Technischer Morgenkommentar 03. Dezember 2003


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Technischer Morgenkommentar 03. Dezember 2003

 
03.12.03 07:07
Technischer Morgenkommentar 03. Dezember 2003
03.12.2003 - 05:58, Uwe Wagner, Deutsche Bank AG
Allgemeine Beurteilung

Die beiden, aus technischer Sicht wohl herausragendsten Ereignisse des gestrigen Handelstages war wohl der weiterführende, kräftige Kursanstieg des EURO gegenüber dem USD, sowie die Entwicklung des Goldpreises, der mittlerweile den Hochs von 1996 nahe kommt. In beiden börsengehandelten Werten wurden neue Bewegungshochs, bezogen auf den aktuell gültigen Primärtrend generiert, gleichzusetzen mit neuen Mehrjahreshochs und der Tatsache, dass nach oben hin kaum mit „alten“ realen Widerstandsebenen zu rechnen ist.

Interessant ist hierbei jedoch, dass ein steigender EURO zwar weiterhin Gesprächsthema unter den Marktteilnehmern bleibt, dessen psychologischer Belastungs- und Hemmfaktor die Käuferseite im Aktienmarkt aber weit weniger belastet, als man bei der ganzen Diskussionsfreude der Vorwochen hätte erwarten können.

So konnten die beurteilten, international wichtigsten Aktienindizes ihre Anfangsgewinne, ausgehend einer Fortsetzung der kräftigen Anstiegsimpulse vom Montag zwar nicht halten, die bisherigen Kursabschwächungen hielten sich jedoch in Grenzen. Dies umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass solche „Konsolidierungen“ ziemlich oft in Folge charttechnischer Entwicklungen auftreten, wie wir es per Montag sahen. Heisst konkret: nach einer kräftigen Tagesbewegung bzw. nach einem Überspringen bzw. Unterschreiten einer technisch bedeutenden Marke, meist wenn sie bei den Marktteilnehmern auch eine starke emotionale Beachtung findet.

Somit können wir für den heutigen Handelstag folgende technische Ausgangslage umreissen:

(1) der USD bleibt unter Druck, sei es gegenüber dem EURO, dem japanischen YEN oder anderen wichtigen Währungen; bezogen auf den USD liegt uns im EURO auch weiterhin ein intakter Aufwärtstrend in allen sinnvoll zu bewertenden Zeitebenen vor (Primär-, Sekundär- und Tertiärtrend); aus Sicht der Markttechnik wird diese dominante und dynamikstarke Entwicklung weitestgehend bestätigt; da sich keine wirklich sinnvollen Widerstände nach oben hin definieren lassen, können wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln derzeit keine Kursziele nach oben hin definieren, hier können wir aktuell nur mit Orientierungsmarken arbeiten, welche sich aus der errechneten (nicht effektiv in EURO gehandelten !!!) Kursentwicklung ableiten lassen: 1.2226 USD bzw. 1.2752 USD; bezogen auf die Entwicklung USD / YEN orientieren wir weiterhin auf den übergeordneten Unterstützungsbereich um 107.59 YEN;

(2) der Goldpreis entwickelt sich technisch gesehen ebenfalls stabil innerhalb eines intakten Aufwärtstrends ohne sinnvoll herleitbarer „Begrenzungen“ bzw. „Deckelungen“ durch alte Widerstände; hier wäre das nächst höchste, der Orientierung dienende Zielniveau der Bereich um 417 USD;

(3) auf der Aktienseite sahen wir im gestrigen Handelsverlauf ein Verharren der Kurse auf hohem Niveau; grundsätzlich liegt uns in allen beurteilten Indizes eine sich deutlich verbesserte Markttechnik vor, was sich sowohl aus Sicht der richtungsmessenden Trendfolger, als auch der „qualitätsmessenden“ Oszillatoren herleiten lässt; dies gilt sowohl für die Aktienbarometer, denen bereits der Sprung aus ihren bisher gültigen, jüngsten Konsolidierungszonen (wenn bisher auch nur knapp) heraus gelungen ist, bzw. denen, die sich in die oberen Bereiche ihrer breit gefassten Trading-Range vorgearbeitet haben;

