INHALT
IM plant 1.000.000.000 Umsatz in 2002
Syskoplan: hochprofitabler IT-Dienstleister
Dialog will zurück auf Wachstumskurs
syzygy wird unter Cash bewertet
Interview mit Gerhard Holdijk, CEO von Balda
Internationalmedia plant 1.000.000.000 Umsatz in 2002
langfristige / fundamentale Einschätzung: kaufen
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
Kräftig abgestraft hat die Börse die Internationalmedia AG (WKN 548 880) nach der Umsatz- und Profitwarnung am vergangenen Montag. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um eine Verschiebung von Erlösen in das laufende Geschäftsjahr. Als Grund wird uns aus München die Verzögerung beim Verkauf von Filmen angegeben. Kräftig zu Buche schlägt hier der Harrison Ford Streifen „K-19“. Dieser soll nun im Mai 2002 an den Start gehen und erst dann für das Q2 der Bilanz zu Gute kommen. Die Art und Weise der überraschenden Warnung ist sicher kritisch zu hinterfragen, denn damit hat IM bei dem ein oder anderen Investor das Vertrauen verspielt. Noch im November hat CEO Florian Bollen uns gegenüber die ursprüngliche Planung bekräftigt. Wie zu hören ist, soll das Management quasi bis zur letzten Minute Ende 2001 an die Erfüllung der Ziele gehofft bzw. geglaubt haben.
Wir erwarten für das abgelaufene Geschäftsjahr nunmehr Erlöse von 300 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 30 Millionen Euro. Richtig zur Sache soll es dann allerdings im laufenden Jahr bei den Bayern gehen. Satte 1 Milliarde Euro Umsatz (bedingt durch Übernahmen) sollen über den Tresen wandern. Die EBIT-Marge dürfte bei round about 10 Prozent liegen. Das entspricht knackigen 100 Millionen Profit vor Steuern und Zinsen. Mit dem Kauf von Spyglass und IEG gehört der Konzern ohne Zweifel zu den big Playern im Bereich der unabhängigen Produzenten im Filmgeschäft. In 2002 will IM circa 20 Filme produzieren. Aufgrund der spannenden Perspektiven für das Jahr 2002 was den Gewinn betrifft, sowie die Markt-Stellung des Konzerns sehen wir keinen Grund die Aktie auf deutlich ermäßigtem Niveau abzustufen. Wir glauben, dass es Firmenboss Bollen schnell wieder gelingt Investoren von dem Unternehmen zu überzeugen. Zudem sollen bereits die ersten beiden Quartale im laufenden Jahr sehr gut ausfallen.
Morgan Stanley hat das Rating auf „outperform“ zurückgenommen, setzt das Kursziel aber nichts desto trotz auf 30 Euro. Das würde einem Gewinn von 66 Prozent entsprechen. Nicht schlecht für eine Herabstufung. Antizyklisch kaufen.
Syskoplan: hochprofitabler IT-Dienstleister
langfristige / fundamentale Einschätzung: kaufen
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
In Kürze wird die Syskoplan AG (WKN 550 145) vorläufige Zahlen für das jüngst abgeschlossene Geschäftsjahr liefern. Für 2001 sollen rund 56 Millionen Euro Umsatz in den Büchern stehen und ein EBT von knapp 9 Millionen Euro hängen bleiben. Wie uns unsere Quellen aus der Branche zutragen, wird der CRM-Spezialist in jedem Fall im genannten Zielkorridor landen. Negative News sind aus Gütersloh nicht zu erwarten. Zudem ist die Gesellschaft ein echter cash earner. Zum Ende des Jahres sollen sich etwa 27 bis 28 Millionen Euro in der Kasse befinden. Zum Börsengang wurden lediglich 24 Millionen Euro eingesammelt.
Entscheidend ist allerdings der Ausblick für das laufende Jahr. Aber auch hier besteht kein Grund zur Sorge. Der bisher stramme Wachstumskurs wird beibehalten. Nach bisheriger Planung will die Company einen Umsatz in Höhe von 74 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einem knackigen Wachstum von 32 Prozent. Die EBT-Marge dürfte kaum geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Tendenziell ist die Chance sehr hoch, dass die Planung etwas nach oben geschraubt wird, hören wir.
Grund für den Optimismus des IT-Dienstleisters ist unter anderem der erfolgreiche Start des Joint Ventures mit dem Konsumgüterunternehmen Melitta. Dieser Deal bringt Syskoplan schätzungsweise 7 Millionen Euro Umsatz und einen leichten Gewinn in die Tasche. Nächstes Objekt der Begierde ist ein Unternehmen aus den USA. Gespräche werden bereits geführt. Es kann sich dabei sowohl um eine Mehrheits- als auch um eine Minderheitsbeteiligung handeln. News diesbezüglich erwarten wir im ersten Halbjahr.
Wir empfehlen die Aktie aufgrund des strammen Wachstumskurses, einer ansehnlichen EBT-Marge von knapp 16 Prozent und einer gut gefüllten Kriegskasse zum Kauf.
Pfeiffer: 10-15 % Wachstum in 02
langfristige / fundamentale Einschätzung: marktneutral
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
7 bis 8 Prozent weniger Umsatz als im Jahr 2000 lautet die
Erlöszahl bei Pfeiffer Vacuum (WKN 691 660) für das
Geschäftsjahr 2001 nach einer ersten Indikation. Das verrät
u n s F i n a n z v o r s t a n d W i l f r i e d G l a u m im
Hintergrundgespräch. Somit dürfte der Pumpenspezialist
Umsätze von grob 170 Millionen Euro eingefahren haben.
