treiben. Die zur manipulativen Bilanzierung erforderlichen Frei-
raeume sind in US-GAAP in breiter Vielfalt vorhanden. So gelang
hiervon etwas wussten. Aufgedeckte "Geheimmissionen" dieser Art
stehen uns noch einige bevor.
die eigene Nase fassen. So war es jahrelang fuer eine gute Kurs-
stens um 1 Cent uebertroffen wurde. Wurde keine lineare Wachs-
unterschritten bzw. im naechsten Quartal um 3 Cents uebertroffen,
bemaengelten Investoren mangelnde Planungssicherheit.
sche Korrekturen in erheblichem Ausmass erlaubt.
waehrend die Finanzierungskosten nicht ausgewiesen werden mues-
sen. Dieses Kartenhaus stuerzt erst in sich zusammen, wenn die
Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden koennen.
An der Erreichung dieses Punktes, an dem naemlich die Kredite
nicht mehr oder nicht mehr in vereinbarten Umfang bedient werden
koennen, hat die nachhaltige Konjunkturschwaeche natuerlich erheb-
lichen Anteil. Waere die Konjunkturbaisse nicht gekommen, haetten
diese Missstaende noch lange angedauert. Insofern koennen wir der
Rezession dankbar sein, die zu einer erheblichen Marktbereinigung
auf allen Ebenen fuehrt. Beim naechsten Aufschwung erhaelt der
Investor wieder das, was auf dem Etikett steht.
Anleger sollten nun jedoch nicht verzweifeln, sondern beginnen,
antizyklisch die Werte herauszufiltern, welche die Wegbereiter
des naechsten Aufschwungs sein werden. Hierbei muss insbesondere
auf Substanz geachtet werden. Vor diesem Hintergrund halten sich
insbesondere die defensiven Werte weiter gut, Substanz gibt es
jedoch genauso im Technologiesektor.
Dass die "guten alten Zeiten" jedoch bei den zum Teil arrivierten
BlueChips wie CISCO, YAHOO, CIENA oder INTEL etc. noch lange auf
sich warten lassen werden, ist offensichtlich. Wir konzentrieren
uns vor diesem Hintergrund bereits seit geraumer Zeit auf aus-
sichtsreiche, fundamental attraktiv bewertete Nebenwerte sowie
auf aussichtsreiche Titel der Emerging Markets, die ueber Jahre
hinweg ein weitaus hoeheres Wachstumspotential aufweisen.
Die deutlichen Kursgewinne vom Mittwoch und Freitag koennen noch
nicht als Bodenbildung oder Turnaroundsignal gewertet werden,
sondern sind die Folge von Shorteindeckungen. Aktive Investoren
sollten derzeit weiterhin nur spezielle, selektive Anlagechancen
wahrnehmen, strategische Investoren konzentrieren sich weiterhin
auf Qualitaet und Substanz (bspw. GENERAL ELECTRIC, PROCTER &
GAMBLE, AMGEN, PHILIP MORRIS etc.).
Am Mittwoch haelt FED-Chairman Alan Greenspan eine seiner Reden
vor dem Senat in Washington. Hierbei erhoffen sich Investoren
weiteren Aufschluss ueber die Entwicklung der US-Konjunktur, auch
wenn die Konjunkturdaten im Hinblick auf das Enron-Syndrom zu-
letzt in den Hintergrund rueckten. Wie sich Anleger nun strate-
gisch verhalten sollten, lesen Sie unter Menuepunkt 4 ....
4. STRATEGIE: Machen Sie sich frei von der Nachrichtenlage!
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Kurzfristig bestimmt die Marktstimmung, langfristig bestimmt al-
lein die konjunkturelle Entwicklung die Boersenkurse. Aktuell
sehen wir aufgrund des schlechten Marktsentimentes, vornehmlich
auf das Enron-Syndrom zurueckzufuehren (siehe hierzu auch Edito-
rial), sehr niedrige Boersenkurse.
KONKURS-REKORD: Im vergangenen Jahr 2001 meldeten in den USA
knapp 260 Unternehmen mit einer Gesamtbilanzsumme von ueber 250
MRD USD in Konkurs bzw. beantragten Glaeubigerschutz nach Chap-
ter 11. Dies ist bislang absoluter Rekord.
Dies in Verbindung mit den juengsten Unregelmaessigkeiten bei
der Bilanzierung sorgt dafuer, dass sowohl Banken im Corporate
Business als auch Analysten, Investoren und nicht zuletzt die
Boersenaufsicht saemtliche zukuenftigen und vergangene Bilanzen
mit Argusaugen ueberprueft. Das Resultat hiervon wird sein, dass
die Bilanzen wieder mit rationellen Massstaeben gemessen werden
koennen - hierueber sollte sich jeder Investor freuen!
Aberwitzige Spielchen wie Bewertungen nach EBITDA- oder noch
schlimmer EBITDASO-Vergleich gehoeren zukuenftig gluecklicher-
weise der Vergangenheit an. Was zaehlt, ist letztendlich aus-
schliesslich der Betrag UNTER dem Strich!
