Dass es gestern einige Short Investierte durchgeschüttelt hat, ist natürlich sehr bitter. Frust wegschütteln, neu Short einsteigen. Wir bisher auch. Wann, wenn nicht jetzt?
/Ironie off
Mich wundert es, dass angesichts der Verteilung der Aktien überhaupt irgend jemand daran geglaubt hat, dass man Elon Musk entmachten kann.
Und was gut war? Teslas Produktionsstandort in China wird demnächst benannt, man kommt voran, der für Europa ebenfalls, die 5.000 Model 3 je Woche werden immer wahrscheinlicher, und es zeigt sich immer mehr, dass Teslas langfristige Strategie Hand und Fuß hat.
UND: Man erkennt immer mehr, dass die Dinos mit ihren Ankündigungen schnell gegensteuern zu können, vor unerwarteten Schwierigkeiten stehen: Daimler muss ein halbes Jahr Produktionsverzögerung für sein angekündigtes BEV anmelden (Mitte 2019 anstatt Anfang 2019), komischerweise wundert das weder die Shortys noch WernerGg (ist doch egal?), und denen anderen fliegt ihr Diesel Thema derart um die Ohren, dass sie auch im Jahr 3 mit Krisenbewältigung beschäftigt sind, anstatt sich auf das Business zu konzentrieren.
Für Tesla ist das gut - Zeit, um mit dem Model 3 wichtige Marktanteile im Mittelklasse Segment zu besetzen.
Was aber noch fataler ist: Sie kriegen nicht mal ihre Verenner-Technik in den Griff ... als ob WLPT über Nacht über sie hereinbrach.
Entgegen den Medien finde ich es nicht schlimm, dass sie mit den Genehmigungen nicht nachkommen, sondern schlimmer ist m.E., dass sie eben inditekt eingestehen, dass bestimmte Modelle nicht sauber zu kriegen sind - und deswegen nicht weiter produziert werden. Und das nur, weil der Standard sich geändert hat, und IM Straßenverkehr gemessen wird. Und nicht auf dem Prüfband, das sih mittels Betrugssoftware als schlechtes Verfahren erwies.
Zu deutsch: kaum schaut man genauer hin, ist alles Makulatur. Und das anscheinend auch bei den neuen 6er Temp Normen.
PS: Dass auch diesbezüglich die Medien Clickbait betreiben, ist ebenso mies. Wenn da also geschrieben wird, Porsche würde die Produktion einstellen müssen - und dann sind es nur zwei Modelle, dann ist es exakt die Form von Berichterstattung, die ich gegenüber der über Tesla kritisiere.
Nur einige Beispiele, was über die Dinos in den letzten Tagen hereinbrach:
- WLTP - die plötzliche Bedrohung, die niemand kannte? ;-)
Spätestens jetzt sollten Tesla Kritiker nachdenklich werden - wie kann das nach 100 Jahren Produktionserfahrung und trotz Technologievorsprung passieren? Ts, ts, ts.
www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/...on/22645114.html
Inklusive der eben angesprochenen Clickbait Übertreibungen und Fake News.
- Zetsche kann es nicht, das wird immer deutlicher, und die Wahrheit könnte auf der Strecke geblieben sein:
www.zeit.de/mobilitaet/2018-06/...senverkehr-harnstoffloesung
"Bei mehreren Mercedes-Modellen soll nicht genug Harnstofflösung zur Abgasreinigung eingespritzt worden sein. Laut ZEIT könnten bis zu 900.000 Fahrzeuge betroffen sein."
- "Viele neue Autos sind nicht zu haben, weil die Hersteller mit dem Umstieg auf neue Testverfahren kämpfen."
www.zeit.de/mobilitaet/2018-06/...hren-diesel-benziner-filter
Die Politik soll schuld sein, und nicht ihr vergebliches Vertrauen, dass ihre Lobby es irgendwie schon wieder drehen wird. ;-)
- Jobs in der Automobilindustrie könnten verloren gehen. Oh, wie überraschend?
www.zeit.de/mobilitaet/2018-06/...utos-arbeitsplaetze-verlust
"Bei der Produktion von Elektromotoren sind weniger Arbeitskräfte nötig als für Benzin- und Dieselantriebe. Laut einer Studie könnten Zehntausende Jobs wegfallen."
Wer hat es gesagt? Nein, nicht die Schweizer.
