29.09.2000
MobilCom Kursziel 43 Euro
Prior Börse
Die Prior Börse erwartet bei MobilCom (WKN 662240) stark fallende Kurse.
Börsengerüchten zufolge habe Gerhard Schmid sein verbleibendes 36-%-Paket an
den Großaktionär France Telecom abgegeben. Auch wenn dies von
Unternehmensseiten nicht bestätigt worden sei.
Es sei sicher, dass MobilCom durch die erworbene UMTS-Lizenz an den Rand des
Ruins trete. Die Lizenzgebühr von 16,5 MRD DM werde mit den sieben MRD DM von
France Telecom nur teilfinanziert. Der Großteil werde durch Bankkredite mit einem
Durchschnittszinssatz von 9 % p.a. finanziert.
So ergebe sich jährlich eine Kostenseite für das Unternehmen durch Zinsen,
Abschreibungen sowie Ausgaben für die Netzinfrastruktur von 2,7 MRD DM.
Im ersten
Halbjahr habe MobilCom allerdings nur Einnahmen von gerade einmal 30 Mio. DM
erwirtschaftet.
Damit sollte MobilCom auf jeder Cash Burn-Liste führend sein.
Anemrkung: Es ist bekannt, daß Mobilcom einen 20 MRD DM Bankenkredit
aufgenommen hat.
Förtsch : Finger weg von Mobilcom ( auch freenet), die Klage gegen die UMTS
Versteigerung könne
MobCom die Lizens kosten (Verstoß gegen die Versteigerungsbedingungen, wobei
dennoch der Preis
zu zahlen ist)
DG-Bank setzt MobilCom auf REDUZIEREN
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Telekommunikation: UMTS ein Milliardengrab?
von Roland Lang
[02.10.00, 17:43]
Tagesgespräch: Der Erwerb der UMTS-Lizenz wird zum Milliardengrab für
MobilCom
Langsam schwindet die Euphorie, die mit den sagenhaften technologischen
Träumen
von UMTS als Mobilfunkstandard geweckt wurde. Breitbandübertragungen wie
Filme oder Shopping versprechen Spaß für die Nutzer und fette Gewinne bei den
Betreibern. Wenn da nicht ein kleiner Haken wäre: Die Milliarden-Investitionen für
die Lizenzen und den Aufbau der Netze. Diese belasten für sehr sehr lange Zeit die
Gewinne der Unternehmen. MobilCom hat angekündigt, erst im Jahr 2007 wieder
Gewinne einzufahren.
Verständlich dass die Anleger wenig Lust verspüren, auf ungewisse Gewinne in
einer
ungewissen Höhe in einer für das Unternehmen ungewissen Zukunft zu warten.
Seit
dem Erwerb der Lizenz ist die Aktie im freien Fall und ein Ende der Talfahrt ist nicht
abzusehen.
Vielleicht sollte der Anleger den Blick verstärkt auf die UMTS-Ausrüster, wie Nokia
, Ericsson oder Alcatel richten. Denn wer verdiente im Wilden Westen am
Goldrausch oder am Internetboom der vergangenen Jahre? Diejenigen die die
Schaufeln beziehungsweise die Netzwerke lieferten. Warum sollte es also bei
UMTS
anders sein? Die Ausrüster tragen lediglich die Entwicklungskosten, sind aber
ansonsten ab dem ersten Euro Umsatz im Gewinn und müssen keine
Milliardeninvestitionen amortisieren.