Telekom will keine Ergebnisprognose liefern


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zombi17:

Telekom will keine Ergebnisprognose liefern

 
09.01.02 13:55
ftd.de, Mi, 9.1.2002, 13:26  
Telekom will keine Ergebnisprognose liefern

Die Deutsche Telekom will nach dem voraussichtlichen Defizit im abgelaufenen Jahr keine Prognose für das erwartete Netto-Ergebnis in den kommenden Geschäftsjahren abgeben.

Ein Sprecher der Telekom bekräftigte am Mittwoch die Prognosen über eine deutliche Steigerung von Umsatz und operativem Ergebnis (Ebitda) bis zum Jahr 2004. Er verwies auch auf ergebnisbelastende Abschreibungen auf Firmenwerte durch Zukäufe. Unkommentiert ließ der Konzern aber einen Bericht über eine angeblich mindestens bis zum Geschäftsjahr 2004 anhaltende deutliche Verlustperiode und künftig ausfallende Dividendenzahlungen.

Das Magazin "Capital" hatte am Mittwoch unter Berufung auf Telekom-Planungen vorab berichtet, der Konzern werde 2002 einen Verlust von rund 3,5 Mrd. Euro schreiben und auch in den Jahren 2003 und 2004 Verluste von fünf beziehungsweise drei Mrd. Euro verbuchen. In dieser Ergebnisprognose sind den Angaben zufolge jedoch außerordentliche Erträge aus dem Verkauf von Beteiligungsbesitz nicht berücksichtigt. So werde durch den Verkauf des restlichen TV-Kabelgeschäfts und des erwogenen Börsengangs der Mobilfunktochter T-Mobile der Jahresüberschuss im laufenden Jahr 2,1 Mrd. Euro betragen. Zudem erwäge die Telekom, die Dividendenzahlungen von zuletzt 2,6 Mrd. Euro jährlich zu Gunsten eines schnelleren Schuldenabbaus zu streichen.




Kein Kommentar zum Dividendenausfall


Zu dem voraussichtlichen Netto-Ergebnis in den kommenden Geschäftsjahren wollte sich die Telekom nicht äußern. Der Firmensprecher bekräftigte die jüngsten Prognosen von Konzernchef Ron Sommer, wonach das Ebitda (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) 2004 auf rund 21 Mrd. Euro nach rund 15 Mrd. Euro im abgelaufenen Jahr steigen soll. Der Umsatz werde im gleichen Zeitraum auf 70 von zuletzt 49 Mrd. Euro klettern. Der Schuldenabbau auf 50 Mrd. Euro Ende 2002 werde unverändert fortgesetzt. Eine Prognose für die weitere Entwicklung der Verschuldung wollte der Sprecher nicht geben und lehnte auch unter Verweis auf noch nicht getroffene Gremienentscheidungen einen Kommentar zu einem möglichen Dividendenausfall ab. Es handele sich um Spekulationen, sagte er nur.


In Unternehmenskreisen wurde die von dem Magazin zitierte Telekom-Prognose in Zweifel gezogen. Diese sei nicht bekannt, hieß es. Vor allem sei nicht erklärbar, wie der von dem Magazin genannte Veräußerungserlös für das TV-Kabelnetz und die Mobilfunktochter in Höhe von 9,1 Mrd. Euro zustande käme. Bislang war die Telekom in ihren Prognosen davon ausgegangen, aus dem Kabelnetzverkauf 5,5 Mrd. Euro und aus dem Börsengang zehn Mrd. Euro zu erlösen und größtenteils zur Schuldentilgung zu verwenden.



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