- Milliarden Strafzahlung für Daimler?
www.zeit.de/wirtschaft/2018-06/...ter-ordnungsgeld-milliarden
- Porsche muss nachsitzen ... WLTP kam überraschend?
www.zeit.de/mobilitaet/2018-06/...len-neuwagen-einschraenkung
- Es geht los mit Fahrverboten - nichts, was im Moment schlimm wäre, aber die Signalwirkung ist verheerend:
www.zeit.de/mobilitaet/2018-05/...g-fahrverbot-diesel-polizei
Sag mal, Ernst: dagegen sind doch die vermeintlichen 'negativen' Nachrichten bei Tesla echte Peanuts: Tesla hat nur ein Problem - die Produktion des Model 3 hochzufahren - und fass gelingt zusehends besser und bessrr.
@WernerGg: 5.000 je Woche entspricht bei 50 Wochen 250.000 Stück, und bei einem geschätzten Verkaufspreis von 50.000 Dollar je Model 3 sind das 12,5 Milliarden. Oder bei einer durchschnittlichen (!) Marge von 25% etwa 3 Milliarden Dollar jährlich. Zusätzlich zu den Umsätzen und Erlösen des Model S und X.
Das wird sicher nicht für alle Investitionen genügen, Model Y, Semi, Roadster etc., neue Produktionsstätten, aber es bestätigt, dass das Konzept funktioniert - alles aus einer Hand - und nun fehlt nur noch das Wachstum umzusetzen.
Also: Drei Kontinente, drei Produktionsstraßen. Und man hat die dreifache Menge an Autos im Jahr.
Irgend jemand warf die Frage auf, wer so viele Mittelklasse Model 3 für 50.000 Dollar kaufen soll? Antwort: Audi, VW, Daimler Kunden, und andere Hersteller von Mittelklasse Autos - zu deren Lasten ging der Verkauf von Model S und X, und so wird es auch beim Model 3 sein.
Denn eines wird immer klarer: es wird doch nicht so einfach aufzuholen. Keine Akkus, keine Kapazitäten, die Mitarbeiter wollen beruhigt sein, und die Zulieferer ebenfalls.
Dass mit dem Jaguar I-Pace ein indischer Konzern (Tata) die deutschen Autobauer hinter sich gelassen hat, das ist bezeichnend - sogar Tata war schneller als 'unsere' Dinos.
Das passiert, wenn man meint die Zukunft mitgestalten zu können, indem man auf die Mremse tritt. Am Ende ist man eben hoffnungslos hinten.
Und dann muss man alles auf einmal angehen. Operation am offenen Herzen.
Und derweil wird Tesla seine Produktion einfach hochfahren, mit Null Altlasten.
Und solange diese Illusion mit solchen Artikeln aufrechterhalten wird ...
"So schlimm ist es allerdings nicht, denn die wirklich neuesten Dieselautos der Norm Euro 6d-temp lässt die Untersuchung unberücksichtigt. Die Messmethode könne "diese allerneuesten Fahrzeuge gar nicht erfassen", teilte ICCT-Geschäftsführer Peter Mock gegenüber manager-magazin.de mit."
... wird sich nichts zum Besseren ändern: denn 'unsere' Autobauer haben derzeit nahezu Null Euro 6d-Temp Fahrzeuge ...
Die Hoffnung scheint der Autor den Autobauern vergeblich zu machen. Kritik am aktuellen Status? Geht gegen Null.
"Oberste VW-Jäger machen Dieselfans plötzlich Hoffnung"
www.manager-magazin.de/unternehmen/...e-technik-a-1211536.html
Das ist die bittere Realität: "Fraglich ist indes, ob die späte Einsicht den Diesel jetzt noch retten kann. Wie erschreckend groß der Flurschaden bei der bestehenden Flotte ist, machte der ICCT in seinem Bericht deutlich. Abgasmessungen bei mehr als 700.000 Autos hätten "die schlimmsten Befürchtungen bestätigt", heißt es zu der Untersuchung. Im Schnitt stießen Euro-6-Diesel mehr als das doppelte der erlaubten Schadstoffmengen aus, mache sogar das Vierfache."
Für Tesla und andere Hersteller von echten BEVs eröffnet das gute Chancen für ein weiteres Wachstum in den nächsten zehn Jahren.
Für die Dinos? Mal schauen.