Deutscher Aktienindex wieder unter 5 000 Punkten
Unter Börsianern macht sich Ernüchterung breit
CHRISTIAN SCHNELL
HANDELSBLATT, 29.11.2001
FRANKFURT/M. Nach Wochen, in denen der Deutsche Aktienindex (Dax) fast nur eine Richtung kannte, ist spätestens seit gestern wieder Ernüchterung eingekehrt. Die unerwartet schwachen US-Verbraucherzahlen, die bereits am Dienstag zu deutlichen Verlusten führten, mussten auch gestern als Begründung herhalten. Mit ihnen bekommen nun auch die Skeptiker wieder neuen Boden, die nach dem deutlichen Kursanstieg zuletzt vor Übertreibungen warnten. Zeitweise lagen gestern alle 30 Dax-Wert im Minus. Die schlechte Stimmung hellte sich zwar gegen Abend auf, der Leitindex gab jedoch 1,4 % nach und lag damit wieder deutlich unter der Marke von 5 000-Punkten.
Ist die Stimmung an der Börse schlecht, bekommen dies gewöhnlich zuerst die Technologiewerte zu spüren. Das war auch gestern so. Die jüngsten Kurssteigerungen könnten wohl schon wieder zu übertrieben ausgefallen sein, hieß es auf dem Parkett. Es überraschte deshalb nicht, dass Infineon ganz oben auf der Verliererliste stand. Immerhin hatten sich die Papiere der Siemens-Tochter seit ihren Tiefständen Ende September inzwischen wieder verdoppelt. Dicht hinter Infineon folgte mit Epcos eine weitere Siemens-Tochter. Da nützte es auch nichts, dass der Bauelemente-Hersteller von der Analysten von West LB Panmure mit Lob überschüttet wurde. Die Talsohle sei durchschritten, hieß es gestern aus Düsseldorf. Deshalb werde sich Epcos besser als der Gesamtmarkt entwickeln („Outperformer“). Vom Kursziel bei 69 Euro ist die Aktie nach ihrem gestrigen Abrutschen auf einen Kurs unter 53 Euro jedoch nun wieder ein Stückchen weiter entfernt.
Gewinne konnten am Abend nur ganz wenige Werte vorweisen, und wenn, dann fielen sie gering aus. Beim Versorger Eon gab es nach den Verlusten der vergangenen Tage eine Gegenreaktion. Ebenso wurden die leichten Zugewinne bei Preussag interpretiert. Lediglich die Papiere von Adidas-Salomon konnten uneingeschränkt ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Seit Monatsbeginn hat die Aktie damit bereits etwa 20 % an Wert gewonnen. Charttechnisch steht sie damit nur noch knapp unter der wichtigen Marke von 75 Euro, hieß es von Analysten. Allerdings hätten nach den guten Zahlen für das dritte Quartal zuletzt auch wieder verstärkt institutionelle Anleger nach der Aktie mit den drei Streifen gegriffen.
Verluste musste auch der M-Dax, der Index der mittelgroßen Werte, hinnehmen. Allerdings fielen sie mit 0,7 % auf 4 243 Punkte moderat aus. Leichter tendierten die Regionalbörsen in München, Stuttgart und Hannover. Kaum verändert zeigte sich die Düsseldorfer Börse. Behaupten konnten sich die Kurse an den Börsen in Bremen, Berlin und Hamburg.
HANDELSBLATT, Donnerstag, 29. November 2001, 06:01 Uhr
Unter Börsianern macht sich Ernüchterung breit
CHRISTIAN SCHNELL
HANDELSBLATT, 29.11.2001
FRANKFURT/M. Nach Wochen, in denen der Deutsche Aktienindex (Dax) fast nur eine Richtung kannte, ist spätestens seit gestern wieder Ernüchterung eingekehrt. Die unerwartet schwachen US-Verbraucherzahlen, die bereits am Dienstag zu deutlichen Verlusten führten, mussten auch gestern als Begründung herhalten. Mit ihnen bekommen nun auch die Skeptiker wieder neuen Boden, die nach dem deutlichen Kursanstieg zuletzt vor Übertreibungen warnten. Zeitweise lagen gestern alle 30 Dax-Wert im Minus. Die schlechte Stimmung hellte sich zwar gegen Abend auf, der Leitindex gab jedoch 1,4 % nach und lag damit wieder deutlich unter der Marke von 5 000-Punkten.
Ist die Stimmung an der Börse schlecht, bekommen dies gewöhnlich zuerst die Technologiewerte zu spüren. Das war auch gestern so. Die jüngsten Kurssteigerungen könnten wohl schon wieder zu übertrieben ausgefallen sein, hieß es auf dem Parkett. Es überraschte deshalb nicht, dass Infineon ganz oben auf der Verliererliste stand. Immerhin hatten sich die Papiere der Siemens-Tochter seit ihren Tiefständen Ende September inzwischen wieder verdoppelt. Dicht hinter Infineon folgte mit Epcos eine weitere Siemens-Tochter. Da nützte es auch nichts, dass der Bauelemente-Hersteller von der Analysten von West LB Panmure mit Lob überschüttet wurde. Die Talsohle sei durchschritten, hieß es gestern aus Düsseldorf. Deshalb werde sich Epcos besser als der Gesamtmarkt entwickeln („Outperformer“). Vom Kursziel bei 69 Euro ist die Aktie nach ihrem gestrigen Abrutschen auf einen Kurs unter 53 Euro jedoch nun wieder ein Stückchen weiter entfernt.
Gewinne konnten am Abend nur ganz wenige Werte vorweisen, und wenn, dann fielen sie gering aus. Beim Versorger Eon gab es nach den Verlusten der vergangenen Tage eine Gegenreaktion. Ebenso wurden die leichten Zugewinne bei Preussag interpretiert. Lediglich die Papiere von Adidas-Salomon konnten uneingeschränkt ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Seit Monatsbeginn hat die Aktie damit bereits etwa 20 % an Wert gewonnen. Charttechnisch steht sie damit nur noch knapp unter der wichtigen Marke von 75 Euro, hieß es von Analysten. Allerdings hätten nach den guten Zahlen für das dritte Quartal zuletzt auch wieder verstärkt institutionelle Anleger nach der Aktie mit den drei Streifen gegriffen.
Verluste musste auch der M-Dax, der Index der mittelgroßen Werte, hinnehmen. Allerdings fielen sie mit 0,7 % auf 4 243 Punkte moderat aus. Leichter tendierten die Regionalbörsen in München, Stuttgart und Hannover. Kaum verändert zeigte sich die Düsseldorfer Börse. Behaupten konnten sich die Kurse an den Börsen in Bremen, Berlin und Hamburg.
HANDELSBLATT, Donnerstag, 29. November 2001, 06:01 Uhr