Die EBIT-Marge soll bei knackigen 18 Prozent liegen.
Nach neun Monaten hat das Unternehmen Umsätze von 130
Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von knapp 23
Millionen Euro erzielt. Der Gewinn pro Aktie erreichte 1,63
Euro. Bauchschmerzen bereitet der Gesellschaft weiterhin
der amerikanische Markt. Der Anteil am Konzernumsatz
aus dieser Region liegt bei rund 25 Prozent. Glaum sieht eine
Erholung erst im zweiten Halbjahr. Zufrieden ist der
Vorstand mit dem Geschäftsverlauf in Europa, insbesondere
in Deutschland, sowie Asien.
Für das laufende Jahr erwartet der CFO ein
Umsatzwachstum von mindestens 10 Prozent. Die
Planung beruht allerdings auf einer steigenden Nachfrage
im US-Markt ab der zweiten Jahresperiode. Die EBITMarge
soll weiterhin bei 18 Prozent liegen.
Interessant ist die zuletzt getätigte Übernahme des DVDHerstellers
Multimedia Machinery zum Spottpreis. Mit
dieser Akquisition beackert Pfeiffer den Wachstumsmarkt
DVD. 10 Prozent des Konzernumsatzes in 02 soll die
Gesellschaft liefern. Im Folgejahr sollen es bereits 15 bis 20
Prozent sein. Einen weiteren Zukauf schließt Glaum nicht
aus. „Im Moment gibt es jedoch nichts konkretes, allenfalls
gegen Endes des Jahres.“
Außerdem diskutiert das Management über einen möglichen
Rückkauf der eigenen Aktien. Der dafür nötige Beschluss
soll eventuell bereits auf der kommenden
Hauptversammlung folgen.
Seit unserer letzten Empfehlung Ende September 2001 (Kurs
25 Euro) hat sich die Aktie erfreulich entwickelt. Versuchen
Sie mit Abstauberlimits im Bereich 32 bis 34 Euro Stücke
abzufischen.
Dialog will zurück auf Wachstumskurs
langfristige / fundamentale Einschätzung: marktneutral
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
Im Fahrwasser des Handy Booms schwamm Dialog
Semiconductor (WKN 927 200) in 2000 auf einer
regelrechten Erfolgswelle. Das Gegenteil ist nunmehr im
abgelaufenen Jahr geschehen. Umsatz und Ertrag sind
markttypisch kräftig eingebrochen. Alle Hoffnungen liegen
nun im laufenden Geschäftsjahr. Da die Visibilität zum
heutigen Zeitpunkt noch sehr gering ist, rechnen wir mit
einem Umsatzwachstum in einer breiten Spanne von 20 bis
30 Prozent und einer schwarzen Null unterm Strich. Um
dieses Ziel zu erreichen dürfen existierende Kunden nicht
wegbrechen. Neue Kunden und neue Produkte dürften
den Wachstumsmotor anheizen, erfahren wir von Insidern
aus der Chip-Branche.
Der frisch gebackene Nemax 50 Wert hat gleich am
Jahresanfang eine Sonderabschreibung (nicht Cash wirksam)
von bis zu 42 Millionen Euro auf die Beteiligung an dem
Wafer-Zulieferer ESM publiziert. Mittlerweile beschäftigt
sich der Insolvenzverwalter mit dem Unternehmen. Ob
ESM in kurzer Zeit verkauft werden kann, weiß zum heutigen
Zeitpunkt keiner. In der Summe erscheint es wahrscheinlich,
dass Dialog die gesamten 42 Millionen Euro zum Ende des
Geschäftsjahres abschreibt. Schlussendlich werden das die
Wirtschaftsprüfer entscheiden.
Weitere negative News sind aus Nabern nicht zu erwarten. Im
Vergleich von Q3 auf Q4 soll die Company prozentuell
zweistellig zugelegt haben, entnehmen wir
Branchenkreisen. Wir erwarten für 2001 einen Umsatz von
rund 100 Millionen Euro und ein EBIT von rund 24
Millionen Euro, sowie einen Verlust von 15 Millionen Euro
(Ohne Berücksichtigung auf Afa ESM).
Zum 30.09. betrugen die liquiden Mittel 13,5 Millionen
Euro. Das am Neuen Markt und an der Nasdaq notierte
Unternehmen hat viel Geld in Forschung und Entwicklung
investiert um an einem möglichen Aufschwung im zweiten
Halbjahr kräftig zu profitieren. Sollte letzteres der Fall sein,
wird die Aktie den Markt wieder deutlich outperformen.
Aufgrund der konjunkturellen Risiken empfehlen wir die
Aktie derzeit nur mutigen Anlegern zum Kauf.
MorphoSys: 2001 verlief nach Plan
langfristige / fundamentale Einschätzung: marktneutral
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
Keine Negativen Überraschungen sind bei den
Geschäftsdaten für das Jahr 2001 bei MorphoSys (WKN 663
200) zu erwarten. Im Gespräch mit TradeCentre kündigt
Firmenlenker Dr. Simon Moroney planmäßige Zahlen an.
Der Umsatz soll in der Spanne von 15,5 bis 17,5 Millionen
Euro liegen. Nach neun Monaten haben die Martinsrieder
Erlöse von 12 Millionen Euro erzielt. Der EBIT-Verlust
betrug 4,4 Millionen Euro.
