Nach Aussagen Südzuckers liege der Amortisationspreis je Tonne Weißzucker bei weit unter 400 Dollar je Tonne.
Ferner hier mal einen Auszug aus der Vereinbarung Südzuckers mit den Rübenbauern:
Die Südzucker AG hat mit der SZVG und dem VSZ für die Zeit nach dem 30.9.2017 unter anderem folgendes vereinbart:
1. Die Kontraktmenge des Zuckerrüben-Liefervertrags besteht aus einer Basis- und einer Mehrmenge. Sie wird jährlich auf die Zuckerbedarfsmenge der Südzucker AG ausgerichtet.
2. Grundsätzlich entspricht die Basismenge jedes Rübenanbauers 100 % seiner aktiven (eigenen und gepachteten ) Lieferrechte.
3. Zur Erreichung der Zuckerbedarfsmenge wird die Basismenge derzeit um mindestens 25 % erhöht. In einigen Werkeinzugsgebieten kann die Mehrrübemenge noch höher ausfallen. Sollte es zu einer Verringerung der Zuckerbedarfsmenge kommen, reduziert sich die benötigte Kontraktmenge entsprechend, wobei das Verhältnis zwischen Basis- und Mehrrüben immer 80:20 bleibt.
4. Die Frachtkosten für alle Zuckerrüben werden zu 25% vom Rübenanbauer individuell getragen. Sie werden zur stets nächstgelegenen Fabrik berechnet.
5. Der Rübenpreis ergibt sich aus den Verkaufserlösen des Zuckers, die Rübenmarkvergütung aus den Verkaufserlösen der Schnitzel.
Punkt 5 sorgt dafür, dass bei einem niedrigeren Zuckerpreis (möglich aufgrund des Wegfalls des Mindestrübenpreises) auch der Preis für die Rüben sinkt. Damit werden Preisschwankungen auf die Bauern übertragen. Mit sinkendem Zuckerpreis sinken also auch Südzuckers Einkaufskosten.
Weiterer interessanter Aspekt ist der Ölpreis. Dieser liegt nun erstmals wieder auf 70 Dollar je Barrel. Je höher der Ölpreis steigt, desto höher wird die Bioethanolquote in Brasilien ausfallen und je weniger wird der Zucker dort für den Export zur Verfügung stehen.
Bestehen bleibt der Umstand, dass Südzucker aufgrund seiner Marktmacht und Kostenstruktur die Preisuntergrenze für EU Zucker maßgeblich vorgeben kann. Im Worst Case wird das Ergebnis aus der Zuckersparte also +/- 0 sein. Die Zuckersparte trägt jedoch lediglich zu etwa einem Drittel zum Ergebnis bei. Selbst in schlechten Jahren wird man also weiterhin Ergebnisse im Rahmen von 325 bis 425 mio Euro (operativ) einfahren.
Leider wird all das ausgeblendet und die Shortseller machen den Preis. Just weil sie eben viele Aktien verkaufen.