil der Gelder von an Russland
interessierten Fonds aufgesogen wurde. Dennoch halten wir
beide Aktien langfristig für einen Kauf.
Schöne Grüße aus Piter
Ihr Ekip/Team jd
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6. AKTUELLE EMPFEHLUNGSLISTE UND PERFORMANCE
==================================================
Kürzel/Titel. akt.Kurs Empf.in Empf.Kurs SL
Handl.bedarf
====PORTFOLIO===========================================
ALV Allianz 11,59 05/21 11,84 10,66 halten
KAUFEN==================================================
GG Goldcorp 15,66 05/12 Kaufen bei 12,00 US-
Dollar
==================================================
====SHORTPOSITIONEN=====================================
GM General Motors 35,62 05/18 u. 24 neues SL bei 10
Prozent unter Wiedereinstiegskurs Short Pos. Halten
WEITER ZU BEOBACHTEN=========================================
GG Goldcorp 15,66 05/12 Kaufen bei 12,00 US-Dollar
====VERÄNDERUNGEN=(StoppLoss/Buy)=======================
General Motors wurde ausgestoppt. Wir nehmen allerdings
am Montag, 20. Juni 2005 umgehend eine neue Short-Position
ein. Referenzkurs ist der Eröffnungskurs zu US-Handelsbeginn.
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7. BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG DER AKTUELLEN TRADINGIDEEN
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Die vollständigen Empfehlungen sind in unserem iWatch.Pro abgebildet. Über unsere Internetseite www.ekip.de können Sie diesen beziehen.
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8. TERMINE: (Freitag bis Donnerstag der kommenden Woche)
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Freitag, 24. Juni
Hauptversammlung Nürnberg 14.00 Uhr ZEW Zentrum für
Europäische Wirtschaftsforschung Wirtschaftsforum 2005
Mannheim 10.00 Uhr Verbraucherpreise 6/05 12.00 Uhr
EU: Entscheidung der EU-Kommission zur Übernahme der Allied
Domecq durch Pernod Ricard, Brüssel
RU: Gasprom Hauptversammlung Moskau
USA: Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter 5/05 14.30
Uhr Neubauverkäufe 5/05 16.00 Uhr
Samstag, 25. Juni
FIFA Confederations Cup 2005 Halbfinale Deutschland -
Brasilien Nürnberg 18.00 Uhr
Sonntag, 26. Juni
D: FIFA Confederations Cup 2005 Halbfinale Mexiko -
Argentinien Hannover 18.00 Uhr
Montag, 27. Juni
11.00 Uhr Bundeskanzler Schröder bei US-Präsident Bush
Institut der deutschen Wirtschaft Köln Pk zur
Frühjahrsumfrage Berlin 10.30 Uhr
EU: Verkehrs-, Telekom- und Energierat (bis 28.06.05)
Luxemburg
USA: Nike Q4-Zahlen (vor Börseneröffnung)
Dienstag, 28. Juni
OECD Arbeitsmarktbericht Geschäftsklimaindex Verarbeitendes
Gewerbe 6/05 8.50 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen 6/05 16.00 Uhr Apollo Group Q3-
Zahlen (vor Börseneröffnung)
Mittwoch, 29. Juni
11.00 Uhr Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
Konjunkturprognose Berlin
FIFA Confederations Cup Spiel um den 3. Platz Verlierer
Halbfinale 1 - Verlierer Halbfinale 2 Leipzig 17.45 Uhr FIFA
Confederations Cup Finale Sieger Halbfinale 1 - Sieger
Halbfinale 2 Frankfurt 20.45 Uhr
USA: 3Com Q4-Zahlen (nach Börsenschluss) Oracle Q4-Zahlen
(nach Börsenschluss) BIP Q1 (3. Veröffentlichung) 14.30 Uhr
Donnerstag, 30. Juni
EU: Vorabschätzung Inflation Eurozone 6/05 11.00 Uhr
Geschäfts- und Verbraucherstimmung 6/05 11.00 Uhr
Geschäftsklimaindex Eurozone 6/05
USA: Persönliche Einkommen und Ausgaben 5/05 14.30 Uhr
Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 14.30 Uhr
Einkaufsmanagerindex Chicago 6/05 16.00 Uhr
FOMC Ratssitzung Sitzungsergebnis 20.15 Uhr°
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**************************************************
9. CHARTTECHNIK DOW JONES, S&P 500, NASDAQ UND
GOLD
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Index: Abstand vom 52/W-Tief 52/W-Hoch: Index-
Stand:
Änderung in Prozent vom 17.06.05 bis 24.06.05
S&P 500 14% - 2% 1.200,73 -0,84%
Nasdaq Comp 9% -3% 2.070,66 -0,89%
Dow Jones 5% - 5% 10.421,44 -1,49%
Russell 2000 24% - 2% 634,12 -1,56%
Gold 16% - 3% 436,45 +1,39%
Oel (WTI) 70% - 0% 56,45 +5,85%
30-Jahr Anl 3% - 14% 4,26 -0,16
10-Jahr Anl 2% - 15% 3,96 -0,12
Euro-Dollar 0% - 12% 1,20 -0,01
Dow Jones Industrial Index Stand am 23.06.05
10.421,44 -157,21
--------------------------------------------------