Wall-Streeit-Ausblick
US-Börsen hoffen auf vorweihnachtliche Bescherung
Die Händler an der Wall Street können sich in dieser Woche Hoffnungen auf ein frühes Weihnachtsgeschenk machen, das ihnen möglicherweise die US-Notenbank (Fed) beschert.
HB NEW YORK. Zwar wird von der Sitzung der Fed am Dienstag eine weitere Zinsanhebung erwartet. Sollte sie aber Signale für ein Ende des Zinserhöhungszyklus senden, dürften dies für Kauflaune sorgen. Im Fokus stehen zudem die Energiepreise, das Weihnachtsgeschäfts und jede Menge Wirtschaftsdaten.
Die US-Börsen dürften Händlern zufolge bis Dienstag in einer Art Stillstand verharren und erst einmal die Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed abwarten. Dort wird eine weitere Anhebung um einen Viertelprozentpunkt erwartet, doch halten einige Experten Hinweise auf eine baldige Pause bei den Erhöhungen für möglich - eine leicht veränderte Erklärung, ein oder zwei neue Sätze, die auf ein Ende der Zinsrunde Anfang kommenden Jahres hindeuten könnten. Nach einer Reuters-Umfrage halten dies elf von 20 befragten Volkswirten für möglich.
„Jeder geht irgendwie davon aus, dass es eine Zinsanhebung gibt“, sagte Christopher D. Johnson von Schaeffer's Investment Research. Entscheidend seien aber die Formulierungen in der Fed-Erklärung, da sich Investoren bereits am Ende des Erhöhungszyklus wähnen. „Sollte die Fed dagegen weitere Inflationsrisiken sehen, wäre dies desaströs für die Märkte“, sagte Anthony Chan von JP Morgan Asset Management.
Die Preise für Rohöl gingen am Freitag unter 60 Dollar je Barrel aus dem Handel, nachdem sie noch am selben Tag auf mehr als 61 Dollar gestiegen waren. Die Kälteperiode im größten Heizölmarkt der Welt, dem Nordosten der USA, könnte den Prognosen zufolge noch zwei Wochen andauern. Diese Entwicklung schürte die Ängste, hohe Energiepreise könnten sich negativ auf das Verbraucherverhalten und die Unternehmensgewinne auswirken.
In der vergangenen Woche schlossen alle drei Hauptindizes im Minus: Der Dow-Jones-Index hatte bis Freitag 0,91 Prozent abgegeben, der breiter gefasste S&P-500-Index 0,45 Prozent und die US-Technologiebörse Nasdaq 0,73 Prozent. An der Nasdaq ging damit eine siebenwöchige Serie von Kursgewinnen zu Ende, die längste Serie in fast sechs Jahren.
Für das Gesamtjahr rutschte der Dow in der vergangenen Woche ebenfalls ins Minus, doch Experten gehen weiterhin von einem Jahresplus von rund zwei Prozent aus. Der S&P-500 notiert bereits auf dem Niveau, das die Experten für das Jahresende erwarten.
„Wir befinden uns sozusagen in dieser Mitte-Dezember-Delle“, sagte Marc Pado von Cantor Fitzgerald & Co. Die großen Fonds würden nun schlechte Posten abstoßen. „Dann werden sie ihre Portfolios zum Jahresende aufschmücken und Aktien kaufen, die gut aussehen.“ Experten halten noch Gewinne bei den Finanztiteln sowie im Energie und Technologiesektor für möglich.
An Wirtschaftsdaten werden am Dienstag die Einzelhandels-Umsatzzahlen und am Donnerstag der Verbraucherpreis-Index erwartet, beide für den Monat November. Ebenfalls am Donnerstag berichtet die Fed über die Industrieproduktion und -auslastung im November, während am Mittwoch das US-Außenhandelsdefizit für Oktober bekannt gegeben werden soll.
