"Auswirkungen auf die europäische Peripherie"
(Dieser kurze Auszug sagt in welcher Schieflage befinden sich auch deutsche Banken)
Die wirtschaftlichen Probleme Spaniens sind mit der gesamten europäischen Peripherie verbunden. Der Boom, der auf die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro folgte, zog sowohl billiges Geld durch negative Zinsraten als auch eine drastische Überbewertung der Preise, gemessen an den effektiven Zinsen, nach sich. Spanien und der Rest der europäischen Peripherie können ihre Probleme entweder nur durch massive Produktivitätsgewinne – wozu weitere Massenentlassungswellen in der Wirtschaft unerlässlich sind und aus diesem Grunde höchst unwahrscheinlich ist – oder durch eine drastische Reduzierung der Gehälter lösen, ein Prozess, der sich – siehe Griechenland – langsam und äußerst schmerzhaft vollziehen wird. Man könnte die Reduzierung der Gehälter und Preise eine „interne Devaluation, sprich Abwertung“ nennen.
Solch eine interne Abwertung wird große Verluste für die einheimischen Banken wie auch für die externen Gläubiger zur Folge haben. Am Beispiel vieler osteuropäischer Länder – namentlich Ungarn, Lettland, Rumänien oder einzelnen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens – hat sich bereits gezeigt, dass der daraus entstehende Schaden – insbesondere für die Gesellschaft in Gänze – schlimm sein wird. Siehe hierzu nochmals unseren vormaligen Artikel: “Spaniens “Food Lines” werden länger” oder “Spanien: Schrumpfende Staatseinnahmen durch Mietbetrug”.
Im Falle von Spanien werden die Abschreibungen auf ausstehende Hypothekenschulden massiv sein. Die spanischen Immobilienverluste können bei gut und gern über €250 Milliarden liegen, wenn der Abschreibungsprozess nicht mehr länger in die Zukunft verlagert werden kann. Wer möchte, liest sich dazu auch nochmals unseren vormaligen Artikel: “Spaniens Banken: Abschreibungen beginnen” durch.
Ganz offensichtlich wollen weder die spanischen noch ausländischen Banken die Größe des Problems zugeben und ihre gehaltenen faulen Schulden abschreiben. Deswegen verstecken sie ihre Verluste bis zum heutigen Tage. Mit dem Ausbruch der europäischen Schulden- bzw. Refinanzierungskrise wird das nicht mehr sehr viel länger möglich sein. Treten diese Probleme dann auf einmal natürlich wieder vollkommen „unvorhergesehen“ zutage, dürfte mit einem potenziellen spanischen Bust die Lebensuhr der Eurozone tatsächlich abgelaufen sein".