wünsche ich. Habe mal wieder etwas von meinem Lieblingsposter Chartex mitgebracht, damit ihr etwas zu Lesen habt und der Sonntag nicht zu langweilig wird.
Derzeit bin ich unterwegs und nur über Laptop und Mobil-Telefonmodem im Internet. Auch habe ich nur wenig Zeit und beschränkten Zugriff auf meine sonstigen Informationsmedien.
Mein Eindruck ist, dass derzeit bei den Shorties der Kittel brennt. Trotz des unglaublich hohen Einsatzes von inzwischen wohl 7-8 Mio leerverkaufter Aktien haben sie es immer noch nicht geschafft, den Kurs wirklich nach unten zu prügeln. Der derzeitige Kursrückgang von nur 18% unter das Allzeithoch ist für diesen gewaltigen Short-Einsatz ein echter Witz und ein Armutszeugnis der Shorties. Sie haben sich wahrlich die falsche Aktie ausgesucht.
Und nun wird in letzter Verzeweiflung alles in die Schlacht geworfen was nur laufen kann. Dieser arrogant und über-agressiv auftretende User mit dem Namen, der an einen Sanitärreiniger erinnert, und der in totaler Überheblichkeit vorspielt, der alleinige Inhaber der richtigen Informationen zu sein, der einzige Fachkundige in diesem Thread hier, ist das beste Beispiel dafür (ich bin ja eigentlich sehr tolerant gegenüber der nicht korrekten Rechtschreibung, aber wenn, wie in diesem Fall die Texte nur so vor Fehlern strotzen und oft sogar der Sinn nicht mehr zu erkennen ist, dann ziehe ich da vielleicht auch meine Schlüsse auf sonstige Qualitäten der Person).
Da Leerverkäufe für den geplanten Kursrutsch nicht ausgereicht haben, muss man nun versuchen, die Anleger selbst in Deutschland, das für den Kurs in Toronto nur eine untergeordnete Rolle spielt, per Schock-Therapie zum panischen Verkauf der Aktien zu bewegen. Da werden, wieder einmal, alle nur greifbaren Fakten in Frage gestellt, unterlegt mit einigen Tatsachen, um dem ganzen einen glaubwürdigeren Anstrich zu geben.
Das hatten wir doch alles schon einmal - und anschliessend ging es um 150% nach oben.
Da im Augenblick so sehr auf dem angeblichen Total-Ausverkauf der Moly-Lagerbestände herumgeritten wird:
Tatsache ist, dass im ersten Quartal ein Teil der Lagerbestände verkauft wurde. In Vergessenheit geraten ist anscheinend die Tatsache, dass bei der Fragestunde zu den Q1-Zahlen (oder war es eine der Präsentationen - wie gesagt, ich habe im Moment nur beschränkten Zugriff auf meine Aufzeichungen) ganz klar gesagt wurde, dass die Produktionsmenge von 2 Monaten als Bestand unverzichtbar ist, um immer lieferfähig zu bleiben.
Die verkaufte Menge von 10 Mio Pfund (habe ich im Augenblick nur aus den eben gelesenen Postings) ist aber sehr leicht zu erklären: Die Röstkapazität von Langeloth wird entsprechend ausgenutzt. Soweit dies nicht durch selbst produziertes Moly geschehen kann, wird Fremd-Konzentrat zugekauft und geröstet. Es wird also jedes Quartal die entsprechende Menge verkauft, ganz egal wie hoch die eigene Produktion ist. Die verkaufte Molymenge ist also absolut ungeeignet, um festzustellen, wieviel des Lagerbestandes verkauft wurde.
Vor etwa einer Woche hat mir ein User hierzu eine Frage gestellt. Da meine Antwort darauf inzwischen vielleicht ins allgemeine Interesse gerückt ist, will ich die Antwort darauf hier einstellen:
TCM hat bei der Übernahme von dem alten Unternehmen Thompson Creek unter anderem auch das Molybdänlager mit 7,8 Mio Pfund übernommen.