Der jüngst kommunizierte Einstieg von Schering
(Beteiligung von 10 Prozent) sichert die Liquidität der
Biotechschmiede. Circa 20 Millionen Euro fließen dem
Unternehmen daraus im ersten Quartal zu. Somit dürfte der
Cash-Bestand zum Ende der ersten Periode in 2002 bei 30
bis 35 Millionen Euro liegen. Die nächsten Schritte zum
Thema Aufbau einer eigenen Produktpipeline sollen im
März oder April bekanntgegeben werden. Die
Hauptbereiche sollen Krebs und Entzündungen sein.
Zudem ist angedacht die Pipeline bis mindestens zur Phase II
alleine zu führen, teilt uns der CEO mit. Für den Start reicht
unser Geld, ergänzt der Firmenboss. Des weiteren ist es
erklärtes Ziel im laufenden Jahr strategische Allianzen im
Zusammenhang mit der Produktpipeline zu bilden.
Beispielsweise könnte MorphoSys Zugang zu Zielmolekülen
erhalten und der Partner Zugang zu der Antikörper-
Bibliothek der Bayern. Intensive Verhandlungen mit
Biotech- oder Pharmariesen werden geführt, erläutert
Moroney. Ein weitere Beteiligung eines Unternehmens an
MorphoSys ist im Moment nicht Ziel des Managements.
In Sachen Rechtsstreit ("Griffith´s"-Patente, MorphoSys
erlangte bereits einen Teilerfolg) mit dem
Biotechunternehmen CAT haben die Briten inzwischen
Argumente (rund 40 Seiten voll) gegen die Entscheidung des
Bundesgerichts in Washington DC vorgelegt. Eine
Entscheidung in diesem Fall wird sich somit nochmals
verzögern. Moroney betont jedoch, dass die Sache mit CAT
für das Unternehmen inzwischen weniger relevant geworden
ist, als früher. Der Schering-Deal und die Erweiterung der
Zusammenarbeit im Bereich Antikörper mit Biogen (nach
unserer Schätzung dürften solche Deals ein Volumen im
mittleren einstelligen Millionenbereich einbringen) belegen
dies.
Die Aktie gehört sicherlich zu den interessanten Biofirmen
am Neuen Markt. Allerdings ist die Bewertung im Moment
recht ambitioniert. Spekulative Käufe empfehlen wir erst
bei Kursen um 45 Euro.
syzygy wird unter Cash bewertet
langfristige / fundamentale Einschätzung: marktneutral
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
Nach der Übernahme der Concept! liegen entsprechende
Vermutungen über einen Aufkauf der syzygy (WKN 510
480) sehr nahe, zumal die WPP-Gruppe an beiden
Unternehmen beteiligt ist. Fehlanzeige, erfahren wir
allerdings auf Nachfrage bei Finanzvorstand Sven-Roger
von Schilling. Eine entsprechende Absicht liegt nicht vor,
zudem haben die Altgesellschafter keine Interesse die
Firmenanteile abzutreten. Viel lieber wollen die Bad
Homburger mit ihrer Portokasse von 53 Millionen Euro
selbst zugreifen, teilt uns der CFO mit. „Wir sind permanent
auf Suche, das Unternehmen muss strategisch jedoch zu uns
passen und operativ profitabel arbeiten“. Einen Zeitpunkt
nannte der Finanzjongleur nicht. „Das kann manchmal sehr
schnell gehen.“
Hinsichtlich des Ergebnisses für 2001 hielt sich der Vorstand
bedeckt. Der Umsatz in Q4 dürfte bei der Marke um circa 4,5
Millionen Euro liegen. Somit dürften die Erlöse im
Gesamtjahr bei 18 Millionen Euro gelandet sein. Das
Geschäft im e-business gestaltet sich weiterhin sehr
schwierig. Eine Besserung erwartet von Schilling frühestens
in der zweiten Jahreshälfte. Im laufenden Jahr ist somit mit
einem Umsatz auf gleicher Höhe zu rechnen. Ziel dürfte
erneut ein ausgeglichenes Ergebnis sein.
Spannende Kundenprojekte sollen zur Cebit im
Zusammenhang mit der neuen Microsoft net-Plattform
verkündet werden. Entsprechend gutes Geschäft erwartet das
Unternehmen daraus. Für das Papier spricht die merkliche
Bewertung unter Cash. Mit Stoppkurs ist die Aktie eine
Spekulation wert.
Interview mit Gerhard Holdijk, CEO der Balda AG
TradeCentre: Herr Holdijk, die jüngste, reduzierte Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2001 haben Sie nicht erreicht. Bitte nennen Sie uns die Gründe hierfür.
Gerhard Holdijk: Ursache für die leicht rückläufige Entwicklung auf circa 156 Millionen Euro gegenüber 160,3 Millionen Euro im Jahr 2000 waren der globale Konjunkturabschwung und der auch im vierten Quartal schwächer tendierende Handymarkt. Die anvisierte Erholung durch das Weihnachtsgeschäft blieb unter den Erwartungen.
TradeCentre: Was können wir mindestens beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen und beim EPS erwarten?
Gerhard Holdijk: Die verhaltene Umsatzentwicklung beeinflusst die Ergebnissituation. Sie wird unter Plan liegen. Zudem wird sie durch erhöhte Aufwendungen für die Neuausrichtung von Produktionssegmenten für die Medizintechnik im vierten Quartal belastet. Dennoch bleiben wir deutlich im profitablen Bereich. Am 28. Februar wird der Balda-Vorstand die Zahlen im Rahmen der Bilanzpressekonferenz präsentieren.
TradeCentre: Müssen Sie Wertberichtigungen auf offene Forderungen oder Vorräte in Ihrer Bilanz vornehmen?
