Verhaltene Vorgaben von dern internationalen Börsen, restriktive Geldpolitiken und anhaltende geopolitische Unsicherheiten in Verbindung mit den hohen Energie- und Rohstoffpreisen dämpfen an den Börsen auch mit Blick auf zum Teil enttäuschende Unternehmensergebnisse die Stimmung.
Das dürfte sich erst dann wieder ändern, wenn sich an den verschiedenen „Fronten“ eine gewisse Entspannung abzeichnet, wenn die Marktteilnehmer nach der Rückkehr aus dem Sommerurlaub wieder optimischer werden und mit Blick auf das Jahresende die hohen Cahsbestände investieren.
Rentenmärkte profitieren von Wachstumsbedenken
Die Rentenmärkte profitieren im Moment einerseits von der angeschlagenen Stimmung an den Börsen. Auf der anderen Seite führen Wachstumsbedenken zur Vermutung, die Zentralbanken könnten „lockerer“ bleiben als ihre antiinflationären Attituden vermuten lassen. Immerhin deutet sich in Amerika so etwas wie eine Zinspause an.
Dollar stabilisiert sich im frühen Handel
Der Kurs der amerikanische Währung hat sich am Montag im frühen Handel stabilisiert. Zum Euro notierte sie bei 1,2657 Dollar nach 1,2694 Dollar im späten amerikanische Handel am Freitag. Vergangene Woche hatte der Dollar Abschläge hinnehmen müssen. Grund war die wachsende Annahme zahlreicher Händler, daß die amerikanische Notenbank (Fed) kommenden Monat eine Pause bei ihrem seit zwei Jahren anhaltenden Zinserhöhungszyklus einlegen könnte. Entscheidend für die Entwicklung des Dollar-Kurses werde sein, wie die diese Woche anstehenden Konjunkturdaten ausfallen würden, sagte ein Händler in Tokio. Sollten die Zahlen die Sicht der Fed stärken, wonach sich das Wirtschaftswachstum in den Vereinigte Staaten abschwächt, dann „könnte der Dollar langsam unter gehen.“ Zur japanischen Währung notiert der Dollar bei 116,40 Yen und damit leicht über dem Kurs im späten New Yorker Handel.
Börse in Tokio zeigt sich etwas schwächer
Schwächer tendiert die Börse in Tokio am Montag in der zweiten Handelshälfte. Der Nikkei-225 verliert gegen 13.09 Uhr Ortszeit 1,1 Prozent oder 155 Punkte auf 14. 666, der Topix gibt um 0,9 Prozent oder 14 auf 1.502. In der Spitze betrug das Nikkei-Minus bereits über 250 Punkte. Händler berichten von geringen Umsätzen, die mit dazu beitrügen, daß die Kursausschläge stärker ausfielen. Technologieaktien stünden nach entmutigenden Quartalsergebnissen oder Ausblicken von amerikanische Unternehmen der Branche unter Druck, Maschinenbauaktien litten unter der restriktiveren Geldpolitik in China, berichten Marktteilnehmer. Papieraktien profitierten unterdessen von Konsolidierungsfantasie im Sektor, nachdem Oji ein Übernahmeangebot an Hokuetsu Paper abgegeben habe. Hokuetsu werden mit 735 Yen getaxt, was dem maximal möglichen Tagesplus von 100 Yen bei der Aktie entspricht.
Aktien in Hongkong zeigen sich behauptet
Knapp behauptet und damit von ihrem Tagestief erholt zeigt sich die Börse in Hongkong am Montag. Der HSI verliert 0,2 Prozent auf 16.427, nachdem er im Tagestief auf 16.354 Zähler zurückgefallen war. Der Markt in Hongkong sei weniger technologielastig als andere Börsen der Region und halte sich daher vergleichsweise etwas besser, berichten Händler. Der Umsatz sei mit 9,317 Milliarden Hongkong-Dollar eher schwach, da viele Anleger derzeit den Markt nur beobachteten. “Wir warten hauptsächlich auf Impulse aus den Vereinigte Staaten in dieser Woche, darunter Konjunkturdaten wie das BIP, das Verbrauchervertrauen, die Auftragseingänge für Investitionsgüter und auf Unternehmensergebnisse“ so Castor Pang von SHK Financial. Die meisten Indexwerte geben überwiegend leicht nach. HSBC und China Mobile verlieren bis zu 0, 2 Prozent, Lenovo büßen nach der Dell-Gewinnwarnung 3 Prozent ein.
Nachbörsliche Meldungen aus Amerika
Die amerikanischen Börsen haben am Freitag abend nach dem Ende des offiziellen Handels wenig verändert tendiert. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator stieg um 0,39 Punkte auf 1.452,27 Zähler.