Der Kaufpreis (575 Mio $ (dazu kommen später noch weitere Zahlungen)) war höher als der Buchwert des Unternehmens. Nach den in Kanada geltenden Bilanzierungsvorschriften musste der übersteigende Teil des Kaufpreises auf die vorhandenen Warenvorräte und Halbfertigprodukte (also hauptsächlich auf das Moly im Lager) aufgeschlagen werden bis zum marktüblichen Verkaufspreis.
Das heißt im Klartext, diese 7,8 Mio Pfund Moly waren buchhalterisch mit dem Verkaufspreis bewertet (und damit nach Angaben in der Jahresrechnung mit einem Mehrpreis in Höhe von 98,5 Mio $ (sog. "goodwill"). Der Verkauf der ersten 7,8 Mio Pfund Moly nach der Übernahme erbrachte also (buchhalterisch) praktisch keinen Beitrag zur Deckung der Kosten, wobei die Kosten (insbesondere die laufenden Arbeiten zur Produktion, aber auch Verwaltung, Verkauf usw.) aber auf der Ausgabenseite weiterliefen.
In den letzten 67 Tagen von 2006 (also seit dem Tag der Übernahme) hat dies das Betriebsergebnis mit 68.9 Mio $ belastet und es wurde Verlust ausgewiesen (Quelle: News vom 26.3.2007 CCN-Matthews und Jahreszahlen 2006 SEDAR).
Im ersten Quartal 2007, in welchem der Rest des übernommenen Lagerbestandes verkauft wurde, hat dieser Effekt nochmals die Gewinn-Rechnung mit rund 30 Mio $ belastet (Quelle: Q1-Zahlen). Trotzdem wurde ein Gewinn ausgewiesen in Höhe von 47 Mio $. Ohne diesen Sondereffekt wäre der Gewinn um 30 Mio höher, also 77 Mio $ gewesen.
Richtig ist, dass ein Teil des Lagerbestandes verkauft wurde. Nach Aussagen von TCM ist es jedoch nicht möglich, den gesamten Lagerbestand zu verkaufen, da man vertragliche Lieferverpflichtungen hat und unter allen Voraussetzungen lieferfähig bleiben muss. Dafür ist ein Lagerbestand in Höhe von etwa 2 Monatsproduktionen erforderlich, also etwa 4-5 Mio Pfund. Somit wurde der übernommene Lagerbestand in den ersten 5 Monaten seit Übernahme um etwa 3-3,5 Mio Pfund abgebaut, was in der Tat einem Wert von den genannten 78 Mio entspricht.
Der User sieht den weiteren Abbau des Bestandes allerdings zu optimistisch. Ein weiterer Abbau ist nicht möglich.
Hingegen hat er die Sonderbelastung aus der Übernahme schlichtweg unter den Tisch fallen lassen. Diese sonderbelastung ist im 2. und 3.Quartal natürlich nicht mehr vorhanden und entsprechend günstiger wird das Ergebnis ausfallen.
Nach den Aussagen von TCM werden im 2. und 3. Quartal die Produktionszahlen in der Thompson-Creek-Mine zurückgehen, da viel taubes Gestein beiseite geräumt werden muss und Erz mit geringerem Gehalt verarbeitet wird. Im 4. Quartal wird dann die Produktion wieder voll laufen.
Ausgehend von der Gesamt-Produktionsmenge für 2007 in Höhe von 21 Mio Pfund Moly ergibt sich dann folgendes Bild:
(Geplante Gesamtproduktion Thompson Creek Mine 12,8 Mio Pfund, Endako 8,5 Mio Pfund)
1.Quartal
In der Thompson Creek Mine wurden produziert: 3,842 Mio Pfund
In der Endako-Mine wurden produziert: 1,591 Mio Pfund (nur TCM-Anteil)
Zusammen also 5,433 Mio Pfund.
2. und 3. Quartal
In der Thompson Creek Mine werden je Quartal produziert: ca. 2,579 Mio Pfund (verminderte Menge).
In der Endako-Mine werden je Quartal produziert ca. 2,3 Mio Pfund
Zusammen also 4,858 Mio Pfund.
4. Quartal
In der Thompson Creek Mine werden produziert: ca. 3,8 Mio Pfund
In der Endako Mine werden produziert ca. 2,3 Mio Pfund
Zusammen also 6,1 Mio Pfund.