Quelle: HANDELSBLATT, Montag, 12. Dezember 2005, 10:00 Uhr
...be invested
Der Einsame Samariter
US-Börsen hoffen auf vorweihnachtliche Bescherung
Die Händler an der Wall Street können sich in dieser Woche Hoffnungen auf ein frühes Weihnachtsgeschenk machen, das ihnen möglicherweise die US-Notenbank (Fed) beschert.
HB NEW YORK. Zwar wird von der Sitzung der Fed am Dienstag eine weitere Zinsanhebung erwartet. Sollte sie aber Signale für ein Ende des Zinserhöhungszyklus senden, dürften dies für Kauflaune sorgen. Im Fokus stehen zudem die Energiepreise, das Weihnachtsgeschäfts und jede Menge Wirtschaftsdaten.
Die US-Börsen dürften Händlern zufolge bis Dienstag in einer Art Stillstand verharren und erst einmal die Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed abwarten. Dort wird eine weitere Anhebung um einen Viertelprozentpunkt erwartet, doch halten einige Experten Hinweise auf eine baldige Pause bei den Erhöhungen für möglich - eine leicht veränderte Erklärung, ein oder zwei neue Sätze, die auf ein Ende der Zinsrunde Anfang kommenden Jahres hindeuten könnten. Nach einer Reuters-Umfrage halten dies elf von 20 befragten Volkswirten für möglich.
„Jeder geht irgendwie davon aus, dass es eine Zinsanhebung gibt“, sagte Christopher D. Johnson von Schaeffer's Investment Research. Entscheidend seien aber die Formulierungen in der Fed-Erklärung, da sich Investoren bereits am Ende des Erhöhungszyklus wähnen. „Sollte die Fed dagegen weitere Inflationsrisiken sehen, wäre dies desaströs für die Märkte“, sagte Anthony Chan von JP Morgan Asset Management.
Die Preise für Rohöl gingen am Freitag unter 60 Dollar je Barrel aus dem Handel, nachdem sie noch am selben Tag auf mehr als 61 Dollar gestiegen waren. Die Kälteperiode im größten Heizölmarkt der Welt, dem Nordosten der USA, könnte den Prognosen zufolge noch zwei Wochen andauern. Diese Entwicklung schürte die Ängste, hohe Energiepreise könnten sich negativ auf das Verbraucherverhalten und die Unternehmensgewinne auswirken.
In der vergangenen Woche schlossen alle drei Hauptindizes im Minus: Der Dow-Jones-Index hatte bis Freitag 0,91 Prozent abgegeben, der breiter gefasste S&P-500-Index 0,45 Prozent und die US-Technologiebörse Nasdaq 0,73 Prozent. An der Nasdaq ging damit eine siebenwöchige Serie von Kursgewinnen zu Ende, die längste Serie in fast sechs Jahren.
Für das Gesamtjahr rutschte der Dow in der vergangenen Woche ebenfalls ins Minus, doch Experten gehen weiterhin von einem Jahresplus von rund zwei Prozent aus. Der S&P-500 notiert bereits auf dem Niveau, das die Experten für das Jahresende erwarten.
„Wir befinden uns sozusagen in dieser Mitte-Dezember-Delle“, sagte Marc Pado von Cantor Fitzgerald & Co. Die großen Fonds würden nun schlechte Posten abstoßen. „Dann werden sie ihre Portfolios zum Jahresende aufschmücken und Aktien kaufen, die gut aussehen.“ Experten halten noch Gewinne bei den Finanztiteln sowie im Energie und Technologiesektor für möglich.
An Wirtschaftsdaten werden am Dienstag die Einzelhandels-Umsatzzahlen und am Donnerstag der Verbraucherpreis-Index erwartet, beide für den Monat November. Ebenfalls am Donnerstag berichtet die Fed über die Industrieproduktion und -auslastung im November, während am Mittwoch das US-Außenhandelsdefizit für Oktober bekannt gegeben werden soll.
Quelle: HANDELSBLATT, Montag, 12. Dezember 2005, 10:00 Uhr
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Der Einsame Samariter