Berlin - Die gesetzlichen Krankenkassen haben nach Informationen der "Bild"-Zeitung im ersten Halbjahr 2002 ein Defizit von 2,39 Milliarden Euro verbucht. Erstmals hätten auch die Betriebskrankenkassen ein Minus von 400 Millionen Euro verzeichnet, berichtet das Blatt. Den Ersatzkassen fehlten zur Jahresmitte demnach 1,2 Milliarden Euro, den Allgemeinen Ortskrankenkassen 852 Millionen Euro. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will die Zahlen am Montag offiziell vorlegen.
"Keine Unfallverletzungen mehr bezahlen"
Angesichts der schlechten Finanzlage forderte der Chef des Ärzteverbandes Hartmannbund, Hans-Jürgen Thomas, Einschnitte bei den Leistungen der Krankenkassen. "Die Kassen sollten keine Unfallverletzungen mehr bezahlen", schlug er in der "Bild"-Zeitung vor. Dies spare sechs bis zehn Milliarden Euro. In einer privaten Unfallversicherung ließen sich Kosten bis zu 4.000 Euro durch Monatsbeiträge zwischen 20 und 30 Euro absichern. Einige Leistungen könnten auch aus Steuermittel erstattet werden. Wenn der Staat den Kassen die Kosten für Geburten und Schwangerschaften abnehme, spare dies "noch eine Milliarde".
Seehofer: Krankenkassen-Beiträge werden steigen
Unions-Gesundheitsexperte Horst Seehofer (CSU) geht davon aus, dass die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen im nächsten Jahr steigen werden. Es werde eine "Welle der Beitragserhöhungen" geben, sagte er am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Seehofer kritisierte, dass Bundesgesundheitsministerin Schmidt in dieser Legislaturperiode keine Gesundheitsreform auf den Weg gebracht habe. Die Regierung bekomme jetzt die Quittung für ihr "Nicht-Handeln", sagte er mit Blick auf das Defizit.
Seehofer, der nach einem etwaigen Wahlsieg von Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) wieder Gesundheitsminister werden will, sagte, er könne eine Erhöhung der Beiträge möglicherweise nicht "abwehren". Er werde jedoch alles "Menschenmögliche" tun und sich mit Ärzten, Patientenverbänden und Krankenkassen zusammensetzen. (sa/AFP/ddp)
"Keine Unfallverletzungen mehr bezahlen"
Angesichts der schlechten Finanzlage forderte der Chef des Ärzteverbandes Hartmannbund, Hans-Jürgen Thomas, Einschnitte bei den Leistungen der Krankenkassen. "Die Kassen sollten keine Unfallverletzungen mehr bezahlen", schlug er in der "Bild"-Zeitung vor. Dies spare sechs bis zehn Milliarden Euro. In einer privaten Unfallversicherung ließen sich Kosten bis zu 4.000 Euro durch Monatsbeiträge zwischen 20 und 30 Euro absichern. Einige Leistungen könnten auch aus Steuermittel erstattet werden. Wenn der Staat den Kassen die Kosten für Geburten und Schwangerschaften abnehme, spare dies "noch eine Milliarde".
Seehofer: Krankenkassen-Beiträge werden steigen
Unions-Gesundheitsexperte Horst Seehofer (CSU) geht davon aus, dass die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen im nächsten Jahr steigen werden. Es werde eine "Welle der Beitragserhöhungen" geben, sagte er am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Seehofer kritisierte, dass Bundesgesundheitsministerin Schmidt in dieser Legislaturperiode keine Gesundheitsreform auf den Weg gebracht habe. Die Regierung bekomme jetzt die Quittung für ihr "Nicht-Handeln", sagte er mit Blick auf das Defizit.
Seehofer, der nach einem etwaigen Wahlsieg von Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) wieder Gesundheitsminister werden will, sagte, er könne eine Erhöhung der Beiträge möglicherweise nicht "abwehren". Er werde jedoch alles "Menschenmögliche" tun und sich mit Ärzten, Patientenverbänden und Krankenkassen zusammensetzen. (sa/AFP/ddp)