Nach dieser Rechnung sinkt die Produktion des Unternehmens von 5,433 Mio Pfund für Q1 auf 4,858 Mio Pfund für Q2 und Q3 (= -0,575 Mio Pfund).
Dies entspricht zunächst, bewertet mit den Verkaufspreisen des 1.Quartales einem Mindererlös von 14 Mio $.
Dafür kann die gesamte Produktion aufgrund der gestiegenen Moly-Preise statt für bisher etwa 25 $ je Pfund nun für etwa 30 - 32 $ je Pfund verkauft werden. Dies entspricht einem Mehrerlös von etwa 29 Mio $.
Fassen wir zusammen: Im 1.Quartal verbuchte TCM einen Gewinn von 47 Mio $, dazu kommt der Wegfall der Sonderbelastung aus der Übernahme mit 30 Mio $, sind zusammen 77 Mio $.
Durch verringerte Produktionsmenge kann Moly für 14 Mio $ nicht verkauft werden, dafür steigt aufgrund höheren Preises der Erlös für das tatsächlich produzierte und verkaufte Moly um 29 Mio $. Wenn man die Steuer auf den Mehrerlös von 45 Mio $ noch mit 16 Mio berücksichtigt, dann verbleibt in der Summe einen Gewinn von 76 Mio $.
So, nun kann ich beim besten Willen nicht sehen, woher der User seinen Pessimismus nimmt. Natürlich sind die genauen Produktionszahlen erst im Nachhinein bekannt. Aber selbst wenn es keine 76 Mio Gewinn werden sondern nur 60 Mio, dann ist das immer noch ein absolut super Ergebnis.
Un warum bin ich der Ansicht, dass den Shorties der Kittel brennt?
7 - 8 Mio leerverkaufter Aktien, das entspricht bei den derzeitigen Umsätzen etwa dem Volumen von 10 Tagen. 10 Tage an welchen nur und ausschliesslich nur die Shorties kaufen dürften um glattzustellen. Eine idiotische Vorstellung. In der Praxis wären eher 20, vielleicht auch 30 Tage erforderlich, um diese gewaltige Menge an Aktien glatt zu stellen. Und wenn an 20 aufeinanderfolgenden Tagen die doppelte Aktienmenge nachgefragt würde, dann würde das so einen Kaufdruck bewirken und damit einen Kursanstieg, dass sehr schnell andere Käufer, Anleger, Kurzfristzocker usw. mit aufspringen und kaufen würden. Für die Shorties besteht also ein echtes Problem, diese gewaltige Zahl von Aktien wieder zu kaufen. Da reichen die erzielten 18% Kursrückgang bei weitem nicht, dass auch nur ein Teil der Shorts in die Gewinnzone kommen kann. Und den letzten beissen die Hunde.
Wenn also einer der Großen die Nerven verliert und ungehemmt zu kaufen beginnt, dann löst er ein Blutbad aus unter all den Anderen, oder er metzelt sich zwecks Schadensbegrenzung sogar selbst, wenn er eine richtig große Zahl von Aktien geshortet hat.
Ich glaube, dass die Shorties ein richtig gigantisches Problem haben. Entweder sie schaffen es, den Kurs noch sehr schnell und sehr viel weiter nach unten zu treiben (bevor irgendwelche bedeutsamen News kommen), es müssten unter dem jetzigen Kursniveau 7-8 Mio Aktien geschmissen werden, oder sie erleben ein riesiges Waterloo.
Fundamental hat sich bei TCM nichts geändert. Wer also in die Aktie investiert ist, der hat eigentlich keinen Grund beunruhigt zu sein. Die Besitzer von Zertis können leider, je nach KO-Schwelle, nicht ganz so unbesorgt sein, da niemand im Moment absehen kann, wann der Kurs wieder nach oben dreht. Dies kann bereits am Montag sein, kann sich aber auch noch hinziehen.
Die nächsten Tage habe ich leider noch weniger Gelegenheit mich hier im Forum unzusehen.
Viele Grüsse
chartex