Unternehmen, Investoren, Analysten und "Empfehlungs-Spezialis-
ten" wie Merrill Lynch, denen es in Boomzeiten mit den kreativ-
sten Bewertungsmasstaeben gelang, auch noch den letzten Anleger
in den Aktienmarkt hineinzupeitschen, kehren nun allesamt zur
Schulbank zurueck.
Wir sehen also zusaetzlich zum konjunkturellen Selektionsprozess
auch eine Bereinigung des Marktes in bewertungstechnischer Hin-
sicht:
DIE FAULEN AEPFEL FALLEN JETZT AUS DEN BAEUMEN!
Dieser Saeuberungsprozess wird derzeit mit inquisitorischer
Gruendlichkeit betrieben und ist zwar zunaechst ein schmerzhafter
Prozess, anschliessend aber werden sich Investoren jedoch ueber
eine deutlich hoehere Transparenz freuen koennen!
Sehen wir uns vor diesem Hintergrund die grundlegenden konjunktu-
rellen Rahmendaten an:
KONJUNKTURERHOLUNG NICHT MEHR AUFZUHALTEN!
Investoren sollten sich jetzt von der kurzfristigen Nachrichten-
lage freimachen und sich dem makrooekonomischen Umfeld zuwenden,
das sich wesentlich konstruktiver als die aktuelle Stimmung ge-
staltet:
- Die Steuerbelastung der Amerikaner sinkt 2002 und darueber
hinaus weiter
- Die Energiepreise sinken weiter
- Der Abbau der Lagerbestaende bewegt sich auf Rekordniveau
- keine Inflationsgefahr durch Zinserhoehungen ab Q. 3
- Book-to-Bill-Ratio (Chipindustrie) steigt weiter Richtung 1,0
(jetzt 0,81, im April 2002 lag sie noch bei 0,44!) - ein Wert
ueber 1,0 signalisiert Wachstum
Dies alles, insbesondere die ersten 4 Punkte in Verbindung mit
dem niedrigen Zinsniveau, staerkt die Kaufkraft der US-Amerikaner
deutlich. Wir gehen daher davon aus, dass das Wirtschaftswachstum
der USA in den naechsten 24 Monaten positiv ueberraschen wird!
Investoren sollten sich nun auf Unternehmen konzentrieren, die
einen geringen Verschuldungsgrad (die Kreditkosten muessen erst
mal erwirtschaftet werden), eine adaequat positive operative Mar-
ge, sowie gute CashFlows erwirtschaften. Diese Faktoren werden in
hohem Masse von der Effizienz des jeweiligen Geschaeftsmodells
bestimmt, so dass Anleger hierbei lediglich in Unternehmen inves-
tieren sollten, die ein hohes Mass an Transparenz aufweisen.
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5. PHILIP MORRIS / beruhigt investieren: Top-Langfrist-Anlage
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Philip Morris ist ein defensiver Wert, der gleichzeitig sehr
guenstig bewertet ist und stellt fuer den Anleger daher nicht nur
in Anbetracht der aktuellen Unsicherheit an der Boerse eine viel-
versprechende Investmentgelegenheit dar.
Die 1850 gegruendete Philip Morris (MO), ein fuehrender Herstel-
ler von Tabakprodukten und verpackten Nahrungsmitteln, ist mit
einem Marktanteil von 50% Amerikas fuehrender Zigarettenherstel-
ler (bspw. Malboro) und fuehrt im Nahrungsmittelbereich eine Rei-
he bekannter und weltweit etablierter Marken wie Kraft, Jacobs,
Milka oder Toblerone in seinem breitgefassten Produktportfolio.
MO verfuegt ueber eine Reihe von hervorragend positionierten
Tochtergesellschaften wie bspw. MILLER BREWING, (NR.2 in USA),
KRAFT FOODS oder NABISCO HOLDINGS. Die Geschaeftsbereiche teilen
sich in die 6 Segmente Tabak National (29% Umsatzanteil), Tabak
International (30%), Nahrungsmittel National (27%), Nahrungsmit-
tel International (9%) und Getraenke/Bier (9%) sowie Financial
Services, mit einem noch unbedeutenden Umsatzanteil.
Ende letzten Jahres kuendigte MO an, die Muttergesellschaft in
Altria Group umzubenennen. Derzeit traegt das Gesamt-Unternehmen
den Namen der Tabakaktivitaeten, was aufgrund des mittlerweile
hohen Anteils der Nahrungsmittelaktivitaeten nicht mehr sinnvoll
erscheint. Die operativen Toechter und Marken werden ihre Namen
entsprechend beibehalten. Insgesamt ist MO in 180 Laendern prae-
sent und beschaeftigt derzeit knapp 180.000 Mitarbeiter.
MO hat mit einem operativen Umsatzwachstum von ueber 11% im Kon-
junkturbaissejahr 2001 ein hervorragendes operatives Wachstum
erzielt, Kraft (Nahrungsmittel) konnte im dritten Quartal auf-
grund der Einfuehrung zahlreicher neuer Produkte gar einmPlus
von 35% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbuchen.
