Richtig, Strom aus Wind und Sonne ist für sich genommen nicht "Grundlastfähig". Aber "Grundlastfähig" und "Zappelstrom" sind inzwischen eh eher Kampfbegriffe der fossilen Lobby als nützliche technische Begriffe um Probleme der Energieversorgung von morgen zu lösen. Und die fossile Lobby hat gründlich dafür gesorgt, dass diese Kampfbegriffe sich ganz tief in den Gehirnen festgesetzt haben. Man denke nur an die Propaganda eines Herr Sinns der mit idiotischen Pseudorechnungen unsinnige Behauptungen verbreitet.
Tatsache ist dass die erneuerbaren stark schwanken und der Verbrauch ebenfalls stark schwankt. Und Verbrauch und Produktion müssen eben zu jederzeit zwingend identisch gehalten werden. Wir brauchen daher ausreichende Regelleistungen und Speichermöglichkeiten. Und Kohlekraftwerke sind nun mal nur sehr eingeschränkt regelbar und haben daher in der Energieerzeugung der Zukunft keinen Platz mehr. Ob man sie jetzt in 5, 10 oder 15 Jahren abschaltet sei mal dahingestellt.
Die erwartbare Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne ist sehr gut vorhersehbar und Wind und Sonne ergänzen sich jahreszeitlich gesehen sehr gut. Und z. B. liefern moderne Windanlagen inzwischen mehr als 50% der Zeit ihre volle Leistung. Tage ohne Windkraft in ganz Deutschland gibt es praktisch keine, schon gar nicht in ganz Europa. Ähnliches gilt für PV. Moderne Modulen sind bei diffusem Licht inzwischen viel effizienter geworden. Die saisonale Lücke ist also viel kleiner als von der Lobby immer behauptet wird.
Die >50 TWh die wir bereits jetzt mit Biomasse im Jahr an Strom erzeugen wären vollständig regelbar wenn man entsprechende Anlagen aufbauen würde. Dazu käme der Anteil des Ökosprits (Stichworte E10 und Bio-Diesel) den man bei elektrischen Fahrzeugen nicht mehr brauchen würde.
Kurzfristige Schwankungen (im Tagesbereich) könnte man problemlos mit Batterien abfedern. Für mittel und langfristige Schwankungen bräuchte man andere Lösungen wie z.B. Power2Gas, Biomasse, Pumpspeicher usw. in Kombination mit Blockheizkraftwerken. Und das zeigt gleich auch, dass es ohne eine Sektorenkopplung nicht geht bzw. dass eine Sektorenkopplung hilft.
In der Übergangszeit von ca. 30 Jahren wird man dabei auch auf Erdgas nicht verzichten wollen, aber auch das ist schon besser als Kohle.
Was im jeweiligen Land und zum jeweiligen Zeitpunkt die günstigste Möglichkeit ist, ob jetzt starke Überproduktion von EE in Verbund mit P2G-Anlagen, oder mehr Speicher und welcher Speicher etc. wird sich alles im Laufe der Jahre klären. Egal wie, das Ziel 100% EE, insbesondere ohne Kohle, ist bis 2050 bei und uns weltweit nicht nur realistisch, sondern auch bezahlbar. Es gibt keine ungelösten Probleme mehr. Auch wenn sich im Laufe der Zeit erst heraus stellt welche Lösung für welches Problem tatsächlich die günstigste ist.