Technischer Morgenkommentar vom 26.10.2005
§26.10.2005 08:20:00
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Allgemeine Beurteilung
(Aktien-Indizes)
Für eine positive Eröffnung reichte es am gestrigen Handelstag an Europas Börseplätzen noch, Minuten später setzte ein deutlicher Abgabedruck ein, der sich bis in den Abend hinein fortsetzte und nicht nur in der Kasse, sondern auch in den bis 20:00 Uhr gehandelten Futures (FDAX und FESX) zu Schlusskursen auf Tagestief führte. Besonders auf der Futures-Seite sind die gestrigen Kursverluste auch optisch beeindruckend, da sowohl im FDAX, als auch im FESX der kräftige Anstieg vom Montag vollständig zunichte gemacht wurde.
Dem stehen Impulswechsel in den US-Börsen entgegen, welche nach 20:00 Uhr unserer Zeit ihre angelaufenen Verluste wieder aufholten, ausgeprägte Lunten bildeten und somit nur marginale Tagesverluste verzeichnen mussten. Ein Blick auf die an Globex gehandelten US-Futures zeigt uns heute Morgen eine Bestätigung des gestrigen Impulswechsels in den USA, was uns für heute wieder freundlichere Kurse zur Eröffnung der Märkte in Europa erwarten lässt.
Überaus beeindruckend gestaltet sich heute Morgen die Kursentwicklung im japanischen Nikkei 225, der von den gestrigen Marktkapriolen unbeeindruckt Kurszuwächse aufzeigt und innerhalb seines charttechnisch noch immer intakten Abwärtstrends eine Korrektur vollzieht und sich der signaltechnischen Trendbegrenzungslinie annähert.
Als grundsätzliches Fazit können wir festhalten:
(1) Europas Aktien-Indizes zeigen sich aus technischer Sicht unverändert kritisch. Während auf Wochenbasis zum Teil noch intakte primäre Aufwärtstrends ausgewiesen werden (wie z.B. im DAX und EUROSTOXX 50), liegen uns auf Basis der Tagescharts dynamisch verlaufende Abwärtstrends vor. Für sich genommen, lassen sich in Europas Börseindizes aktuell keine wirklich sinnvollen Umkehrsignale identifizieren, schon gar nicht, nachdem per gestern die in verschiedenen Indizes auftretenden untergeordneten "Doppelböden" (wir beschrieben diesen Sachverhalt in der Beurteilung des DAX-Index) im Sinne ihrer Definition neutralisiert wurden.
(2) ganz anders zeigen sich die US-Börsen. Sowohl beide von uns beurteilten Standardwerte-Indizes Dow Jones und S&P 500 Index, als auch beide NASDAQ´s vollzogen im späten Handelsverlauf einen Impulswechsel und bestätigten praktisch ihre Erholungsimpulse, welche bereits seit knapp zwei Handelswochen laufen. Sehen wir uns diese zwei Wochen, losgelöst von allem was davor war an, fällt die sich erneut auftuende Schere zwischen US- und Europa-Märkten auf. Diesmal jedoch zu Gunsten der US-Börsen.
(3) doch gerade die Stabilität der US-Börsen könnte / sollte der Schlüssel sein, der Europas Märkte zumindest stützt, wenn nicht gar auch hier in die Reaktion zwingt.
Halten wir fest: noch konnten Europas Börsen weder ihre errechneten Minimumkorrekturen, noch ihre aktuellen Widerstände auf der Oberseite überwinden. Statistisch gesehen, unterstellen wir mit einer hohen Trefferquote neue Bewegungstiefs im sekundären Trendverlauf. Dem stehen stabile US-Märkte gegenüber. Wir beobachteten in den Vormonaten über weite Strecken, wie US-Kapital aus Amerika nach Europa floss – dreht jetzt der Kapitalstrom wieder?
Fazit: das Risiko für Europas Märkte ist noch nicht vom Tisch – technisch schon gar nicht – doch die Stabilität der US-Börsen lässt eine grundsätzliche Stabilisierung der Europa-Börsen erwarten. Möglicherweise sehen wir aktuell eine Bodenbildung innerhalb intakter Abwärtstrends auf Tagesbasis in Europa.