Insgesamt gelang es MO in den letzten Jahrzehnten, den jaehrli-
chen Gewinn kontinuierlich um 10-15% zu steigern. Selektive Ak-
quisitionen in Verbindung mit stringenten Kostenkontrollen und
der Aufbau eines hervorragend ausgestatteten Markenportfolios
trugen im Besonderen hierzu bei. Wir gehen davon aus, dass der
Konzern diesen beeindruckenden Track-Record auch in 2002 fort-
setzen wird.
Im laufenden Geschaeftsjahr 2002 erwarten wir ein Gewinnwachstum
von 10% auf ein EPS von 4,85 USD. Auf Basis des aktuellen Aktien-
kurses von 52 USD entspricht dies einem 02e-KGV von weniger als
11. Bei verbesserten konjunkturellen Rahmenbedingungen sollte der
Konzern in 2003 den Gewinn um rund 13% auf 5,48 USD steigern, was
einem 03e-KGV von 9,5 entspricht. Auch das PEG-Ratio von 0,7 im-
pliziert bei hoher Planungssicherheit eine aktuell aeusserst att-
raktive Fundamentalbewertung. Ferner erwarten wir fuer 2003e eine
Dividendenrendite von ueber 5%, was ein Investment noch attrakti-
ver erscheinen laesst.
Auch generiert die Charttechnik derzeit ein langfristiges Kauf-
signal, so wurde das mittelfristige Hoch nach dreimaligem Anlauf
schliesslich in der letzten Woche nachhaltig nach oben durchbro-
chen. Derzeit bei 52 USD notierend, sollte auch das Alltime-High
vom Dezember 98 bei 58 USD mittelfristig ueberschritten werden
koennen:
In Verbindung mit der guenstigen Fundamentalbewertung und den zu-
nehmend ueberschaubaren Risiken hinsichtlich der Tabak-Schadens-
ersatzklagen gehen wir bis Jahresende von einem Kursziel von 60
USD aus. Unser Rating lautet daher auf "Strong Buy". Anleger
sollten sich hierbei den Cost-Average-Effekt zu Nutze machen,
insbesondere bei einem technisch denkbaren Rueckschlag auf unter
50 USD sollte zugekauft werden.
Langfristige Anleger sollten auf dem aktuellen Kursniveau daher
eine Einstiegsposition aufbauen und Kursschwaechen gezielt zur
Positionsaufstockung nutzen, bis der vorgesehene Portfolioanteil
erreicht ist. MO ist ein guenstig bewerteter, defensiver Basis-
wert mit hervorragenden Langfristperspektiven. Eine Aktien-Port-
foliogewichtung bis zu 15% erscheint also durchaus verantwortbar.
Aus charttechnischer Sicht kann zunaechst kurzfristig eine Konso-
lidierung bzw. eine Kurskorrektur folgen.
PHILIP MORRIS (NYSE: MO), WKN
851777 Marktkapitalisierung: 114 MRD USD
EPS 03e: 5,48 USD
KGV 03e: 9,5
KUV 02e: 1,5
XETRA-Kurs 22.02: 58,74 Euro
52-Wochen-Hoch: 60,40 Euro
52-Wochen-Tief: 47,35 Euro
Kursziel 12 Monate. 60,00 USD
empfohlenes Stop-Loss: 47,00 USD
Unser Anlage-Urteil: "Strong Buy"
OPTIONSSCHEIN-TRADING (alle Kurse EUWAX, Boerse Stgt)
SPEKULATIV
Risikobereite Anleger koennen auch den Erwerb eines lang laufen-
den Call-Optionsscheins erwaegen. Hierfuer halten wir folgenden
hochspekulativen CALL-Optionschein als geeignet:
WKN Emittent Basis- Faell- Brief- Omega
preis igkeit kurs
536750 Goldman Sachs 65 USD 25.03.03 0,13 9,43
Hierbei sollten sich Anleger jedoch ueber die erhoehten Risiken
beim Handel mit Optionsscheinen bewusst sein und eine adaequate
Limittechnik verfolgen. Oben aufgefuehrter Call-Optionsschein
eignet sich nicht als Investment, sondern aufgrund seines hohen
Basispreises lediglich als hochspekulative Wette auf einen wei-
ter steigenden Kurs (Omega ueber 9%!).
Somit sollte ausschliesslich Risikokapital verwendet werden,
dessen Totalverlust von vorne herein mit einkalkuliert werden
muss. Den hohen Risiken stehen entsprechend hohe Gewinnchancen
gegenueber: Steigt der Kurs bis Ende Juni des laufenden Jahres
auf 58 USD, sind Kursgewinne von knapp 50% zu erwarten.
LAENGERFRISTIG
Fuer etwas weniger spekulativ eingestellte Anleger eignet sich
der folgende Call auf Philip Morris mit laengerer Laufzeit und
geringerem Basispreis:
WKN Emittent Basis- Faell- Brief- Omega
preis igkeit kurs
581812 Sal.Oppenheim 45 USD 11.12.03 1,34 3,38
Auch hierbei sollten sich Anleger ueber die erhoehten Risiken
beim Handel mit Optionsscheinen bewusst sein und eine adaequa-
te Limittechnik verfolgen.
Gruß Pichel