Technischer Morgenkommentar vom 17.01.2006
17.01.2006 08:04:00
Auf Grund eines Feiertages, blieben die US-amerikanischen Aktienmärkte am gestrigen Handelstag geschlossen. Somit waren die Europäer den ganzen Tag unter sich, was zu einem "ausgewogenen" Kursanstieg ohne nennenswerte Reaktionen im Tagesverlauf in den meisten der von uns beurteilten Europa-Indizes führte. In der Konsequenz wurden die Kursverluste vom Freitag relativiert, was am Ende das Konsolidierungs-Szenario, welches wir am Freitag kurz umrissen, bestätigte.
Als allgemeines Fazit können wir festhalten: unter strategischen Gesichtspunkten behalten die europäischen Aktien-Indizes ihre allgemein positive Ausrichtung bei. Auf Wochenbasis liegen uns unverändert intakte Aufwärtstrends vor, was die Beibehaltung mittelfristig ausgerichteter Long-Positionen rechtfertigt. Im kurzfristig / taktischen Zeitfenster (Tageschart) gewinnt der Konsolidierungsgedanke zunehmend an Raum. Im Kursverlauf des DAX, des EUROSTOXX 50, des britischen FTSE 100 und in Ansätzen, jedoch nicht so eindeutig wie in den vorangegangenen Indizes, auch im italienischen MIB 30, konnte sich in den letzten Handelstagen eine Schiebezone ausbilden, innerhalb derer die Märkte Trading-Charakter tragen und aus praktischer Sicht lediglich intraday-Positionierungen (außerhalb unserer Eck-Trades) zulassen.
Auf der Rentenseite sahen wir im Kursverlauf des Bund-Future zunächst deutliche Abschläge, in deren Konsequenz bei 122.13 das gestrige Tagestief markiert wurde. Im weiteren Verlauf pendelte sich der FGBL über den Tag nahezu mittig in der Tagesspanne ein und schloss mit einem Tagesverlust von 0,06 Prozent bei 122.19.
Als Fazit an dieser Stelle lässt sich konkretisieren, dass wir auch im Kursverlauf des Bund-Future grundsätzlich an einer positiven Erwartungshaltung festhalten, was unsere Long-Positionierung rechtfertigt. Einschränkungen diesbezüglich machen wir auf Basis des Tageschart und somit im kurzfristigen Zeitfenster. Ähnlich der Kursentwicklung der europäischen Aktien-Indizes, unterstreichen wir auch hier den aktuell sehr wahrscheinlich neutralen Charakter des Kursverlaufes. Wir definierten in den letzten Tagen eine neutrale Trading-Zone zwischen den Kursniveaus um 122.60 auf der Oberseite und 121.79 auf der Unterseite und unterstellen, dass sich der Kursverlauf in den nächsten Tagen mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb dieser Spanne einpendeln könnte. Konsequenterweise gilt somit der Bund-Future jetzt im kurzfristigen Zeitfenster ebenfalls als Trading-Markt.
(Sweet-Oil)
Seit Tagen verweisen wir bei der Beurteilung des Öl-Preises am Beispiel der Sorte Sweet-Oil auf den Bestand eines Staubereiches mit den Begrenzungen in den Bereichen um 64.70 USD auf der Oberseite und 62.26 USD auf der Unterseite. Beachten Sie hierbei bitte, dass diese Kursniveaus der Orientierung dienen und nicht als punktgenaue Chartmarken zu interpretieren sind.
Dieser Staubereich für sich genommen, ist eine eher neutrale Entwicklungsphase. Eingebettet in einen vorangegangenen Aufwärtsimpuls, der zudem zu einer Vollendung einer übergeordneten Umkehrformation im Sinne der klassischen Formationslehre führte, unterstrichen wir in den letzten Wochen immer wieder die These, dass diese Zwischenkonsolidierung mit hoher Wahrscheinlichkeit trend- bzw. impulsbestätigenden Charakter trägt. In der Konsequenz halten wir auch an unserer Long-Position fest, welche wir im Sweet-Oil im Zuge des jüngsten Aufwärtsimpulses eröffneten.
Obwohl diese angesprochene Staubereichszone unverändert Gültigkeit hat, steht die obere Begrenzung bei 64.70 USD zur Disposition. Der jüngste Kursschub erreichte in der Spitze die 65.95 USD. Somit sind die Chancen überaus gut, dass der Öl-Preis den Sprung über das obere Widerstands- und Begrenzungsband schaffen könnte, was den Weg in Richtung 67 / 68 USD eröffnet.
In der Konsequenz bleiben wir in Sweet-Oil long positioniert (siehe "over-night-Tabelle" am Ende des vollständigen Morgenkommentars).
(Brent-Crude-Oil)
Im Brent-Crude-Oil setzt sich die Konsolidierung vorerst fort, doch auch hier rechnen wir mit weiter steigenden Kursen, was dem laufenden Staubereich somit Konsolidierungscharakter verleit. Auf der Oberseite der laufenden Konsolidierung liegt unser Augenmerk auf der 63.13 / 63.39 USD Marke. Gelänge hier der Sprung, definiert sich das nächst höher liegende Widerstandsniveau im Bereich um 64.81 USD.
(USD)
Während sich im Wechselkursverhältnis EURO / USD die Konsolidierung der letzten Handelstage fortsetzt und wir weiterhin einen kurzfristig neutralen Markt vor uns haben, gewann der US-Dollar gegenüber dem japanischen YEN per gestern etwas an Kraft, was ihn von seinem Bewegungstief nach oben hin (per Schlusskurs bestätigt) ablöste und sogar über den Widerstand im Bereich um 114.88 YEN schob.
Der übergeordnete Abwärtstrend ist mit dieser Kursentwicklung noch nicht beendet, kurzfristig durchläuft der USD jedoch eine Korrektur / Reaktion, die mit hoher Wahrscheinlichkeit noch nicht abgeschlossen ist. Der nächst höher liegende Widerstand definiert sich im Bereich um 115.53 YEN.
In der praktischen Konsequenz bleiben wir im USD gegen YEN short positioniert, der Stop-Kurs liegt unverändert bei 115.50 YEN (Positionseröffnung erfolgte bei 117.12 YEN).
Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!
Uwe Wagner
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Uwe Wagner ist seit 2004 in einer auf Handelssystemen basierten Vermögensverwaltung tätig. Er ist Mitglied im Verband Technischer Analysten Deutschlands, Gründungsmitglied und Vorstand der Deutsche Gesellschaft für Technische Analyse und hält Vorträge über Technische Analyse und Optionspreistheorien.
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-uw-
Gruss Ice
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Börsengewinne sind Schmerzengeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld...(A.K.)