auch wenn es einige von Euch nicht mehr Lesen können.
Potter-Boom erst 2002 auf Hochtouren
Berlin mig - Der Start des Harry-Potter-Films vergangenen Donnerstag in Deutschland ließ wie zuvor in den USA Aktienkurse nach oben schießen. So stieg beispielsweise der Kurs der Achterbahn AG, größter Lizenznehmer für Potter-Produkte im deutschsprachigen Raum, in dieser Woche von 22,5 auf 27 Euro am Freitagnachmittag. Tendenz steigend.
"Dabei ist der eigentliche Verkaufs-Boom erst nächstes Jahr zu erwarten", sagt Vorstands-Referent Lutz Bienek. Das Kieler Unternehmen, bekannt geworden durch den Motorrad fahrenden Proleten "Werner beinhart", erwarb für eine einstellige Millionensumme die Potter-Lizenzrechte von AOL Time Warner, dessen Warner-Studio den Film produzierte.
Die Achterbahn-Spekulation: Kommt der Film 2002 im Frühjahr in die Videotheken und ist als DVD im Handel, wird sich die Harry-Potter-Produkt-Palette erst recht verkaufen. Im Sommer dann erscheint Buch-Band fünf. Dann wird das derzeit noch aus 250 Merchandising-Produkten bestehende Angebot erweitert. Im Herbst soll "Harry Potter, Teil zwei" in den Kinos anlaufen. "Das wird eine weitere Verkaufswelle auslösen", ist sich Bienek sicher. Bereits für dieses Jahr rechnet die Achterbahn AG mit Umsatzerlösen von 30 Millionen Mark allein aus dem Potter-Geschäft.
Auch die Dino-Entertainment AG in Stuttgart, deren Kerngeschäft bislang im Printbereich lag, gehört zu jenen 40 deutschen Firmen, die Lizenzen gekauft haben. "Wir haben zwölf Objekte erworben", sagt Unternehmenssprecher Steffen Volkmer, "und natürlich hoffen auch wir, dass sich Potter vom derzeitigen Hypeseller zum Longseller entwickelt."
International läuft die Vermarktungsmaschinerie ebenfalls auf Hochtouren. Coca-Cola hat sich die Cross-Promotion-Rechte an Filmen und Videos gesichert. Spielzeughersteller Mattel ist im Besitz der Haupt Lizenz zur Herstellung aller Potter-Spielzeuge, und Uhrenhersteller Fossil wird demnächst eine Potter-Uhr auf den Markt bringen.
All diese Verkaufsaktivitäten orientieren sich an den Umsatzerwartungen, die AOL Time Warner an diesen Film-Erfolg knüpft. Analysten schätzen, dass der erste Potter-Film in den USA zwischen 250 und 350 Millionen Mark einspielen wird.
"Für die Merchandising-Industrie war der Filmstart unendlich wichtig", sagt Ralf Uhlig von der Achterbahn betreuenden Agentur Ziegler & Ziegler, "endlich erhält Harry Potter dadurch ein einheitliches Gesicht. Bisher hatte doch jeder Leser sein eigenes, individuelles Bild vom Zauberlehrling im Kopf. Das ist jetzt Gott sei Dank vorbei."
Dass Harry Potter ein Verkaufsschlager werden würde, hatte AOL Time Warner mittels einer Untersuchung bereits im Vorfeld durch eine Umfrage abgeklärt. 72 Prozent der Befragten hatten sich als Leser der Bücher geoutet und angegeben, dass sie sich den Film auf jeden Fall ansehen würden. Aber auch 52 Prozent Nicht-Leser hatte der Vorfilm-Rummel um Potter so neugierig gemacht, dass sie ins Kino gehen wollten.
"Wir hoffen, dass es mit ,Harry Potter' so wird wie bei ,Jurassic Park'", sagt Achterbahn-Sprecher Bienek, "die Erlöse aus dem Merchandising mit Dinosauriern waren am Ende höher als die Erträge aus dem reinen Filmgeschäft."
Quelle: www.welt.de/daten/2001/11/25/1125wi297922.htx
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