Der in die Finanzkrise geschlitterte Filmproduzent Senator Entertainment SMN.ETR schließt eine Insolvenz nicht aus, hofft aber immer noch auf eine Lösung mit den Banken.
Wie ein Unternehmenssprecher am Donnerstag auf Anfrage sagte, werde "in wenigen Wochen" eine Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens fallen. Senator führe nun Gespräche mit seinen Kreditgebern. "Es wird schnell reagiert, um das Gleichgewicht wieder herzustellen," sagte der Sprecher.
Erste Verhandlungsergebnisse gebe es noch nicht.
Senator hatte am Morgen mitgeteilt, dass wegen hoher Abschreibungen auf das Filmvermögen und Unternehmensbeteiligungen im vergangenen Jahr das Grundkapital komplett aufgezehrt wurde. Die Höhe der Abschreibungen wollte der Sprecher nicht nennen, da der Jahresabschluss noch nicht komplett unter Dach und Fach sei. Die Senator-Aktie stürzte am Donnerstagmorgen sinkflugartig ab: Der Kurs brach um 20,69 Prozent auf 0,46 Euro ein.
2003 OPERATIV ERNEUT ROTE ZAHLEN
Vor zwei Tagen hatte Senator einen voraussichtlichen Umsatz für das Geschäftsjahr 2003 zwischen 54 und 57 Millionen Euro angekündigt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll sich auf 20 bis 24 Millionen Euro belaufen. Operativ werde Senator für 2003 erneut eine rote Zahl melden, kündigte der Sprecher am Donnerstag an. "Aber eine kleinere als im Vorjahr." Für 2004 peile Senator operativ wieder schwarze Zahlen an.
Senator hatte bereits im Jahr 2002 einen Rekordverlust von 178 Millionen Euro präsentiert. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres war ein Verlust von 6,9 Millionen Euro angefallen. Die jetzt angekündigten Abschreibungen beziehen sich vorwiegend auf ältere Titel des Senator-Filmkatalogs. Senator hatte die Abschreibungen mit den "sich anhaltend verschlechternden Marktverhältnissen in der Kinobranche sowie im internationalen und nationalen Lizenzhandel" begründet.