PS: wen das Thema mit der ominösen Tabelle nicht interessiert, einfach ignorieren.
Ich versuche etwas reale Mahtematik und reale Physik zu vermitteln.
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Das Märchen von der REALEN Reichweite
Es gab einmal einen Mann, der fuhr gerne eine Hausrunde, und die war 25 km lang. Und weil er Geld verdienen wollte, indem er diese Ergebnisse tollen Zeitungen verkaufte, fuhr er verschiedene Autos auf seiner Hausrunde, und errechnete dann zwei schöne Dinge daraus:
Die 'REALE Reichweite', und wie weit man mit einem Liter Kraftstoff mit diesem oder jenem Auto kommen würde.
Und weil er so glücklich war, dass er das konnte, lieh er sich sogleich zwei Autos, und er fuhr mit ihnen zwei Hausrunden:
Auro 1. Er verbrauchte 1,5 Liter Kraftstoff. Machte extrapoliert auf 100 km Strecke 6 Liter.
Auf 500 km Strecke ergab sich daraus EXTRAPOLIERT ein Verbrauch von 30 Litern.
Auto 2. Er fuhr die Runde ein zweites Mal - auch ein Diesel Auto, aber es hatte 50 PS mehr, hatte daher 100 kg mehr Gewicht, der Tank war viel größer, es passten 20 Liter mehr hinein, und der Tank war natürlich voll, der hatte auch andere Reifen, und vielleicht gab es etwas mehr Gegenwind auf der Strecke, oh, und etwas Regen, und er fuhr das Auto natürlich anders, ist ja schwerer, und siehe da: sein Verbrauch lag bei 2 Liter Kraftstoff für 25 km.
Ergab bereits 8 Liter auf 100 km, und EXTRAPOLIERT auf 500 km einen Verbrauch von 40 Litern.
Nun rechnte er beide um, d.h. er schaute: Wieviele Kilometer kam er denn nun mit einem Liter? Dazu nahm er die 500 km Zahlen.
Fall 1: 17,7 km
Fall 2: 12,5 km
Oh, quelle surprise: der Wagen mit dem großen, schweren Diesel Motor war schlechter als der Wagen mit dem kleinen, leichten Diesel Motor!
Was für eine Dreckskiste, man kann mit Auto 1 ganze 5,2 km mehr je Liter zurücklegen, als mit Auto 2!
Hmm. Er wurde misstrauisch.
Er dachte: 'Was wäre denn, würde ich den selben Wagen wie in Fall 1 erneut fahren, aber ich würde, man ist ja keine Maschine, beschleunigt anders, es ist windiger, regnet auch, etwa 0,25 Liter mehr auf die 25km Strecke verbrauchen, also 1,7 Liter anstatt zuvor 1,5 Liter?'
Das wüede auf 100 km einen Liter mehr ergeben, also anstelle 6 Liter wären es 7 Liter.
Auf 500 km EXTRAPOLIERT erhäbe das dann 35 Liter auf 500 km.
Umgerechnet auf einen Liter ergäbe das: 14,3 km. Ist ja plötzlich ganz schön dreckig, das Auto 1. und Auto 2 ist nicht mehr so wild?
Fall 1a: 17,7 km Fall 1b: 14,3 km
Fall 2: 12,5 km.
Oh, dachte er: 'ich Trottel! Ich vergleiche ein schweres Auto mit mehr PS mit einem leichten Auto mit wenig PS?'
Was tun? Vielleicht weniger betonen, dass Auto 2 mehr PS hat, und mehr wiegt? Sonst wäre ja mein Test offensichtlich sinnlos? Wäre ja klar, dass ein schwereres Auto mit mehr PS einen höheren Verbrauch hat.
Ja, könnte klappen. Und dann nenne ich das Ergebnis, 'reale Reichweite', dann fällt auch nicht weiter auf, dass ich extrapoliert habe
Und so tat er es, und er verkaufte dieses Ergebnis einer Zeitschrift. Und alles ward gut, er wurde bezahlt, und er war glücklich.
Und andere Zeitschriften übernahmen das Ergebnis, wenn auch leicht verkürzt: 'Auto 2 ist eine Dreckschleuder, weil man damit 5,2 km weniger mit einem Liter kommt!'
Und da manch einer Auto A nicht mochte, wollte er gar nicht wissen, ob der Test sinnvoll war, oder weniger Sinnvoll - Auto 2 war schlecht, und damit war auch er glücklich.
Und die Moral von der Geschicht‘: traue keinen Tests, die Du nicht selber überprüft hast. Und traue keinem, der EXTRAPOLATIONEN nicht als solche erkennt - und der sich der Probleme nicht bewusst ist. Oder nicht bewusst sein will.
PS: Diese Rechnung soll zeigen, dass es absoluter Unsinn ist unterschiedliche Autommodelle auf diese Art zu testen, weil EXTRAPOLIEREN den ursprünglichen Messfehler vervielfacht.
Und in diesem Märchen hat man sogar doppelt extrapoliert, dem aufmerksamen Leser ist das nicht entgangen:
A. 25 km -> 100 km Faktor 4
B. 100 km -> 500 km Faktor 5
Am Ende wurde das dann auf Reichweite in km runtergebrochen.
Der einzig richtige Test wäre, dass man reale 500km am Stück fährt, also die Strecke so lange fährt, bis die 500 km voll sind.
Dann hat man den REALEN VERBRAUCH auf 500 km, und daraus ERRECHNET man den Durchschnittsverbrauch auf 100 km - oder auch anders herum, wie weit man mit einem Liter käme.
Das wäre eine sinnvolle Messung. Die einzig sinnvolle Messung. Man lernt es, so glaube ich, auch heute noch in der Fahrschule.
Was zuvor im Märchen gemacht wurde, hätte wegen der Fehlerfortpflanzung durch die doppelte Extrapolation kaum eine Aussagekraft.
Das dann trotz Extrapolation 'Reale Reichweite' zu nennen, wäre 'Real-Satire'.