Die Aktien von AMD haben sich am Freitag (Ortszeit) im nachbörslichen Handel leichter gezeigt. Die Aktien verloren 2 Prozent auf 17,90 Dollar. Nach enttäuschend ausgefallenen AMD-Zahlen vom Vortag und im Sog der Dell-Gewinnwarnung belasteten neu entflammte Gerüchte, der Chiphersteller werde am Montag die Fusion mit ATI Technologies bekanntgeben. Deren Aktie schoß um 9 Prozent auf 18,05 Dollar. Bereits im regulären Handel hatten ATI 5,3 Prozent gewonnen.
Wall Street schließt leichter
Eine Gewinnwarnung von Dell hat zum Wochenausklang die Sorge der Anleger um eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums verstärkt und damit die Börsen spürbar belastet. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) sank am Freitag um 0,6 Prozent oder 60 auf 10.868 Punkte, der S&P-500 verlor 0,7 Prozent oder 9 auf 1.240 Punkte. Der Nasdaq- Composite-Index fiel um 0,9 Prozent oder 19 auf 2.020 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit 14 Monaten.
“Dells Gewinnwarnung spielte definitiv eine Rolle“, sagte Ed Peters von PanAgora Asset Management. “Die Leute glauben, Computer würden eigentlich zu allen Zeiten gekauft. Sie denken deshalb, die Dellwarnung ist ein Zeichen für eine sich abkühlende Wirtschaft.“ Zwei Tage, nachdem amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke erklärt hatte, das nachlassendes Wirtschaftswachstum den Inflationsdruck mildere, hatte der Computerhersteller unter Hinweis auf die schwächer werdende Nachfrage nach Computern angekündigt, die allgemeine Markterwartung zu verfehlen. Dell fielen bis Handelsschluß um 10 Prozent auf 19,91 Dollar und damit den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Erwartet wird für das zweite Quartal nun zwischen 0,21 und 0,23 Dollar Gewinn je Aktie. Analysten hatten 0,32 Dollar prognostiziert. AMD gaben nach enttäuschend ausgefallenen Zahlen und im Sog von Dell um 15,7 Prozent auf 18,26 Dollar nach. Neu entflammte Gerüchte, der Chiphersteller werde am Montag die Fusion mit ATI Technologies bekanntgeben, ließen deren Aktie um 5,3 Prozent auf 16,56 Dollar und damit an die Spitze des Nasdaq-100-Index' steigen.
Als führender DJIA-Wert gingen Microsoft aus dem Handel. Der Softwarehersteller hatte zwar einen Rückgang beim Quartalsgewinn auf 0,28 Dollar je Aktie ausgewiesen, will aber zugleich Aktien im Wert von 20 Milliarden Dollar zurückkaufen. Zudem wurde von den Anlegern der zuversichtliche Ausblick auf das Geschäftsjahr erfreut aufgenommen. Die Aktie stieg um 4, 5 Prozent auf 23,87 Dollar. Google tendierten 0,7 Prozent fester bei 390,11 Dollar. Der Suchmaschinenbetreiber hat den Nettogewinn auf 2,33 Dollar je Aktie mehr als verdoppelt.
Unter den Biotechwerten zogen Amgen um 3,5 Prozent auf 66,15 Dollar an, nachdem das Unternehmen seine Jahreszielvorgabe um 0,15 Dollar auf 3,75 bis 3,85 Dollar angehoben hatte. Nicht ganz so glänzend sah es bei Gilead aus, die um 0,6 Prozent auf 59,71 Dollar anzogen. Eli Lilly verloren im S&P 500 nach Zahlenausweis um 2,9 Prozent auf 54,65 Dollar. Der Umsatz soll auf Jahressicht am unteren Rand der bisherigen Prognose liegen. Im DJIA wurden Caterpillar nach einer heftigen Achterbahnfahrt zuletzt 1,1 Prozent unter dem Vortag bei 68,35 Dollar gehandelt. Zur Eröffnung hatten die Papiere fast 3 Prozent gewonnen, bevor sie noch in der ersten Handelsstunde ebenso stark ins Minus gesackt waren. Das Unternehmen hat seine Jahresprognose auf 5,25 bis 5,50 Dollar Gewinn je Aktie angehoben, nachdem man bislang 4,85 bis 5,20 Dollar je Titel erwartet hatte. Die Wall-Street-Analysten rechneten bislang jedoch mit einem Jahresergebnis von 5,33 Dollar je Aktie. Lieferengpässe begrenzen die Auslieferungszahlen.
Amerikanische Anleihen im späten Handel etwas leichter
Die amerikanischen Anleihen haben im späten Freitagshandel etwas leichter tendiert. Zehnjährige Anleihen fielen um 3/32 auf 100-20/32 und rentierten mit 5,042 Prozent,nach 5,028 Prozent am Donnerstag. Die 30jährige Treasury fiel um 5/32 auf 90-31/32. Die Rendite betrug somit 5,094 Prozent, nach 5,083 Prozent am Donnerstag. Damit scheint sich die Kursrally nach dem Bernanke-Hinweis auf eine mögliche Zinspause zunächst nicht fortzusetzen. Allerdings dürften die Papiere aus saisonalen Gründen und aufgrund einer sich abschwächenden amerikanischen Wirtschaft etwas Kursphantasie haben.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.