Urlaub 2003: Brückentageplaner (was für ein Wort)


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vega2000:

Urlaub 2003: Brückentageplaner (was für ein Wort)

 
21.10.02 14:28
Auf die Brückentage, fertig, los!
Viele Feiertage liegen nächstes Jahr reichlich ungünstig, Brückentage sind Mangelware - Ein Urlaubsplaner für 2003.

Die Überlegungen für die Urlaubsplanung 2003 laufen bei vielen Arbeitnehmern schon jetzt auf Hochtouren. Neben den Schulferien sind oft die "Brückentage" besonders begehrt, jene Arbeitstage, die zwischen einem Feiertag in der Woche und einem Wochenende liegen. Wer dann Urlaub nimmt, kann eine Kurzreise machen, ohne das Konto der Urlaubstage groß zu belasten.

So mancher Arbeitgeber sieht dieses Prinzip gar nicht gern. Um so mehr dürfte es die Chefs freuen, dass sich 2003 weniger Gelegenheiten für überlange Wochenenden als in diesem Jahr bieten: Mehrere Feiertage verschieben sich im Kalender von Donnerstag auf Freitag. Das bedeutet zwar ein verlängertes Wochenende, aber eben keine echte "Brücke".

Beispiel 3. Oktober: Der Tag der Deutschen Einheit fällt im kommenden Jahr auf einen Freitag. Auch Weihnachten und das folgende Wochenende sind 2003 nicht auf der Seite der Arbeitnehmer: Heiligabend fällt auf einen Mittwoch, somit folgt auf die beiden Weihnachtsfeiertage unmittelbar das Wochenende. Zwar fünf freie Tage am Stück, eine "Brücke" fällt allerdings flach.

Zwei Feste, die nur in einigen Bundesländern Gesetzliche Feiertage sind, fallen im Jahr 2003 ebenfalls auf einen Freitag: Mariä Himmelfahrt am 15. August, Feiertag im Saarland und Teilen Bayerns, sowie der Reformationstag am 31. Oktober , Feiertag in Ostdeutschland mit Ausnahme Berlins. Der katholische Allerheiligen-Tag am 1. November, an dem in Nordrhein-Westfalen, in Süddeutschland sowie in Rheinland-Pfalz und im Saarland frei ist, rutscht im Kalender 2003 auf einen Samstag.

Das knappe Kontingent an "Brückentagen" bedeutet Zoff mit Kollegen, die Gleiches im Sinn haben. Vor allem um freie Tage im Mai und Juni werden sich Streits unter den Kurzurlaubs-Willigen entzünden. Gleich zwei, in einigen Bundesländern sogar drei Donnerstage sind Feiertage: Der 1. Mai und Christi Himmelfahrt am 29. Mai und in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Teilen von Sachsen und Thüringen kommt noch der Fronleichnams-Tag am 19. Juni dazu.

Neben der Möglichkeit, kurze "Brücken" mit jeweils vier freien Tagen zu basteln, bieten sich im Frühling und Frühsommer 2003 auch längere Reisen an, für die nicht zwei komplette Wochen frei genommen werden muss. Günstig wirkt sich der späte Ostertermin aus: Mit Karfreitag am 18. April und Ostermontag am 21. April lässt sich zum Beispiel eine Verbindung mit dem 1. Mai knüpfen, für insgesamt 17 Ferientage inklusive Wochenenden müssen dann nur 8 Tage Urlaub genommen werden.

Eine ähnliche Chance, 16 Ferientage bei 8 genommenen Tagen Urlaub, besteht in den katholischen Gegenden, wenn die Reise für den Zeitraum über Pfingsten am 8. und 9. Juni und Fronleichnam geplant wird.

Personalexperten empfehlen, im Kollegenkreis möglichst früh über Urlaubswünsche an den jeweiligen "Brückentagen" zu reden. In Fertigungsbereichen, in denen Schichten besetzt werden müssen, seien die Spielräume für solche freien Tage naturgemäß enger als in Forschungs- und Verwaltungsabteilungen, sagt Karlheinz Groebmair von Siemens in München. Bei dem Elektronikkonzern haben die Mitarbeiter in den einzelnen Teams im Zusammenspiel mit ihren direkten Chefs in der Regel freie Hand, zu bestimmen, wer wann freinehmen kann. Wichtig sei Transparenz innerhalb der Abteilung, "so dass man frühzeitig weiß, was Kollegen vorhaben und wo man sich selbst eintragen kann."

Bei der HypoVereinsbank muss nur "sicher gestellt sein, dass dem Kundenbedarf entsprechend genug Personal da ist", betont ein Sprecher des Geldinstituts in München. Für die Mitarbeiter bedeute das zumeist gute Möglichkeiten, an "Brückentagen" frei zu machen, "da wir wissen, dass dann weniger Kunden zu uns kommen als an anderen Werktagen".

Denn viele Menschen nutzen ihre freien "Brückentage" nicht dazu, daheim liegen gebliebenen "Papierkram" zu erledigen, sondern sind tatsächlich als Kurzurlauber unterwegs. Das belegen die Stauauswertungen des ADAC in München. Ist zum Beispiel an einem Donnerstag ein Gesetzlicher Feiertag, schwillt der Reiseverkehr auf den Fernstraßen stark an: "Das ist vergleichbar mit der Hochsaison im Sommer", sagt Erwin Braun, Leiter der ADAC-Verkehrsredaktion. Am Freitag und Samstag sei es bei solchen Konstellationen dann meist ruhig auf den Straßen, bevor sich am Sonntag abend Kurzreisende und Wochenendpendler auf der Autobahn treffen und erneut für dichten Verkehr mit Staus sorgen. Dank dem Stress, der dabei entsteht, ist bei manchem Kurzurlauber die Erholung auf der Heimfahrt schon wieder dahin.


Süddeutsche Zeitung
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