DJ TOP EU: Unicredit plant Kapitalerhöhung über 13 Mrd Euro - Kreise
--Entscheidung nach italienischem Verfassungsreferendum
--Vier Angebote für Vermögensverwaltung Pioneer
Von Giovanni Legorano
MAILAND (Dow Jones)--Die italienische Großbank Unicredit plant Kreisen zufolge zur Stärkung der Kapitalbasis eine massive Kapitalerhöhung im Volumen von 13 Milliarden Euro. Die Bank werde über den Zeitpunkt der Kapitalerhöhung, dessen Volumen nur knapp unter der Marktkapitalisierung der Bank liegen würde, nach den Ergebnissen zum Referendum über die Verfassungsreform am 4. Dezember entscheiden, sagten mit der Situation vertraute Personen.
Sollte die Mehrheit der Bevölkerung bei der Volksbefragung in Italien mit "Nein" stimmen, könnte dies zum Rücktritt der Regierung um Premier Matteo Renzi führen. Damit könnte wieder eine Periode der Verunsicherung an den Märkten eingeleitet werden.
Am 13. Dezember wolle die Bank einen neuen Strategieplan vorstellen, der neben der Kapitalerhöhung auch den Verkauf von Vermögswerten und drastische Einsparungen vorsehen könnte.
Verkäufe von Unternehmensteilen laufen bereits
Seit Ende des zweiten Quartals hat die Bank bereits einen Anteil von 30 Prozent an der Finecobank SpA und einen Anteil von 10 Prozent an der Bank Pekao SA verkauft. Damit steigerte sie ihre harte Kernkapitalquote unter Vollumsetzung des Bankenregelwerks Basel 3 auf 10,82 Prozent.
Außerdem führt Unicredit derzeit Gespräche über eine Verkauf seines Vermögensverwalters Pioneer Investments, für den die Bank bis vergangenen Freitag vier verbindliche Angebote in einer Spanne von 3,7 Milliarden bis 4 Milliarden Euro erhalten hat, wie eine weitere informierte Person sagte.
Am Freitag bestätigte Unicredit, Angebote erhalten zu haben, sagte aber nichts zum Inhalt und warnte, dass es keine Sicherheit gebe, dass diese Gespräche zu einer Transaktion führten.
Ein Informant sagte, dass Unicredit am Montag zwei der vier Bieter streichen würde. Die vier sind ein Konsortium rund um die Poste Italiane, Amundi SA aus Frankreich, Macquarie und Ameriprise Financial. Poste hatte bereits eine Offerte bestätigt. Amundi und Ameriprise Financial reagierten nicht auf Bitten um Stellungnahmen. Macquarie und Unicredit lehnten einen Kommentar ab.
Italiens Banken sind massiv unter Druck
Die italienischen Banken haben mit massiven Volumina an notleidenden Krediten und einer chronisch niedrigen Profitabilität zu kämpfen. Die Aktien der italienischen Institute sind seit Jahresbeginn um mehr als 40 Prozent gefallen. Die Aktie der Unicredit hat seit Januar sogar mehr als 55 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Zum Vergleich: In Europa insgesamt betrug der Rückgang 14 Prozent.
Quelle: www.consorsbank.de/News/...APITALERHOEHUNG-UEBER-13-MRD-EURO---KREISE