Telekom trennt sich vom Kabelnetz


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Telekom trennt sich vom Kabelnetz

 
21.06.01 13:29
(gatrixx) Die Deutsche Telekom verkauft die letzten sechs regionalen Kabelnetzgesellschaften vollständig an das US-Unternehmen Liberty Media.
Für den Standort Deutschland ein echter Gewinn, für die Telekom ein herber Verlust. Der Bonner Ex-Monopolist muss aufgrund der derzeitigen Marktlage statt der ursprünglich geplanten 55 Prozent alle 100 Prozent der Regionalgesellschaften verkaufen. Der Kaufpreis bleibt aber unverändert; rund 5 Milliarden Euro sollen es sein. Damit geht ein strategisch wichtiger Einfluss auf Teile des größten europäischen TV-Kabelnetzes verloren.

Wie es scheint, hat die noch vollständig im Besitz des US-amerikanischen AT&T-Konzerns befindliche Liberty Media die Gunst die Stunde genutzt, um nachzuverhandeln. Dabei dürfte auch der Druck der Investoren auf die Telekom, ihren enormen Schuldenberg von fast 60 Milliarden Euro zügig abzubauen, einer der Hauptgründe für die jetzige Lösung gewesen sein.

Nutznießer sind neben den Amerikanern auch der deutsche Verbraucher. Bis zum heutigen Tag hat es die Telekom geschickt verstanden, einen echten Wettbewerb im Ortsnetz zu verhindern. Doch nun gehen weite Teile des zweitgrößten deutschen Kommunikationsnetzes - welches bis zum Endkunden reicht - in die Hände eines finanzstarken Investors. Damit dürfte dem raschen Ausbau des Kabelnetzes zu einem modernen Multimedianetzwerk nichts mehr im Wege steht. Künftig sollen die bereits angeschlossenen zehn Millionen Haushalte gleichzeitig fernsehen, telefonieren und mit einem schnellen Internetanschluss surfen.

Doch bis es soweit sein wird, gibt es noch einige Hürden aus dem Weg zu räumen. Laut Telekom soll der Kaufvertrag bis zum Juli 2001 ausgearbeitet sein und von den Aufsichtsgremien abgesegnet werden. Dabei bedarf es auch der Zustimmung der europäischen Kartellbehörde, die jedoch als sicher gilt.

Neben den eigentlichen Kabelgesellschaften wird sich die Telekom auch von ihrer für die Bereitstellung der Anschlüsse zuständigen Servicegesellschaften DeTeKS und der Media Service GmbH (digitale TV-Angebote) trennen. (sts)
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everhope:

"Will verkaufen" wäre korrekter ausgedrückt!

 
21.06.01 13:34
Diese Absichtserklärung wird von der Telekom im ureigensten Interesse immer wieder in den Medien lanciert:

21.06./ Die Deutsche Telekom will sich von ihrem Kabel-TV-Geschäft trennen.

So sollen sechs von neun Kabel-Gesellschaften zu 100 Prozent an die Liberty Media Corporation verkauft werden. Betroffen von dem Verkauf sind rund 2800 Mitarbeiter. "Liberty Media bietet  Beschäftigungsperspektiven in einem interessanten Markt", erklärte Vorstand Gerd Tenzer dazu in einem Interview.  
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everhope:

Aussage vom Telekomvorstand Tenzer

 
21.06.01 13:42
Frage:
Im Februar gab es bereits eine Absichtserklärung zum Verkauf der verbliebenen Kabelaktivitäten, jetzt den Eckpunktevertrag. Worin unterschieden sich die beiden Vereinbarungen?

Gerd Tenzer: Wir haben mit der Unterzeichnung des Eckpunktevertrages einen weiteren wichtigen Schritt zum Verkauf der Kabelaktivitäten getan. Unser jetziger Vertrag bedeutet, dass wir in allen wesentlichen Punkten eine Einigung erzielt haben. Jetzt sind unsere Spezialisten gefordert, dieses Ergebnis in detaillierte Transaktionsverträge zu formen. Den Vertragsabschluss erwarten wir für den Juli. Anschließend muss die Transaktion von den zuständigen Kartellbehörden genehmigt werden.

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