Gerhard Holdijk: Nach heutigem Kenntnisstand nicht.
TradeCentre: Für das Geschäftsjahr 2002 wollen Sie mit 10 bis 20 Prozent wachsen. Wie hoch ist im neuen Jahr Ihre Planungssicherheit?
Gerhard Holdijk: Das Nichterreichen unserer Planzahlen für 2001 gründet sich auf die Entwicklung des Mobilfunkmarktes im vergangenen Jahr. Der Aufbau von hohen Lagerbeständen in den Shops am Ende des Jahres 2000, mit Auswirkungen in das Jahr 2001 hinein und eine große Marktpenetration im Bereich der Mobiltelefonnutzer in Europa, waren hierfür die ausschlaggebenden Kriterien. Unsere Planzahlen erarbeiten wir in Abhängigkeit zu den Kunden-Forecasts. Kommt es auf Seiten unserer Kunden zu Korrekturen hat dies direkten Einfluß auf die von Balda kommunizierten Planzahlen.
Im Jahr 2002 ist das Problem der Lagerbestände nicht mehr vorhanden. Das Wachstum verschiebt sich von Europa nach China. Heute der am schnellsten wachsende Markt für Mobiltelefone. Umsatz und Ergebnis des Joint-Venture
Balda-Mikron werden 2002 erstmalig für dass komplette Jahr bewertet. Das geplante Wachstum von 10-20 Prozent liegt innerhalb der Erwartungen der mit uns in Kontakt stehenden Analysten.
TradeCentre: Was können Sie uns aktuell über Ihre Auftragsbücher berichten? Sind Sie ausgelastet?
Gerhard Holdijk: Die Prognose für das Jahr 2002 wird der Vorstand der Balda AG am 28.02. vorstellen. Eine Vollauslastung im Bereich der Produktion ist aufgrund der Ordersituation unserer Kunden zur Zeit nicht gegeben. Im Gegensatz dazu sind der Werkzeugbau und die Konstruktion aufgrund der Anzahl der Projekte ausgelastet.
TradeCentre: Stichwort: Cash. Über wieviel Liquidität verfügt das Unternehmen Ende 2001?
Gerhard Holdijk: Diese Frage werden wir auf der Bilanzpressekonferenz am 28. Februar beantworten.
TradeCentre: Bereitet Ihnen Ihre finanzielle Situation keine Bauchschmerzen?
Gerhard Holdijk: Nein, für das geplante Wachstum stehen die Finanzmittel bereit.
TradeCentre: Wie verlaufen die Geschäfte in Asien und in Südamerika?
Gerhard Holdijk: China ist der Wachstumsmarkt der Mobilfunkbranche. Die Mobiltelefonhersteller passen sich dieser Nachfrageentwicklung durch Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten an. Balda profitiert als Partner vor Ort von dieser sehr positiven Entwicklung.
TradeCentre: Bitte konkretisieren Sie Ihre Pläne im Bereich Medizintechnik. Was machen Sie hier genau?
Gerhard Holdijk: Die Kernkompetenzen der Balda AG für die Herstellung hochwertiger Kunststoffkomponenten passen sehr gut in den Bereich Medizintechnik: Konstruktion und Produktion hochkomplexer Spritzgießwerkzeuge, Reinraumproduktion und dekorative Oberflächen-veredelung. Mit diesem Know-how produzieren wir zukünftig Behälter für die Aufnahme von Pharmazeutika. Das können zum Beispiel Spritzensets für Diabetiker sein, in einem ansprechenden Desgin, aber auch Inhalatoren, Pipetten, Cuvetten, Einwegspritzen, Insulinpins, Stechhilfen oder Laborausstattung.
TradeCentre: Was planen Sie zudem strategisch im neuen Geschäftsjahr?
Gerhard Holdijk: Nach der erfolgreichen Internationalisierung im Jahr 2001, wird der Aufbau eines weiteren Standbeines, der Medizintechnik, forciert. Zudem werden wir alle Synergien nutzen um unseren internationalen Auftritt weiter zu festigen.
TradeCentre: Ist mit einer Akquisition zu rechnen?
Gerhard Holdijk: Balda ist, sowohl das Know-how, als auch die benötigten Kapazitäten betreffend optimal aufgestellt. Zur Zeit gibt es zu diesem Thema keine Ambitionen.
TradeCentre: Wie sieht es aktuell mit Ihrer Konkurrenzsituation aus? Wo steht Balda in der Branche?
Gerhard Holdijk: Es gibt weltweit fünf große Hersteller von Kunststoffkomponenten für die Mobiltelefonindustrie. Balda ist aufgrund seines umfassenden Know-hows technologisch an der Spitze. Die Unternehmensgröße betreffend stehen wir an Nummer drei.
TradeCentre: Ihre Aktionäre haben zur Zeit wenig Freude mit Balda. Welche Hoffnungen können Sie ihnen auf Sicht von drei Jahren machen?
Gerhard Holdijk: Balda arbeitet in dem Wachstumsmarkt der Zukunft. Wir besitzen eine breite Kundenbasis und das für die Kundenanforderungen erforderliche Know-how. Wir haben unsere Internationalisierungsstrategie erfolgreich gestartet. Der Einstieg in den Medizinmarkt steht unmittelbar bevor. Hier sehen wir eine sehr erfreuliche Entwicklung für das zweite Halbjahr 2002 und für die kommenden Jahre.
Herr Holdijk, wir bedanken uns für das interessante Interview!
