... aber das ändert wenig daran, dass ich das für ziemlichen Unsinn halte. Man sollte solche Aussagen nicht einfach glauben, sondern kritisch hinterfragen.
A. In dem ganzen Vortrag wurde zwar schön Werbung für die Brennstoffzelle gemacht, aber immer (!) mit der Einschränkung, dass der Wasserstoff mit regenerativer Energie erzeugt würde.
Das ist exakr das, was hier im Thread oft genug geschrieben wurde: wenn es
B. Im Vortrag wird auf wundersame Weise bestätigt, was SchöneZukunft und ich hier ständig schreiben: Für LKW, Schiffe und Flugzeuge (?) (Bahn ist noch besser geeignet) mit zentraler Infrastruktur ist das eine Option. Also Ladezentren, Flug-/Häfen, (End-)Bahnhöfe.
Aber für den Individualverkehr in der Fläche ist das ungeeignet.
C. Die Produktion ist insgesamt sehr kostspielig, und wenn man für ein kg H2 9€ zahlt, dürften die Anreize eher gering sein.
D. Bestätigte der Vortrag, dass der Hauptkritikpunkt der geringe Gesamtwirkungsgrad ist. Er hat das dann m.E. etwas zu relativieren versucht, bewusst schwammig, indem er Golf mit Passat verglich, aber das tat er deswegen, weil seine Aufgabe die ist die Brennstoffzelle voranzubringen.
Tatsächlich ist sein Kriterium Personenkilometer so ziemlich das, was SchöneZukunft schreibt: 3x so hoher Verbrauch, bei gleicher Strecke.
E. Hat er recht deutlich zu Beginn gezeigt, wo die größten Posten bei der Mobilität liegen, und das war die individuelle Mobilität - mit noch zunehmenden Wachstumsraten. Und da hat er mehrfach darauf hingewiesen, dass Batterien effektiver sind, und bei geringeren Reichweiten das Ziel erreichen.
Wenn also (ich hab jetzt nicht die Zahlen im Kopf) 60% durch Individalverkehr zustande kommen, und man durch regenerativ erzeugten Strom den Verbrauch um 2/3 senken kann, dann macht es wenig Sinn Wasserstoff/Brennstoffzellen zu propagieren - wenn dieser seine Effektivität erst bei hohen Reichweiten erreichen würde.
Keiner fährt privat täglich 1.000 km Strecken, um die Vorteile Wasserstoff zu nutzen.
LKW, Bahn, Schiff, Flugzeug ... da vielleicht. Nur haben es die Konzerne bisher, diesel/benzindampfbetäubt nicht geschafft bereit für eine großflächige Einführung zu sein.
Na, und wenn dann 20% auf Fernverkehr, Schifffahrt und Flugzeuge abfällt, man da technisch noch weit vom Einsatz entfernt ist, abwr HEUTE mit der Reduzierung von CO2 beginnen muss, dann ist doch klar, was der richtige Ansatz ist:
Bei der privaten Mobilität anzusetzen, um diese möglichst schnell CO2-frei zu kriegen. Wenn man die um 1/3 senkt, würde man so viel erreichen, als würde man Fernverkehr, Schifffahrt und Flugzeuge auf Null gesetzt kriegen.
Quick wins. Und diese Technik ist verfügbar, erprobt, und es gibt bereits BEV Autos auf Batteriebasis.
Was also ist da unklar? Der Vortrag bestätigt in weiten Teilen eine Position, die SchöneZukunft und andere hier seit sehr langer Zeit vertreten.
Akkus für Privatfahrten, und wo es zentrale Infrastruktur gibt (Ladezentren, Häfen) kann man die Brennstoffzelle / Wasserstoff in Erwägung ziehen.
PS: Ein kleiner Einwurf, weil er das so schön als eindeutig hingestellt hat, m.E. das aber nicht so eindeutig ist. Er hat das später dann sogar etwas aufgeweicht. Bis zu welcher Reichweite LKWs mit Batterien sinnvoll sind, ist m.E. völlig offen.
Erste Indizien wird man aus Teslas Semi ziehen können.
PPS: Es ist sicherlich sein Job das zu verteidigen, aber wir man zu Beginn betonen kann, dass HEUTE begonnen der Wechsel weg von CO2 werden muss, um das 2°C Temperaturanstieg Klimaziel zu unterschreiten - und dann die Brennstoffzelle, die ganze 400 Fahrzeuge in Deutschland umfasst in die engere Wahl zieht, das ist ein derart großer Widerspruch ... und dann nicht zu erwähnen, dass heutiger Strom für H2 eben zu 65% aus dreckigem Strom verwendet würde, das ist eben doch recht schönfärberisch.
Am Ende wird man die Brennstoffzelle brauchen, zum Ende hin, wenn es geht von 80 auf 95 Prozent CO2 Reduzierung zu kommen. Weil wahrscheinlich erst dann genügend regenerativ gewonner Strom zur Verfügung stehen wird, den man dafür verwenden könnte.
Ergo: er hat scjön die Brennstoffzelle propagiert - aber die größten Kritikpunkte, die hat er entweder durch fragwürdige Vergleiche imschifft, oder gleich ganz zu erwähnen vermieden.
Da seine Aufgabe eindeutig umrissen ist (Pro Brennstoffzelle), kann man ihm das kaum vorwerfen. Ein Kritiker findet aber sehr schnell die Schwachpunkte, und dann hängen eben Teile seines Vortrags doch recht deutlich in der Luft.
An der Aussage, dass Stand heute BEVs mir Batterien die Zukunft sind, hat sein Vortrag nichts geändert.