Telekom macht Rückzieher bei SMS-Preisen


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zombi17:

Telekom macht Rückzieher bei SMS-Preisen

 
21.01.02 17:50
ftd.de, Mo, 21.1.2002, 17:18  
Telekom macht Rückzieher bei SMS-Preisen

Nach der heftigen Kritik an den geplanten Preiserhöhungen für SMS-Nachrichten zieht die Deutsche Telekom ihre Pläne teilweise wieder zurück. Auch die Telekom-Konkurrenten wollen ihre Gebühren nicht anheben.

"Wir führen die neuen Tarife ein, aber die alten bleiben weiterhin gültig", sagte Vorstandschef Ron Sommer am Montag nach einem Bericht der Bild-Zeitung in Bonn. Ein Telekom-Sprecher bestätigte die Angaben. Demnach bestehen in den Tarifen "Telly" und "ProTel" künftig die Möglichkeit, entweder die niedrigere Grundgebühr und einen höheren SMS-Preis oder den bisherigen Grundpreis mit der günstigen SMS-Gebühr von rund acht Cent zu wählen.

Am Wochenende hatten die Pläne von T-Mobile für Aufregung gesorgt, die SMS-Gebühren für Neukunden deutlich anzuheben. Die Preise sollten von bislang 15 Pfennig (rund 8 Eurocent) auf 19 Cent angehoben werden. Bei den Pre-Paid-Karten sei dagegen eine Preissenkung auf 19 von zuvor 20 Cent geplant.



Konkurrenz wartet ab

Mit Blick auf die neue Gebührenstruktur bei T-Mobile sagte der Vodafone-D2-Sprecher: "Wir haben nicht vor, unsere SMS-Preise für die Endkunden zu erhöhen." Auch Viag Interkom will seine Preise für die Kurzmitteilungen vorerst nicht anheben. "Wir haben uns entschieden, die Gebühren für die SMS-Mitteilungen derzeit nicht zu erhöhen", sagte ein Unternehmenssprecher. Bei Viag Interkom kostet die netzinterne SMS-Mitteilung derzeit 12 Cent, Vodafone weist pro SMS für sein D2-Netz im Internet einen Preis von 11,7 Cent aus.


Bei E-Plus, der Tochter des niederländischen Telekomkonzerns KPN, hieß es, die SMS-Gebühren blieben erst einmal stabil. An eine Anhebung der Preise werde zurzeit nicht gedacht. Gegenwärtig rechne E-Plus noch nach den alten DM-Tarifen in Euro um. "Neue Euro-Tarife wird es erst im Frühjahr bei uns geben", sagte eine E-Plus-Sprecherin. Ob es dann zu einer Anhebung der SMS-Gebühren komme, stehe nicht fest. Bei der Büdelsdorfer Mobilcom ist eine Entscheidung über mögliche SMS-Gebührenerhöhungen offenbar noch nicht gefallen. "Wir haben noch keine Entscheidung getroffen", sagte ein Sprecher. Das Unternehmen werde die Sachlage erst einmal genau überprüfen.


Debitel hatte bereits die Gebühren für die besonders bei Jugendlichen beliebten Kurzmitteilungen angehoben. So waren bei Debitel nach Unternehmensangaben die SMS-Preise für Neuverträge zum 15. Januar einheitlich auf 19 Cent erhöht worden. Davor hatte nach Angaben einer Sprecherin der Preis bei 12 Cent gelegen.



Künast droht mit Regulierung

Politiker der verschiedenen Parteien hatten die Pläne der Telekom zum Teil stark kritisiert. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hatte am Wochenende darauf hingewiesen, dass SMS-Mitteilungen inzwischen zum Lebensstil der Jugendlichen gehörten. "Hier wird Marktmissbrauch zu Lasten der Jugendlichen betrieben", sagte sie am Montag und wies auf die Gefahr hin, dass sich nun tausende junger Mobiltelefon-Besitzer verschulden könnten. Sie gehören zu den Hauptnutzern von SMS-Mitteilungen. "Wir werden jetzt den Markt genau beobachten", sagte die Ministerin. Sie schloss die Möglichkeit nicht aus, regulierend einzugreifen. "Der ganze Markt ist bis jetzt nicht gesetzlich geregelt." Allerdings bestehe auch die Chance, dass sich das SMS-Problem durch bessere Angebote von Mitbewerbern von allein regele.


Bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hieß es sogar, die Mobilfunkanbieter müssten ihre Preise senken, da die Unternehmen pro SMS eine Gewinnspanne von mindestens 75 Prozent erzielten. Die Kosten je SMS lägen dagegen bei nicht mehr als ein bis zwei Cent. Die Telekom wies dagegen darauf hin, dass Jugendliche zumeist mit Pre-Paid-Karten telefonierten und daher von den Gebührenerhöhungen zumeist nicht betroffen seien.



© 2002 Financial Times Deutschland




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:-)))

 
21.01.02 17:53
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