Quelle: Tradecenter.de
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patzi
IM plant 1.000.000.000 Umsatz in 2002
Syskoplan: hochprofitabler IT-Dienstleister
Dialog will zurück auf Wachstumskurs
syzygy wird unter Cash bewertet
Interview mit Gerhard Holdijk, CEO von Balda
Internationalmedia plant 1.000.000.000 Umsatz in 2002
langfristige / fundamentale Einschätzung: kaufen
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
Kräftig abgestraft hat die Börse die Internationalmedia AG (WKN 548 880) nach der Umsatz- und Profitwarnung am vergangenen Montag. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um eine Verschiebung von Erlösen in das laufende Geschäftsjahr. Als Grund wird uns aus München die Verzögerung beim Verkauf von Filmen angegeben. Kräftig zu Buche schlägt hier der Harrison Ford Streifen „K-19“. Dieser soll nun im Mai 2002 an den Start gehen und erst dann für das Q2 der Bilanz zu Gute kommen. Die Art und Weise der überraschenden Warnung ist sicher kritisch zu hinterfragen, denn damit hat IM bei dem ein oder anderen Investor das Vertrauen verspielt. Noch im November hat CEO Florian Bollen uns gegenüber die ursprüngliche Planung bekräftigt. Wie zu hören ist, soll das Management quasi bis zur letzten Minute Ende 2001 an die Erfüllung der Ziele gehofft bzw. geglaubt haben.
Wir erwarten für das abgelaufene Geschäftsjahr nunmehr Erlöse von 300 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 30 Millionen Euro. Richtig zur Sache soll es dann allerdings im laufenden Jahr bei den Bayern gehen. Satte 1 Milliarde Euro Umsatz (bedingt durch Übernahmen) sollen über den Tresen wandern. Die EBIT-Marge dürfte bei round about 10 Prozent liegen. Das entspricht knackigen 100 Millionen Profit vor Steuern und Zinsen. Mit dem Kauf von Spyglass und IEG gehört der Konzern ohne Zweifel zu den big Playern im Bereich der unabhängigen Produzenten im Filmgeschäft. In 2002 will IM circa 20 Filme produzieren. Aufgrund der spannenden Perspektiven für das Jahr 2002 was den Gewinn betrifft, sowie die Markt-Stellung des Konzerns sehen wir keinen Grund die Aktie auf deutlich ermäßigtem Niveau abzustufen. Wir glauben, dass es Firmenboss Bollen schnell wieder gelingt Investoren von dem Unternehmen zu überzeugen. Zudem sollen bereits die ersten beiden Quartale im laufenden Jahr sehr gut ausfallen.
Morgan Stanley hat das Rating auf „outperform“ zurückgenommen, setzt das Kursziel aber nichts desto trotz auf 30 Euro. Das würde einem Gewinn von 66 Prozent entsprechen. Nicht schlecht für eine Herabstufung. Antizyklisch kaufen.
Syskoplan: hochprofitabler IT-Dienstleister
langfristige / fundamentale Einschätzung: kaufen
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
In Kürze wird die Syskoplan AG (WKN 550 145) vorläufige Zahlen für das jüngst abgeschlossene Geschäftsjahr liefern. Für 2001 sollen rund 56 Millionen Euro Umsatz in den Büchern stehen und ein EBT von knapp 9 Millionen Euro hängen bleiben. Wie uns unsere Quellen aus der Branche zutragen, wird der CRM-Spezialist in jedem Fall im genannten Zielkorridor landen. Negative News sind aus Gütersloh nicht zu erwarten. Zudem ist die Gesellschaft ein echter cash earner. Zum Ende des Jahres sollen sich etwa 27 bis 28 Millionen Euro in der Kasse befinden. Zum Börsengang wurden lediglich 24 Millionen Euro eingesammelt.
Entscheidend ist allerdings der Ausblick für das laufende Jahr. Aber auch hier besteht kein Grund zur Sorge. Der bisher stramme Wachstumskurs wird beibehalten. Nach bisheriger Planung will die Company einen Umsatz in Höhe von 74 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einem knackigen Wachstum von 32 Prozent. Die EBT-Marge dürfte kaum geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Tendenziell ist die Chance sehr hoch, dass die Planung etwas nach oben geschraubt wird, hören wir.
Grund für den Optimismus des IT-Dienstleisters ist unter anderem der erfolgreiche Start des Joint Ventures mit dem Konsumgüterunternehmen Melitta. Dieser Deal bringt Syskoplan schätzungsweise 7 Millionen Euro Umsatz und einen leichten Gewinn in die Tasche. Nächstes Objekt der Begierde ist ein Unternehmen aus den USA. Gespräche werden bereits geführt. Es kann sich dabei sowohl um eine Mehrheits- als auch um eine Minderheitsbeteiligung handeln. News diesbezüglich erwarten wir im ersten Halbjahr.
Wir empfehlen die Aktie aufgrund des strammen Wachstumskurses, einer ansehnlichen EBT-Marge von knapp 16 Prozent und einer gut gefüllten Kriegskasse zum Kauf.
Pfeiffer: 10-15 % Wachstum in 02
langfristige / fundamentale Einschätzung: marktneutral
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
7 bis 8 Prozent weniger Umsatz als im Jahr 2000 lautet die
Erlöszahl bei Pfeiffer Vacuum (WKN 691 660) für das
Geschäftsjahr 2001 nach einer ersten Indikation. Das verrät
u n s F i n a n z v o r s t a n d W i l f r i e d G l a u m im
Hintergrundgespräch. Somit dürfte der Pumpenspezialist
Umsätze von grob 170 Millionen Euro eingefahren haben.