(4) die sich per gestern vollzogene leichte „Irritation“ im Kursverlauf, halten wir bisher für durchaus „normal“ und gehen weiterhin davon aus, dass wir noch gute Chancen haben sollten, bis Frist Jahresende noch höhere Kurse zu sehen; da wir hier und jetzt jedoch nur eine Erwartungshaltung formulieren können und in der Praxis erst sehen müssen, wie sich der Markt in den nächsten Wochen tatsächlich entfaltet, ist es wichtig, sich auch weiterhin klare Regelwerke für Handlungsaktivitäten an den Märkten zurechtzulegen; dass heisst konkret: solange die wichtigsten Indizien in den Kursverläufen der Aktienindizes gute Chancen für weiter steigende Kurse liefern, bleiben wir long, bis „das Gegenteil“ bewiesen wird;

(5) auf der Rentenseite konnten sich die Kurse der Futures (Bund-Future und Futures auf US-T-Bonds) im gestrigen Handelsverlauf etwas stabilisieren, ohne am Gesamtbild etwas zu verändern; grundsätzlich halten wir fest: (ERSTENS) aus strategischem Blickwinkel heraus und mit einem Wochenchart als Grundlage, liegen uns in allen drei beurteilten Renten- Futures übergeordnete Abwärtstrends vor; interessant ist hier lediglich, dass diese Trends nach unten hin deutlich an Dynamik und Schwungkraft verlieren und damit sehr abgeberemst verlaufen; grundsätzlich halten wir es noch immer für sehr wahrscheinlich, dass sich in den nächsten Tagen und Wochen durchaus die übergeordneten Stabilisierungstendenzen in diesen Kursverläufen durchsetzen und wir es auch weiterhin eher mit Trading-Märkten in breit gefassten Konsolidierungszonen zu tun haben werden; (ZWEITENS) diese Erwartungshaltung lässt sich auch markttechnisch im jeweiligen Zeitfenster begründen, so schwächen sich die negativen markttechnischen Indikationen auf Wochenbasis weiterhin ab, im Tageschart liegen uns erste Indikationen vor, welche auf eine überverkaufte Situation hindeuten und sowohl im Bund-Future, als auch in beiden T-Bond-Futures kurzfristige Stabilisierungsansätze erwarten lassen;

In der praktischen Konsequenz halten wir uns auf der Aktienseite die Handelsgrundsätze, welche wir in den letzten Tagen für den Fall umrissen hatten, wenn es zu Überschreitungen auf der Oberseite kommt, dass heisst konkret:

- wir bleiben vorerst mit einem Teil des Kapitals auf der Long-Seite positioniert, wobei wir den Stop-Kurs am Tagestief vom Montag belassen;

- Zukäufe tätigen wir nur in der Reaktion, wenn sich diese oberhalb der jeweils errechneten Minimumkorrekturen halten; da wo per gestern neue Hochs im Bewegungsablauf markiert wurden, sind diese Reaktionspotentiale für den heutigen Handelstag unbedingt anzupassen (!!!!);

- Short-Positionen spielen aktuell unter strategischen Gesichtspunkten keine Rolle, hier werden wir bestenfalls im intraday- Bereich aktiv;

DAX

Widerstände: 3814 (steht zur Disposition), 3930 (Orientierungsmarke);
Unterstützungen: 3786 (untergeordnet), 3692 (untergeordnet),
3606 / 3594 / 3576, 3438 / 3423;

Aktuelle, angepasste Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:

3750 / 3737 Minimumkorrektur
3706 Normalkorrektur
3675 / 3662 Maximumkorrektur

- keine grundlegende Änderung zu den jüngsten charttechnischen Beurteilungen;
- weiterhin gilt ein intakter primärer Aufwärtstrend, sowie ein eingebetteter sekundärer und auch tertiärer Aufwärtsimpuls; sinnvolle Widerstände lassen sich aktuell nicht herleiten, nächst höher liegende Orientierungsmarke im Bereich um 3930;
- markttechnisch wird die laufende Entwicklung weitestgehend bestätigt, somit lässt sich bisher auch weiterhin eine positive Erwartungshaltung rechtfertigen;
- grundsätzlich unterstellen wir, dass erst ein Unterschreiten der 3737 (unterer Bereich der aktuell gültigen Minimumkorrektur) die Wahrscheinlichkeit auf eine Fortsetzung des Kursanstieges deutlich reduzieren sollte, weiterhin gilt, dass ein Unterschreiten des jüngsten Reaktionstiefs bei 3692 zu einem Ende des derzeit gültigen primären Aufwärtstrends führen würde;
- jede konsolidierende Bewegung oberhalb der genannten Marken sollte unsere positive Erwartungshaltung solange nicht erschüttern, wie uns keine Verkaufsindikationen über Kursmuster bzw. der Markttechnik vorliegen;

Praktische Konsequenz

(1) wir bleiben mit einem ersten Teilbetrag long positioniert; Stop-Kurs verbleibt hierfür am Tief vom Montag bei 3752 (entspricht fast dem oberen Bereich der errechneten minimalen Korrekturzone bei 3750);

(2) wir tätigen keine Zukäufe in der Aufwärtsbewegung, sondern nur in der Reaktion; hier ist es wichtig, dass der Bereich 3737 nicht nennenswert unterschritten wird; je höher das errechnete minimale Reaktionspotential rutschen sollte (in Abhängigkeit von einem möglicherweise ansteigenden Markt), umso höher rutscht damit natürlich auch unser Kursniveau, welches nicht unterschritten werden darf, um Zukäufe noch rechtfertigen zu können;

(3) eventuelle Short-Positionen spielen aktuell nur im intraday-Trading eine Rolle;

EUROSTOXX 50

Widerstände: 2668 / 2673 (steht zur Disposition);
Unterstützungen: 2653 (untergeordnet), 2605 (untergeordnet),
2530, 2467, 2454;

Aktuelle, angepasste Korrekturpotentiale, bezogen auf den jüngsten Aufwärtsimpuls:

2636 / 2628 Minimumkorrektur
2609 Normalkorrektur
2590 / 2582 Maximumkorrektur

- mit 2690 Indexpunkten markierte im gestrigen Handelsverlauf auch der EUROSTOXX 50 ein neues Bewegungs- und Jahreshoch;
- damit setzte sich auch hier der übergeordnete primäre Aufwärtstrend weiter fort;
- chart- wie markttechnische Gesamtverfassung des Marktes mit der des DAX weiterhin vergleichbar; auf der Unterseite wäre erstes kritisches Hinterfragen des laufenden Aufwärtsimpulses bei Unterschreiten des errechneten minimalen Reaktionspotentials bei 2628 notwendig; ein Unterschreiten des jüngsten Reaktionstiefs bei 2605 würde den aktuell laufenden tertiären Aufwärtstrend in seinem Bestand beenden;
- nach oben hin lassen sich im EUROSTOXX 50 nur noch Orientierungsmarken definieren: nächst höheres „Zielniveau“ wäre damit der Bereich um 2728;
- alle praktischen Konsequenzen wie im DAX, aktueller Stop-Kurs für bestehende Teilposition bei 2631 /Tief vom Montag);

SMI

Widerstände: 5445;
Unterstützungen: 5385, 5360, 5346, 5266, 5160;

Auf Grund eines hartnäckigen Übertragungsfehlers, können wir Ihnen aktuell keine statistischen Daten zur Verfügung stellen ! Wir bemühen uns, dieses Problem schnellst möglich zu beheben !!

Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Handelstag !!

Uwe Wagner
db-Advisors
Eigenhandel der Deutschen Bank AG
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blindfish:

thx, cas...

 
03.12.03 08:01
dir und allen einen schönen guten morgen!

gruss :-))
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