Szenario: Euro/Dollar bei 76 Cent in 2 Wochen


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furby:

Szenario: Euro/Dollar bei 76 Cent in 2 Wochen

 
26.10.00 10:44
Aufgrund der letzten Äußerung des US Finanzministers Summers, daß man an einem starken Dollar interessiert sei und der Äußerung Duisenbergs, daß man während des Nahost-Konflikts keine Intervention tätigen könne, gehe ich davon aus, daß wir die nächsten Wochen bis zur US Präsidentschaftswahl einen weiter stark fallenden Euro erleben werden. Erst mit der Präsidentschaftswahl vermute ich wieder Spekulationsraum für eine konzertierte Intervention für den Euro unter Beteiligung der USA, da dann z.B. unter Bush der Finanzminister möglicherweise aus Texas kommt und überhaupt Handlungsfähigkeit gegeben ist. Die Wahl Bush's und die Neubesetzung des US Finanzministeriums könnte m.E. auch zu einer Verunsicherung der Finanzmärkte und eine Schwächung des Dollars führen, so daß erst recht die USA im Vorfeld kein Interesse an einer Stützung des Euros hat. Zudem scheint der Wettbewerbsdruck innerhalb der USA durch billige europäische Importeure und innerhalb Europas durch teure amerikanische Importeure noch nicht groß genug zu sein, so daß hiervon keine Impulse auf die US Finanzpolitik auszustrahlen scheinen.

Ich gehe also fest davon aus, daß der Euro kurzfristig deutlich weiter fällt. Deshalb möchte ich gemeinasam mit Eurer Hilfe versuchen ein Szenario zu entwerfen, welche Auswirkungen der weiter stark fallende Euro auf die Börsenplätze haben wird. Ich bin vor allem an den kurzfristigen Auswirkungen interessiert, da wie bereits erwähnt nach der US Wahl alles anders aussehen könnte.

Auswirkungen auf die US Börsenplätze:

- Weiter zunehmender Kapitalsstrom, als Flucht vor dem schwachen Euro, damit könnte zunehmende Liquidiät die Kurse beflügeln.

- US Global Players dürften sich unterdurchschnittlich entwickeln, aufgrund der geringeren Absatzchancen in Europa.

....

Auswirkungen auf die europäischen Börsenplätze:

- Exportorientierte Werte dürften weiter zulegen: z.B. Porsche, Singulus, Chemie /Pharma

- Flucht aus dem währungsschwachen europäischen Anlageraum aber gleichzeitige Stimulation durch Big Brother USA könnte in einer Seitwärtsbewegung resultieren.

....

Soweit mein laienhaftes lautes Nachdenken.

Eure Kommentare?

Gruß furby
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SchwarzerLor.:

Nicht schlecht, furby

 
26.10.00 10:52
GAnz gut analysiert. Aber auf mittlere Sicht wird der Euro auf jeden Fall wieder zulegen. Gründe dafür sind eventuell weitere Zinserhöhungen (die Schere zu den USA wird geringer werden), starkes Wirtschaftswachstum und die Hoffnung darauf, daß sich die EU in einem besseren Licht präsentieren wird.
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Kicky:

Duisenberg hatte doch gar nicht so unrecht

 
26.10.00 12:53
ich erinnere mich an den Krieg wegen Kuweit,als die Amerikaner einmarschierten stieg der Dollar.Also sollte man wegen der Krise im Nahen Osten warten ,bis sich das wieder befriedet hat(wenn das überhaupt ohne strikte Trennung der Palästinenser und Israelis möglich ist )Denn gegen eine solche Situation wird man nicht stützen können-er hätte bloss besser geschwiegen.
Sobald sich da eine Lösung andeutet ,wird der Ölpreis wieder fallen und der Euro steigen oder wahrscheinlich gestützt werden.Derzeit ist offenbar auch das starke Engagemant europäischer Firmen in USA und Asien schuld an einem Abfluss von Geld,und dass die amerikanischen Fonds hier zum Teil längst ausgestiegen sind,dürfte wohl Tatsache sein.Mittelfristigwird der Euro steigen.
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Bronco:

Irgendwann mal wird der Euro sicher wieder steigen

 
26.10.00 13:17
- bloß wann. Den Begriff "mittelfristig" an der Lage im Nahen Osten zu messen hilft da wenig. Es kann dort entweder jeden Tag der panarabische Krieg vom Zaun brechen oder der Konflikt sich wieder über Jahre hinziehen. Nur die dritte Alternative, Frieden, scheint immer unwahrscheinlicher zu werden. Ob in zweiterem Fall der Ölpreis trotzdem irgendwann wieder sinkt, hängt davon ab, wie sehr er in der Zwischenzeit die Konjunktur der Industriestaaten abkühlt oder nicht.
Ich würde eher vermuten, daß irgendwann ein Einschreiten der EZB unausweichlich wird, wenn dem Euro durch die derzeitige Entwicklung nicht ein irreversibler Schaden zugefügt werden soll. Verlorenes Vertrauen ist nur schwer wieder zurückzuholen. Wenn sich der Teufelskreis aus Kapitalabwanderung und weiterem Verfall der Währung erstmal geschlossen hat, wirds schmerzhaft, da wieder rauszukommen.
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Kicky:

Bloomberg meldet hierzu heute

 
26.10.00 14:21
``The euro's vulnerable to further weakness,'' said Adam Chester, chief economist at Halifax Plc. ``Data over the next couple of days should support the dollar.'' The U.S. is unlikely to help support the euro until after the presidential election Nov. 7, he said.

In a Bloomberg survey, 13 of 19 analysts and investors said central banks will buy euros before Nov. 7 if the euro falls further. Four said the Federal Reserve wouldn't participate, while six said intervention wouldn't happen before then.
U.S. Treasury Secretary Lawrence Summers earlier this week reiterated that a strong dollar policy was in the best interests of the U.S. William McDonough, president of the Federal Reserve Bank of New York, said ``ideally there should be somewhat more growth in Europe and considerably stronger self-sustaining growth in Japan.'' He spoke at a conference in Brussels.

Iraq may suspend its oil exports next week because of the United Nations' indecision over Baghdad's demand that its oil be paid for in euros, the Middle East Economic Survey reported in an e-mailed bulletin.
``Any postponement or interruption of Iraqi oil exports at this juncture could cause a serious shortfall at a time of tight markets and high prices,'' MEES said. ``The situation is further complicated by the fact that the market might be facing a serious shock just a week before the U.S. presidential elections.''

Iraq is  the fourth-largest producer within the Organization of Petroleum Exporting Countries,

momentan keine Entspannung erkennbar,aber was haltet Ihr von der Forderung,dass das Irak-Öl zukünftig in Euro bezahlt werden soll.Finde ich schon sehr interessant.Ich frage mich schon die ganze Zeit,warum wir in Dollar zahlen müssen.
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Digedag:

Baghdad's demand that its oil be paid for in euros

 
26.10.00 14:38
... ich finde es schon interessant, dass der Irak sein Öl in Euro bezahlt haben WILL.

Wir wollen in Euro bezahlen, Irak will für Euro liefern, - wieso geht es nicht ???


Elan, bring mal deine Iluminante auf Trab !  ;-)))
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Freakozoid:

Eur/usd

 
26.10.00 14:53
ist es vielleicht denkbar, daß man in den Staaten einen starken dollar haben will, um die inflationsrate möglichst niedrig zu halten

--> steigender dollar --> preissenkung von importen --> zieht wiederum preissenkungen von in den staaten produzierten gütern nach sich --> inflation hält sich in grenzen

--> fragt sich was ist, sollte der dollar irgendwann wieder schächer werden
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sunshine:

Wieso will der Irak Euros? o.T.

 
26.10.00 14:57
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Bronco:

... weil der liebe Sadam uns kleine Lichter vor

 
26.10.00 15:30
den bösen US-Imperialisten mit ihrem starken Dollar beschützen will. -
Dem würde ich mal keine weitere Bedeutung beimessen. Welchen Einfluß hätte das schon auf den Euro ? So groß ist der Anteil an irakischem Öl nicht und wird auch nicht werden. Wer wollte sich davon schon abhängig machen. Interessanter wäre schon die Frage, ob Sadam via Europäer/UN durchsetzen kann, daß sämtliche gesperrten Gelder in Euro umgetauscht werden. Das wären auf einen Schlag 20 Mrd. US$.
Der materielle Effekt ist lächerlich und die Hoffnung, er könnte sich damit in Europa Anhänger verschaffen, ebenfalls.- Genauso lächerlich wie in Umkehrung der Versuch der US-Amerikaner, sich durch ihre Irak-Politik arabische Freunde verschaffen zu wollen.
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furby:

Meinungsänderung: der Eurokusrverfall schadet doch

 
27.10.00 10:08
auch der US Börse.

Wenn ich das in gestrigen Börsenkommentierungen zur Nasdaq richtig vernommen habe, war die Stimmung auch wegen des Euro/Dollar Kurstiefs und der damit einhergehenden geringeren Verdienstmöglichkeiten von US Unternehmen so gedrückt. Erst als sich der Euro geringfügig gegen Handelsschluß erholte, zogen auch Nasdaq und DJ wieder an.

D.h. bei einem weiteren angenommenen Eurokursverfall stehen uns noch sehr schwache Börsentage auch in den USA bevor.

Gruß furby
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