Die EBIT-Marge soll bei knackigen 18 Prozent liegen.
Nach neun Monaten hat das Unternehmen Umsätze von 130
Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von knapp 23
Millionen Euro erzielt. Der Gewinn pro Aktie erreichte 1,63
Euro. Bauchschmerzen bereitet der Gesellschaft weiterhin
der amerikanische Markt. Der Anteil am Konzernumsatz
aus dieser Region liegt bei rund 25 Prozent. Glaum sieht eine
Erholung erst im zweiten Halbjahr. Zufrieden ist der
Vorstand mit dem Geschäftsverlauf in Europa, insbesondere
in Deutschland, sowie Asien.
Für das laufende Jahr erwartet der CFO ein
Umsatzwachstum von mindestens 10 Prozent. Die
Planung beruht allerdings auf einer steigenden Nachfrage
im US-Markt ab der zweiten Jahresperiode. Die EBITMarge
soll weiterhin bei 18 Prozent liegen.
Interessant ist die zuletzt getätigte Übernahme des DVDHerstellers
Multimedia Machinery zum Spottpreis. Mit
dieser Akquisition beackert Pfeiffer den Wachstumsmarkt
DVD. 10 Prozent des Konzernumsatzes in 02 soll die
Gesellschaft liefern. Im Folgejahr sollen es bereits 15 bis 20
Prozent sein. Einen weiteren Zukauf schließt Glaum nicht
aus. „Im Moment gibt es jedoch nichts konkretes, allenfalls
gegen Endes des Jahres.“
Außerdem diskutiert das Management über einen möglichen
Rückkauf der eigenen Aktien. Der dafür nötige Beschluss
soll eventuell bereits auf der kommenden
Hauptversammlung folgen.
Seit unserer letzten Empfehlung Ende September 2001 (Kurs
25 Euro) hat sich die Aktie erfreulich entwickelt. Versuchen
Sie mit Abstauberlimits im Bereich 32 bis 34 Euro Stücke
abzufischen.
Dialog will zurück auf Wachstumskurs
langfristige / fundamentale Einschätzung: marktneutral
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
Im Fahrwasser des Handy Booms schwamm Dialog
Semiconductor (WKN 927 200) in 2000 auf einer
regelrechten Erfolgswelle. Das Gegenteil ist nunmehr im
abgelaufenen Jahr geschehen. Umsatz und Ertrag sind
markttypisch kräftig eingebrochen. Alle Hoffnungen liegen
nun im laufenden Geschäftsjahr. Da die Visibilität zum
heutigen Zeitpunkt noch sehr gering ist, rechnen wir mit
einem Umsatzwachstum in einer breiten Spanne von 20 bis
30 Prozent und einer schwarzen Null unterm Strich. Um
dieses Ziel zu erreichen dürfen existierende Kunden nicht
wegbrechen. Neue Kunden und neue Produkte dürften
den Wachstumsmotor anheizen, erfahren wir von Insidern
aus der Chip-Branche.
Der frisch gebackene Nemax 50 Wert hat gleich am
Jahresanfang eine Sonderabschreibung (nicht Cash wirksam)
von bis zu 42 Millionen Euro auf die Beteiligung an dem
Wafer-Zulieferer ESM publiziert. Mittlerweile beschäftigt
sich der Insolvenzverwalter mit dem Unternehmen. Ob
ESM in kurzer Zeit verkauft werden kann, weiß zum heutigen
Zeitpunkt keiner. In der Summe erscheint es wahrscheinlich,
dass Dialog die gesamten 42 Millionen Euro zum Ende des
Geschäftsjahres abschreibt. Schlussendlich werden das die
Wirtschaftsprüfer entscheiden.
Weitere negative News sind aus Nabern nicht zu erwarten. Im
Vergleich von Q3 auf Q4 soll die Company prozentuell
zweistellig zugelegt haben, entnehmen wir
Branchenkreisen. Wir erwarten für 2001 einen Umsatz von
rund 100 Millionen Euro und ein EBIT von rund 24
Millionen Euro, sowie einen Verlust von 15 Millionen Euro
(Ohne Berücksichtigung auf Afa ESM).
Zum 30.09. betrugen die liquiden Mittel 13,5 Millionen
Euro. Das am Neuen Markt und an der Nasdaq notierte
Unternehmen hat viel Geld in Forschung und Entwicklung
investiert um an einem möglichen Aufschwung im zweiten
Halbjahr kräftig zu profitieren. Sollte letzteres der Fall sein,
wird die Aktie den Markt wieder deutlich outperformen.
Aufgrund der konjunkturellen Risiken empfehlen wir die
Aktie derzeit nur mutigen Anlegern zum Kauf.
MorphoSys: 2001 verlief nach Plan
langfristige / fundamentale Einschätzung: marktneutral
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
Keine Negativen Überraschungen sind bei den
Geschäftsdaten für das Jahr 2001 bei MorphoSys (WKN 663
200) zu erwarten. Im Gespräch mit TradeCentre kündigt
Firmenlenker Dr. Simon Moroney planmäßige Zahlen an.
Der Umsatz soll in der Spanne von 15,5 bis 17,5 Millionen
Euro liegen. Nach neun Monaten haben die Martinsrieder
Erlöse von 12 Millionen Euro erzielt. Der EBIT-Verlust
betrug 4,4 Millionen Euro.
