• Wochenausblick
Der DAX ist in der abgelaufenen Woche zeitweise auf den höchsten Stand seit April 2002 gestiegen. Damit hat der deutsche Leitindex
in wenigen Wochen mehr als 400 Punkte zugelegt. Händler rechnen trotz der steilen Aufwärtsbewegung vorerst nicht damit, dass
Anleger in der kommenden Woche in großem Umfang Gewinne mitnehmen werden.
Der Stimmungsumfrage von cognitrend zufolge ist die Zahl der Optimisten unter den professionellen Anlegern weiter gestiegen. "Das
freundliche Klima dürfte weiter anhalten", sagte der Kapitalmarktexperte Robert Halver von Vontobel Asset Management. "Es gibt ja
augenblicklich keinen Grund, betrübt zu sein. Man muss auch mit Konsolidierungstagen rechnen, aber der positive Trend ist weiter
intakt."
Portfolio-Stratege Gerhard Schwarz von der HVB zeigte sich ebenfalls optimistisch: "Wir erwarten, dass es in diesem Jahr keine
Korrektur im DAX geben wird - also keinen Rückschlag um mehr als zehn Prozent." Er hat ein Kurziel von 5.400 Punkten für die nächsten
sechs Monate angesetzt, was ein weiteres Aufwärtspotenzial von vier Prozent unterstellt.
Die große Mehrheit der Volkswirte erwartet, dass der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) die Leitzinsen auf seiner Sitzung am
Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte erhöhen wird. Am selben Tag werden die deutschen Arbeitsmarktdaten für November bekannt
gegeben. Volkswirte der deutschen Großbanken gehen davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im November saisonbedingt um
rund 25.000 auf 4,58 Millionen steigt. Das wären rund 320.000 Arbeitslose mehr als im November 2004. Der Anstieg im Jahresvergleich
ist weitgehend eine Folge der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum 1. Januar 2005
Darüber hinaus stehen in Europa keine wesentlichen Konjunkturdaten an. Ein großes Thema der nächsten Woche werde deshalb sein,
ob sich die US-Wirtschaft weiter stabilisiert, sagte Halver. Am Dienstag werden Daten zum Verbrauchervertrauen im November veröffentlicht,
am Mittwoch folgt der Chicago-Einkaufsmanagerindex. Die Arbeitsmarktdaten für den November stehen für Freitag auf der
Tagesordnung.
Händlern zufolge kamen die Impulse für die neuen Höchststände im DAX in der vergangenen Woche von der Wall Street. "Was an
eigenständiger Entwicklung am deutschen Markt zeitweise zu beobachten war, ist zum Erliegen gekommen", sagte Postbank-Händler
Norbert Pütz. "Trotz neuer Jahreshochs fehlt die Dynamik", konstatieren die Experten von HSBC Trinkaus & Burkhardt Halver sagte:
"Wir laufen im großen Konzert der Märkte mit, ohne dass sich eine große Eigendynamik entwickelt." Die Börse werde abwarten, welche
Reformen die neue Bundesregierung umsetzt.
Die Quartalsberichterstattung ist im Wesentlichen abgeschlossen. Am Donnerstag wird der Stahlkocher ThyssenKrupp seine Bilanz
vorstellen. Die Eckdaten sind bereits bekannt- es handelt sich um das beste Ergebnis seit der Fusion. Daneben legt der im TecDAX
notierte Internet-Dienstleister QSC am Dienstag endgültige Quartalszahlen vor. Am Montag veranstaltet die Deutsche Post eine
Investorenkonferenz in New York.
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Redaktionsschluß: 08:12 Uhr
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