Bundesbank: Nettokapitalzuflüsse nehmen im Juni deutlich zu
FRANKFURT (Dow Jones)--Im Juni ist es im internationalen Wertpapierverkehr
zu Nettokapitalimporten in Höhe von 15,5 Mrd EUR gekommen, nach einem geringen
Mittelaufkommen im Mai (1,6 Mrd EUR) und hohen Abflüssen im April (21,8 Mrd EUR).
Ausschlaggebend sei das starke Engagement ausländischer Anleger in deutschen
Wertpapieren (32,5 Mrd EUR nach 10,6 Mrd EUR) gewesen, teilte die Deutsche
Bundesbank am Mittwoch mit. Den Schwerpunkt der ausländischen Anlagen hätten
Aktien (31,4 Mrd EUR nach 5,8 Mrd EUR) gebildet. Ferner hätten ausländische
Investoren für 5,4 Mrd EUR deutsche Anleihen erworben.
Laut Bundesbank engagierten sich deutsche Anleger per saldo ebenfalls
verstärkt jenseits im Ausland (17,0 Mrd EUR nach 8,9 Mrd EUR). Dabei hätten sie
vor allem ihre Nachfrage nach ausländischen Schuldverschreibungen (20,8 Mrd EUR
nach 15,0 Mrd EUR) erhöht, und hier vorrangig Fremdwährungsanleihen (5,1 Mrd EUR
nach 1,4 Mrd EUR) erworben. Bei den Direktinvestitionen habe sich mit
Nettokapitalexporten von 7,1 Mrd EUR ein Umschwung im Vergleich zum Mai ergeben
(Nettokapitalimporte von 9,9 Mrd EUR).
Deutsche Firmen stellten ihren im Ausland ansässigen Niederlassungen laut
Bundesbank Finanzmittel in Höhe von 9,8 Mrd EUR zur Verfügung, während sie im
Mai noch Kapital aus dem Ausland abgezogen hatten. Auch ausländische Unternehmen
hätten ihre Direktinvestitionen in Deutschland erhöht, aber in deutlich
geringerem Umfang (2,7 Mrd EUR).
Im übrigen Kapitalverkehr, der sowohl die Finanz- und Handelskredite als
auch die Bankguthaben und sonstige Anlagen beinhaltet, sei es auf Seiten der
Unternehmen und Privatpersonen zu kräftigen Mittelzuflüssen von netto 14,5 Mrd
EUR gekommen. Im Wesentlichen habe es sich dabei um Kreditaufnahmen im Ausland
gehandelt. Wie die Bundesbank weiter berichtet, sind ihre Währungsreserven im
Juni - zu Transaktionswerten gerechnet - nahezu unverändert geblieben.
DJG/ptt
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