Der jüngst kommunizierte Einstieg von Schering
(Beteiligung von 10 Prozent) sichert die Liquidität der
Biotechschmiede. Circa 20 Millionen Euro fließen dem
Unternehmen daraus im ersten Quartal zu. Somit dürfte der
Cash-Bestand zum Ende der ersten Periode in 2002 bei 30
bis 35 Millionen Euro liegen. Die nächsten Schritte zum
Thema Aufbau einer eigenen Produktpipeline sollen im
März oder April bekanntgegeben werden. Die
Hauptbereiche sollen Krebs und Entzündungen sein.
Zudem ist angedacht die Pipeline bis mindestens zur Phase II
alleine zu führen, teilt uns der CEO mit. Für den Start reicht
unser Geld, ergänzt der Firmenboss. Des weiteren ist es
erklärtes Ziel im laufenden Jahr strategische Allianzen im
Zusammenhang mit der Produktpipeline zu bilden.
Beispielsweise könnte MorphoSys Zugang zu Zielmolekülen
erhalten und der Partner Zugang zu der Antikörper-
Bibliothek der Bayern. Intensive Verhandlungen mit
Biotech- oder Pharmariesen werden geführt, erläutert
Moroney. Ein weitere Beteiligung eines Unternehmens an
MorphoSys ist im Moment nicht Ziel des Managements.
In Sachen Rechtsstreit ("Griffith´s"-Patente, MorphoSys
erlangte bereits einen Teilerfolg) mit dem
Biotechunternehmen CAT haben die Briten inzwischen
Argumente (rund 40 Seiten voll) gegen die Entscheidung des
Bundesgerichts in Washington DC vorgelegt. Eine
Entscheidung in diesem Fall wird sich somit nochmals
verzögern. Moroney betont jedoch, dass die Sache mit CAT
für das Unternehmen inzwischen weniger relevant geworden
ist, als früher. Der Schering-Deal und die Erweiterung der
Zusammenarbeit im Bereich Antikörper mit Biogen (nach
unserer Schätzung dürften solche Deals ein Volumen im
mittleren einstelligen Millionenbereich einbringen) belegen
dies.
Die Aktie gehört sicherlich zu den interessanten Biofirmen
am Neuen Markt. Allerdings ist die Bewertung im Moment
recht ambitioniert. Spekulative Käufe empfehlen wir erst
bei Kursen um 45 Euro.
syzygy wird unter Cash bewertet
langfristige / fundamentale Einschätzung: marktneutral
kurzfristige / technische Einschätzung: marktneutral
Nach der Übernahme der Concept! liegen entsprechende
Vermutungen über einen Aufkauf der syzygy (WKN 510
480) sehr nahe, zumal die WPP-Gruppe an beiden
Unternehmen beteiligt ist. Fehlanzeige, erfahren wir
allerdings auf Nachfrage bei Finanzvorstand Sven-Roger
von Schilling. Eine entsprechende Absicht liegt nicht vor,
zudem haben die Altgesellschafter keine Interesse die
Firmenanteile abzutreten. Viel lieber wollen die Bad
Homburger mit ihrer Portokasse von 53 Millionen Euro
selbst zugreifen, teilt uns der CFO mit. „Wir sind permanent
auf Suche, das Unternehmen muss strategisch jedoch zu uns
passen und operativ profitabel arbeiten“. Einen Zeitpunkt
nannte der Finanzjongleur nicht. „Das kann manchmal sehr
schnell gehen.“
Hinsichtlich des Ergebnisses für 2001 hielt sich der Vorstand
bedeckt. Der Umsatz in Q4 dürfte bei der Marke um circa 4,5
Millionen Euro liegen. Somit dürften die Erlöse im
Gesamtjahr bei 18 Millionen Euro gelandet sein. Das
Geschäft im e-business gestaltet sich weiterhin sehr
schwierig. Eine Besserung erwartet von Schilling frühestens
in der zweiten Jahreshälfte. Im laufenden Jahr ist somit mit
einem Umsatz auf gleicher Höhe zu rechnen. Ziel dürfte
erneut ein ausgeglichenes Ergebnis sein.
Spannende Kundenprojekte sollen zur Cebit im
Zusammenhang mit der neuen Microsoft net-Plattform
verkündet werden. Entsprechend gutes Geschäft erwartet das
Unternehmen daraus. Für das Papier spricht die merkliche
Bewertung unter Cash. Mit Stoppkurs ist die Aktie eine
Spekulation wert.
Interview mit Gerhard Holdijk, CEO der Balda AG
TradeCentre: Herr Holdijk, die jüngste, reduzierte Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2001 haben Sie nicht erreicht. Bitte nennen Sie uns die Gründe hierfür.
Gerhard Holdijk: Ursache für die leicht rückläufige Entwicklung auf circa 156 Millionen Euro gegenüber 160,3 Millionen Euro im Jahr 2000 waren der globale Konjunkturabschwung und der auch im vierten Quartal schwächer tendierende Handymarkt. Die anvisierte Erholung durch das Weihnachtsgeschäft blieb unter den Erwartungen.
TradeCentre: Was können wir mindestens beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen und beim EPS erwarten?
Gerhard Holdijk: Die verhaltene Umsatzentwicklung beeinflusst die Ergebnissituation. Sie wird unter Plan liegen. Zudem wird sie durch erhöhte Aufwendungen für die Neuausrichtung von Produktionssegmenten für die Medizintechnik im vierten Quartal belastet. Dennoch bleiben wir deutlich im profitablen Bereich. Am 28. Februar wird der Balda-Vorstand die Zahlen im Rahmen der Bilanzpressekonferenz präsentieren.
TradeCentre: Müssen Sie Wertberichtigungen auf offene Forderungen oder Vorräte in Ihrer Bilanz vornehmen?
