IWF: Yuan ist "signifikant" unterbewertet
DJ IWF: Yuan ist "signifikant" unterbewertet
ST. ANDREWS (Dow Jones)--Der chinesische Yuan ist nach Meinung des Internationalen Währungsfonds (IWF) "signifikant unterbewertet". Dagegen notierten Euro und Dollar oberhalb ihrer wünschenswerten Wechselkurse, heißt es in einem Papier, das der IWF am Samstag beim Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im schottischen St. Andrews vorstellte.
Beobachter erwarten, dass diese Äußerung der Washingtoner Organisation den Druck auf China deutlich erhöhen wird, die Reform seines Wechselkurssystems entschlossener voranzutreiben. China hält den Wechselkurs des Yuan gegenüber dem Dollar seit Juli 2008 konstant, um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Exportindustrie zu unterstützen.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hatte in der vergangenen Woche gesagt, eine "geordnete Aufwertung" der an den Dollar gebundenen asiatischen Währungen sei wünschenswert. Die Wirtschaft des Euroraums ist in weit stärkerem Maß als die US-Wirtschaft von Exporten abhängig.
Der IWF analysiert in seinem am Samstag veröffentlichten Papier, dass der reale, handelsgewichtete Wechselkurs des Yuan im Gegensatz zu den Wechselkursen der Währungen vieler anderer Schwellenländer zusammen mit dem Dollar gesunken sei. Aus einer mittelfristigen Perspektive sei der Yuan "deutlich unterbewertet".
Der Gouverneur der People's Bank of China (PBoC), Zhou Xiaochuan, hatte bei seinem Eintreffen in St. Andrews gesagt, der internationale Druck, den Yuan aufwerten zu lassen, sei "nicht besonders hoch".
Der IWF verwies darauf, dass es Anzeichen dafür gebe, dass der Dollar zu einer Finanzierungswährung von Carry Trades geworden sei. Dabei nehmen Finanzmarktakteure Kredite in einer Währung auf, von dem mittelfristig eine schwache Entwicklung erwarten und legen das Geld in Währungsräumen mit voraussichtlich höheren Zinsen an.
Die Stabilität des Dollar könnte nach Einschätzung von Ökonomen unter der immens hohen Staatsverschuldung und dem vergleichsweise hohen Leistungsbilanzdefizit der USA leiden. Stabilisierend wirkt dagegen seine Rolle als weltweit wichtigste Reservewährung.
-Von Paul Hannon, Dow Jones Newswires; +69 (0)49 - 29725 311;
konjunktur.de@dowjones.com
DJG/DJN/hab/rio
Besuchen Sie auch unsere Webseite www.dowjones.de
(END) Dow Jones Newswires
November 08, 2009 11:25 ET (16:25 GMT)
Copyright (c) 2009 Dow Jones&Company, Inc.