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US-Börsen: Wall Street wartet auf Zinsentscheid

 
27.06.01 17:45
US-Börsen: Wall Street wartet auf Zinsentscheid
Von Christina Kestel, Hamburg

Die New Yorker Aktienmärkte sind verhalten in den Handel gestartet. Die Marktteilnehmer warten gespannt auf die Zinsentscheidung der Fed.

Der Dow-Jones-Index notierte eine halbe Stunde nach Börsenstart bei 10.507 Punkten (plus 0,07 Prozent). Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index tendierte nahezu unverändert bei 2066 Punkten. Trotz positiver Konjunkturmeldungen vom Vortag startete der Handel verhalten. Die Investoren halten sich weitgehend zurück, hieß es zum Börsenstart in New York.

Die meisten Händler rechneten angesichts der weiter lahmenden US-Konjunktur fest mit einem neuen Wachstumsimpuls der Fed. Es wäre die sechste Zinssenkung in diesem Jahr, und würde die Zinsen auf den niedrigsten Stand seit mehr als sieben Jahren drücken. Der wichtigste Leitzins für Tagesgeld lag bislang bei vier Prozent.


Wenige Stunden vor der Zinsentscheidung der Fed spekulierten die Marktteilnehmer über die Höhe der zu erwartenden Zinssenkung. Die Börsianer spekulierten unterdessen über die Höhe der zu erwartenden Zinssenkung. "Die Wirtschaft sieht äußerst labil aus", sagte Pierre Ellis, Volkswirt bei Decision Economics. "Der Markt erwartet von der Fed, dass sie tut, was nötig ist, um die Wirtschaft vor einem steilen Abschwung zu bewahren." Die Entscheidung wird gegen 20.15 MESZ erwartet.



Dean Foods machte am Mittwoch mit einer Gewinnwarnung auf sich aufmerksam. Die Aktien sanken um 0,38 Prozent auf 39,20 $. Im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres sei der Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 42,4 Mio. $ gesunken, teilte das Unternehmen mit. Dean Foods ist der zweitgrößte Hersteller von Molkereiprodukten in den USA.



Wieder Gewinnwarnungen



Der Netzwerkausrüster 3com hatte für das vierte Quartal einen größeren Verlust ausgewiesen als erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen keinen Nachfrageschub, will aber im vierten Quartal ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen erreichen. 3com verloren im frühen Handel 3,72 Prozent auf 4,66 $.


Der Halbleiterproduzent Vitesse Semiconductors gab für das dritte Quartal eine Gewinnwarnung aus. Die Investmentbank Goldman Sachs hat daraufhin seine Ertragsprognose für das laufende Jahr um ein Drittel auf 0,22 $ je Aktie gekürzt. Vitesse gewannen 6,04 Prozent auf 17,57 $. Auch bei Xilinx gab es eine Gewinnwarnung. Die Papiere notierten bei 41,46 $ (minus 5,47 Prozent).


Der Hersteller von Kleincomputern Palm hatte zwar am Vortag für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres (1. Juni) einen Proforma-Verlust von 0,16 $ pro Aktie erzielt. Analysten waren im Mittel von einem Verlust in Höhe von 0,19 $ pro Aktie ausgegangen. Das Unternehmen wolle im zweiten Quartal 2002 die Gewinnschwelle erreichen, wesentlich früher als am Markt erwartet, hieß es. Die Aktien kletterten um 16,96 Prozent auf 6,07 $.




Ford will Kosten senken

Der Automobil-Zulieferer Pennzoil-Quaker (plus fünf Prozent bei 15,53 $) stellte vor Börsenstart ein Restrukturierungsprogramm vor. Damit sollen in den kommenden zwei Jahren 40 Mio. $ eingespart werden. Für die Gegenwart konnte das Unternehmen den Investoren jedoch wenig erfreuliches melden: Der Gewinn je Aktie im zweiten Quartal werde lediglich 13 bis 15 Cent betragen, hieß es. Analysten hatten 30 Cent erwartet.


Ford hat angekündigt, die Kosten in Europa in den kommenden vier Jahren um 30 Prozent zu senken. Die Kostensenkung werde Ergebnis des Umbauprogramms bei dem Automobilhersteller sein, hieß es. Die Aktie reagierte darauf mit plus 0,36 Prozent auf 24,88 $. Dagegen hat sich General Motors (GM) auf ein neues Projekt in Europa eingelassen. In einer 240 Mio. $ teuren Fabrik im russischen Togliatti will GM ab 2002 gemeinsam mit der russischen Avtovaz primär für den Export bestimmte Fahrzeuge produzieren. Die GM-Papiere starteten mit einem halben Prozent im Minus auf 62,29 $ in den Handel.



Der Softwarehersteller Oracle verzeichne im laufenden Quartal eine bessere Geschäftsentwicklung als im vorangegangenen und erwarte einige große Vertragsabschlüsse, sagte Oracle-Chef Larry Ellison am Dienstagabend in einem Fernsehinterview. Oracle verbesserten sich zu Handelsbeginn um 0,70 Prozent auf 18,57 $.


(mit Agenturen)


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