Unter praktischen Gesichtspunkten war der gestrige Handelstag ein "guter Tag" auf der Short-Seite (siehe gestrigen DAX-Teil im Morgenkommentar, sowie den gestrigen Tageskommentar). Für heute wird sich zeigen, ob die Long-Seite nicht wieder an Dominanz gewinnt.
(Bund-Future)
Per gestern sprachen wir die hohe Chance auf ein neues Bewegungstief im Kursverlauf des Bund-Futures an. Wir begründeten dieses mit der Argumentation des bestätigten Widerstands knapp unterhalb der 122, wir verwiesen auf das Tagesmuster vom Montag (schwarzer shootingstar), wir erwähnten als wichtigstes Argument jedoch auch die Tatsache, dass der Bund-Future sein errechnetes minimales Reaktionspotential (bezogen auf die bisherige Wegstrecke des Abwärtstrends) noch nicht ausgeschöpft hatte – und diese zudem mit der Widerstandsmarke unterhalb der 122 ziemlich eng zusammenfiel.
Mit einem Tagestief bei 120.93 markierte der Bund-Future per gestern ein neues Tief im Trendverlauf und schob sich damit seinem übergeordneten Kursziel, welches wir vor einigen Wochen mit 120.50 definiert hatten, weiter entgegen.
Der heutige Handelstag wird interessant. Interessant im Sinne der Tatsache, ob es dem Bund-Future gelingen wird, seinen gestrigen Absturz und den Bruch der jüngsten Unterstützung zu bestätigen.
Grundsätzlich gilt weiterhin: der übergeordnete Trendverlauf ist abwärts ausgerichtet, somit definiert sich in diese Richtung die Impulsbewegung. Kurserholungen gelten eher als technische Reaktionen, verbunden mit allen Risiken.
(Öl-Preis)
Technisch auffallend war im gestrigen Handelsverlauf die Kurserholung im Öl-Preis. Sweet-Oil stieg über 2 USD auf ein Kursniveau über 62 USD. Brent-Crude-Oil schaffte 1,45 USD, was einem Zugewinn von 2,52 Prozent entsprach.
Ordnen wir diese Entwicklung in das technische Gesamtbild jedoch ein, bleiben wir dennoch bei unserer Gesamteinschätzung:
(1) aus strategischer Sicht (Wochenchart) dominieren sowohl im Sweet-Oil, als auch im Brent-Crude-Oil intakte primäre Aufwärtstrends, die aktuell eine technische Korrektur durchlaufen.
(2) auf Tagesbasis liegen uns in beiden Sorten intakte, chart- wie markttechnisch bestätigte Abwärtstrends vor, welche zur Zeit technisch auf der Oberseite korrigieren.
(3) im Sinne der Definition stehen die sekundären Abwärtstrends derzeit nicht zur Disposition, solange ihre vorangegangenen, jüngsten Reaktionshochs nicht überschritten werden (60.91 USD im Brent-Crude-Oil, bzw. 64.40 / 64.70 USD im Sweet-Oil), oder sich die Markttechnik deutlich entspannt.
(USD)
Auf der Währungsseite erscheint uns das Wechselkursverhältnis EURO / USD sehr interessant. Wir wiesen im gestrigen Abendkommentar auf die kräftige Erholung des USD im Kursverlauf des o.g. Wechselkursverhältnisses hin. In der Konsequenz bestätigte sich der Bereich um 1.2000 bis 1.1869 USD damit erneut als eine überaus starke Unterstützung, was selbst im Wochenchart auffällt. Bestätigt sich dieses Auffangniveau, rechnen wir mittelfristig wieder mit einem Anstieg des EURO. Aktuelle Widerstände gegenüber dem USD sind die Bereiche um 1.2206 USD, sowie 1.2589 USD.
Sollte eine strategische Long-Positionierung im EURO gegen USD erfolgen, sollte jedoch knapp unterhalb der 1.1869 USD ein Stop-Kurs platziert werden.
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Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!
Uwe Wagner
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Uwe Wagner ist seit 2004 in einer auf Handelssystemen basierten Vermögensverwaltung tätig. Er ist Mitglied im Verband Technischer Analysten Deutschlands, Gründungsmitglied und Vorstand der Deutsche Gesellschaft für Technische Analyse und hält Vorträge über Technische Analyse und Optionspreistheorien.
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-uw-
Wuensche allen einen erfolgreichen Handelstag!
Gruss Ice