Bei den Personalkosten sind für das Model 3 auch keine Steigerungen mehr zu erwarten. Das notwendige Personal wurde schon eingestellt. Das ist sogar ein Teil des momentanen Problems. Das die Zahlen geringer ist als manche erwarten liegt schlichtweg daran, dass sie anscheinend überlesen haben, dass die dritte Schicht der Model S und X Linie zugunsten des Model 3 aufgelöst wurde.
Zur Beschäftigenanzahl für M3 Fertigung habe ich nichts gefunden, kann ich also auch nicht widerlegen. Kommt mir aber komisch vor. Der Posten der den Großteil der Lohnkosten enthalten dürfte, ist von Q3 2016, wo sicher noch niemand für die eigentliche Model 3 Fertigung eingestellt war, bis Q3 2017 relativ wenig gestiegen. Dass die alle vorher damit beschäftigt waren 8000 Model X+S (1/3 der Quartalsmenge) zusammenzubauen und eine ähnliche Anzahl Mitarbeiter 250.000 Model 3 bauen soll, erscheint mir unplausibel. Da müssen wir wohl abwarten, bis mal wieder was zu Beschäftigtenzahlen gemeldet wird.
Und ein Nachtrag zur zweiten Produktionslinie. Die Autoherstellung findet ja nicht mehr an einem starren Band statt. Stattdessen werden die Autos von Modul zu Modul transferiert und wenn ein Modul einen Engpass darstellt, dann wird es parallelisiert.
Laut Tesla könnten einige Module (vermutlich z.B. die Schuler-Pressen) heute schon 10.000 St./W schaffen. Es müssen also nach und nach immer nur die Module ergänzt werden die den nächsten Flaschenhals darstellen. CapEx für die "zweite" Linie, also um auf 10t/W zu kommen soll daher viel kleiner sein als für die ersten 5t/W und das ist auch plausibel.
Für Q4 ist ja auch nur noch 1 schlappe Milliarde für CapEx geplant und in Q1 / 2018 soll es sogar noch weniger werden. Die alten Sparfüchse knausern plötzlich auf Teufel komm raus! :-D
Der Rest von wegen sukzessivem Aufbau der zweiten Linie klingt in der Theorie sehr gut, ich stell mir das aber nur begrenzt erfolgreich vor, wenn die erste Linie auf eine bestimmte Anzahl bzw. Taktrate ausgelegt wurde. Das wäre wohl das übliche Vorgehen. Das gerade Tesla da, abgesehen von vielleicht einigen wenigen Fertigungsschritten, plötzlich soviel mehr rausholen kann, glaube ich vorerst nicht. Gerade wenn ich mir anschaue was für Probleme sie ja jetzt scheinbar mit der Automatisierung haben. Vom Subtext ließt es sich eher wie ein Trost-Drops für die Analysten, was beim CC dazu gesagt wurde.

