04.08.2009
GSC Research
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die Analysten von GSC Research, Klaus Kränzle und Thorsten Renner, raten die Aktie von syzygy (ISIN
DE0005104806 / WKN
510480) nach wie vor zu kaufen.
Am 31.07. habe die syzygy AG die Zahlen für das erste Halbjahr bzw. das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2009 veröffentlicht. Demnach habe das in Bad Homburg beheimatete Unternehmen im zweiten Quartal auf Bruttoebene (d. h. inklusive eingekaufter Medialeistungen) einen Umsatzzuwachs von 8 Prozent auf 20,5 (Vj. 19,1) Mio. Euro verzeichnet.
Auf Nettoebene (d. h. unter Herausrechnung eingekaufter Leistungen) habe sich jedoch ein Minus von knapp 2 Prozent ergeben. Dieses habe aus dem Margendruck sowie aus der schwachen Entwicklung des Britischen Pfundes resultiert.
Der Margendruck habe sich demzufolge auch auf der Ergebnisebene negativ bemerkbar gemacht. Das operative Ergebnis (EBITA) sei um ein Fünftel auf 1,0 (1,3) Mio. Euro gesunken, sodass sich auch die EBITA-Marge um 3 Punkte auf 14 (17) Prozent zurückgebildet habe. Der Quartalsüberschuss habe sich hingegen aufgrund einer positiven Entwicklung des Steueraufwands mit 1,1 (1,0) Mio. Euro leicht positiv entwickelt.
Aufgrund eines guten ersten Quartals habe sich die Entwicklung der syzygy AG auf Halbjahresbasis etwas günstiger gestaltet als bei isolierter Betrachtung des zweiten Quartals. Demnach sei der Bruttoumsatz im ersten Halbjahr um 10 Prozent auf 39,6 (Vj. 35,9) Mio. Euro angestiegen. Der Nettoumsatz habe jedoch nur moderat um 1 Prozent auf 15,0 (14,8) Mio. Euro zugelegt.
Da syzygy gut die Hälfte der Umsätze in Großbritannien erziele, habe die schwache Entwicklung des Britischen Pfundes den in Euro umgerechneten Konzernumsatz gedämpft. Während die in Großbritannien getätigten Umsätze im vergleichbaren Vorjahreszeitraum noch mit 1,29 Euro je Pfund in das Zahlenwerk eingeflossen seien, habe der Wechselkurs im ersten Halbjahr 2009 nur noch 1,12 Euro je Pfund betragen. Auf Basis konstanter Wechselkurse hätte der Umsatz laut Unternehmensangaben brutto um 18 bzw. netto um 8 Prozent zugelegt.
Das operative Ergebnis (EBITA - d. h. ohne Firmenwertabschreibungen, aber mit Sachwertabschreibungen) sei um 15 Prozent auf 2,1 (2,5) Mio. Euro gesunken. Neben dem Margendruck und der Währungsentwicklung habe sich auch die zunehmende Beschäftigung freier Mitarbeiter auf der Ergebnisseite negativ bemerkbar gemacht. Auf Freischaffende habe die syzygy AG zuletzt wegen der unsicheren Wirtschaftslage verstärkt zurückgegriffen. Die EBITA-Marge habe sich um 3 Punkte auf 14 (17) Prozent zurückgebildet.
Der Halbjahresüberschuss nach Steuern habe im Zuge einer günstigeren Steuerquote mit 2,1 Mio. Euro auf Vorjahresniveau verharrt. Da die im Vorjahreshalbjahr noch zu berücksichtigenden Anteile Dritter an der uniquedigital GmbH nach der Übernahme aller Anteile durch syzygy inzwischen entfallen seien, liege das Ergebnis je Aktie mit 0,17 (Vj. 0,14) Euro über dem Vorjahresniveau.
Obwohl sich auch die syzygy AG momentan von den lange Zeit gewohnten Wachstumsraten verabschieden müsse, gestalte sich das Geschäft erstaunlich stabil. Dabei profitiere das Bad Homburger Unternehmen von seiner breiten Branchenaufstellung und der Konzentration der knappen Werbebudgets auf das Online-Marketing. Zudem würden die drastischen Einbrüche im Maschinenbau für syzygy ohne Auswirkungen bleiben. Lediglich die schlechte Entwicklung in der Autoindustrie belaste die Geschäfte. Wegen des ungefähr hälftigen Anteils des Großbritanniengeschäftes am Konzernumsatz wirke sich auch das schwache Pfund negativ auf den Umsatz bzw. das Ergebnis des Konzerns aus.
Die Analysten hätten deshalb ihre Schätzungen für 2009 auf operativer Ebene leicht zurückgenommen. Der erwartete Jahresüberschuss und das Ergebnis je Aktie würden wegen eines positiven steuerlichen Sondereffektes jedoch unverändert bleiben. Für 2010 würden die Analysten weiterhin mit einer deutlichen Erholung des syzygy-Geschäftes rechnen und hätten aus diesem Grunde ihre Prognosen weitestgehend unverändert gelassen. Lediglich auf Ebene des Jahresüberschusses und des Ergebnisses je Aktie ergebe sich wegen einer Reduzierung der Steuersätze in Großbritannien ein marginaler Zuwachs.
Mit einem KGV von ungefähr 10 sei die syzygy AG weiterhin niedriger als vergleichbare Aktien bewertet. Zudem würden die Analysten eine Dividendenrendite von 4,6 Prozent für ein derartiges Unternehmen für vergleichsweise hoch halten.
Die Analysten von GSC Research empfehlen daher die syzygy-Aktie mit einem leicht um 20 Cent auf 4,30 erhöhten Kursziel weiterhin zum Kauf. In Anbetracht der soliden Finanzausstattung sei das Papier ihres Erachtens auch für konservativere bzw. Value-Investoren geeignet. (Analyse vom 04.08.2009)
Gruß
uS