Atlanta (vwd) - World Access Inc, Atlanta, erwägt als Mehrheitsaktionär
der TelDaFax AG, Marburg, rechtliche Schritte gegen die Deutsche Telekom AG,
Bonn, wegen der Abschaltung der TelDaFax-Leitungen am 5. April. Die
US-Gesellschaft wirft dem deutschen Telefonriesen am Mittwoch in einer
Erklärung vor, nie an einer positiven Lösung für die insolvente TelDaFax
interessiert gewesen zu sein. Deshalb untersuchten jetzt die deutschen und
amerikanischen Rechtsvertreter von World Acces die Chancen möglicher Klagen
gegen die Deutsche Telekom in Deutschland, in Brüssel und in den USA. World
Access bestätigte, dass die Verhandlungen über TelDaFax gescheitert sind.
Nach Angaben von World Access hat die Deutsche Telekom am 6. April die
von ihr angebotene Zahlung von 30 Mio DEM auf die Verbindlichkeiten von
TelDaFax abgelehnt und stattdessen die Verhandlungen auf den 9. April
verschoben. Laut World Access entsprechen 30 Mio DEM mehr als der Hälfte der
Schulden, die TelDaFax bei der Deutschen Telekom habe. Von dem Bonner
Unternehmen waren die TelDaFax-Verbindlichkeiten dagegen mit etwa 90 Mio DEM
beziffert worden. Nach Ansicht von World Access hat die Deutsche Telekom
ihre finanziellen Ansprüche an TelDaFax mit der Übernahme der großen
Mehrheit der Kunden des Marburger Unternehmens bereits befriedigt. Gewinne
aus dem Geschäft mit den TelDaFax-Kunden dürften nach einiger Zeit die
Ansprüche an TelDaFax sogar übersteigen.
Im Zusammenhang mit ihrem eigenen Konkursantrag hat World Access am
Mittwoch beim Konkursgericht die Bestätigung der am Freitag erzielten
Vereinbarung mit den eigenen Gläubigern beantragt. Am 5. April hatten die
Eigner der vorrangigen Schuldtitel von World Access mit einer Laufzeit bis
2008 wegen Zahlungsverzug einen Konkursantrag gegen das Telefonunternehmen
gestellt. Einen Tag später einigten sie sich mit World Access darauf, den
Konkursantrag auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Im Gegenzug gewährt World
Access den Gläubigern künftig Einsicht in Geschäftunterlagen und ein
Zustimmungsrecht bei bestimmten Investitionen.
vwd/DJ/11.4.2001/jhe/rio