Gerhard Holdijk: Nach heutigem Kenntnisstand nicht.
TradeCentre: Für das Geschäftsjahr 2002 wollen Sie mit 10 bis 20 Prozent wachsen. Wie hoch ist im neuen Jahr Ihre Planungssicherheit?
Gerhard Holdijk: Das Nichterreichen unserer Planzahlen für 2001 gründet sich auf die Entwicklung des Mobilfunkmarktes im vergangenen Jahr. Der Aufbau von hohen Lagerbeständen in den Shops am Ende des Jahres 2000, mit Auswirkungen in das Jahr 2001 hinein und eine große Marktpenetration im Bereich der Mobiltelefonnutzer in Europa, waren hierfür die ausschlaggebenden Kriterien. Unsere Planzahlen erarbeiten wir in Abhängigkeit zu den Kunden-Forecasts. Kommt es auf Seiten unserer Kunden zu Korrekturen hat dies direkten Einfluß auf die von Balda kommunizierten Planzahlen.
Im Jahr 2002 ist das Problem der Lagerbestände nicht mehr vorhanden. Das Wachstum verschiebt sich von Europa nach China. Heute der am schnellsten wachsende Markt für Mobiltelefone. Umsatz und Ergebnis des Joint-Venture
Balda-Mikron werden 2002 erstmalig für dass komplette Jahr bewertet. Das geplante Wachstum von 10-20 Prozent liegt innerhalb der Erwartungen der mit uns in Kontakt stehenden Analysten.
TradeCentre: Was können Sie uns aktuell über Ihre Auftragsbücher berichten? Sind Sie ausgelastet?
Gerhard Holdijk: Die Prognose für das Jahr 2002 wird der Vorstand der Balda AG am 28.02. vorstellen. Eine Vollauslastung im Bereich der Produktion ist aufgrund der Ordersituation unserer Kunden zur Zeit nicht gegeben. Im Gegensatz dazu sind der Werkzeugbau und die Konstruktion aufgrund der Anzahl der Projekte ausgelastet.
TradeCentre: Stichwort: Cash. Über wieviel Liquidität verfügt das Unternehmen Ende 2001?
Gerhard Holdijk: Diese Frage werden wir auf der Bilanzpressekonferenz am 28. Februar beantworten.
TradeCentre: Bereitet Ihnen Ihre finanzielle Situation keine Bauchschmerzen?
Gerhard Holdijk: Nein, für das geplante Wachstum stehen die Finanzmittel bereit.
TradeCentre: Wie verlaufen die Geschäfte in Asien und in Südamerika?
Gerhard Holdijk: China ist der Wachstumsmarkt der Mobilfunkbranche. Die Mobiltelefonhersteller passen sich dieser Nachfrageentwicklung durch Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten an. Balda profitiert als Partner vor Ort von dieser sehr positiven Entwicklung.
TradeCentre: Bitte konkretisieren Sie Ihre Pläne im Bereich Medizintechnik. Was machen Sie hier genau?
Gerhard Holdijk: Die Kernkompetenzen der Balda AG für die Herstellung hochwertiger Kunststoffkomponenten passen sehr gut in den Bereich Medizintechnik: Konstruktion und Produktion hochkomplexer Spritzgießwerkzeuge, Reinraumproduktion und dekorative Oberflächen-veredelung. Mit diesem Know-how produzieren wir zukünftig Behälter für die Aufnahme von Pharmazeutika. Das können zum Beispiel Spritzensets für Diabetiker sein, in einem ansprechenden Desgin, aber auch Inhalatoren, Pipetten, Cuvetten, Einwegspritzen, Insulinpins, Stechhilfen oder Laborausstattung.
TradeCentre: Was planen Sie zudem strategisch im neuen Geschäftsjahr?
Gerhard Holdijk: Nach der erfolgreichen Internationalisierung im Jahr 2001, wird der Aufbau eines weiteren Standbeines, der Medizintechnik, forciert. Zudem werden wir alle Synergien nutzen um unseren internationalen Auftritt weiter zu festigen.
TradeCentre: Ist mit einer Akquisition zu rechnen?
Gerhard Holdijk: Balda ist, sowohl das Know-how, als auch die benötigten Kapazitäten betreffend optimal aufgestellt. Zur Zeit gibt es zu diesem Thema keine Ambitionen.
TradeCentre: Wie sieht es aktuell mit Ihrer Konkurrenzsituation aus? Wo steht Balda in der Branche?
Gerhard Holdijk: Es gibt weltweit fünf große Hersteller von Kunststoffkomponenten für die Mobiltelefonindustrie. Balda ist aufgrund seines umfassenden Know-hows technologisch an der Spitze. Die Unternehmensgröße betreffend stehen wir an Nummer drei.
TradeCentre: Ihre Aktionäre haben zur Zeit wenig Freude mit Balda. Welche Hoffnungen können Sie ihnen auf Sicht von drei Jahren machen?
Gerhard Holdijk: Balda arbeitet in dem Wachstumsmarkt der Zukunft. Wir besitzen eine breite Kundenbasis und das für die Kundenanforderungen erforderliche Know-how. Wir haben unsere Internationalisierungsstrategie erfolgreich gestartet. Der Einstieg in den Medizinmarkt steht unmittelbar bevor. Hier sehen wir eine sehr erfreuliche Entwicklung für das zweite Halbjahr 2002 und für die kommenden Jahre.
Herr Holdijk, wir bedanken uns für das interessante Interview!
Quelle: Tradecenter.de
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patzi