Neuer Verteidigungsminister Struck würdigt Hitler-Attentäter
20 Juli 2002 14:22 CEST
Berlin (Reuters) - Der neue Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat in seiner ersten Amtshandlung die vor 58 Jahren hingerichteten Hitler-Attentäter gewürdigt und die Rolle der Bundeswehr in der Bundesrepublik hervorgehoben.
"Die Bundeswehr ist zu einem der wichtigen Instrumente deutscher Friedenspolitik geworden. Sie ist dabei fest - anders als die Wehrmacht vor ihr - in der Demokratie verankert", sagte Struck am Samstag in Berlin während einer Gedenkstunde im so genannten Bendlerblock, wo mehrere Mitglieder der Gruppe um den gescheiterten Attentäter Klaus Schenk Graf von Stauffenberg und Stauffenberg selbst erschossen wurden. "Der 20. Juli 1944 wurde zum Inbegriff und zum Symbol deutschen Widerstandes gegen Hitlers Gewaltherrschaft. Das mutige Handeln der Männer des gescheiterten Attentats war - wie wir heute dankbar feststellen dürfen - eine wichtige Voraussetzung für die Rückkehr des deutschen Volkes in die Wertegemeinschaft der demokratischen Nationen."
Struck war am Freitag zum Nachfolger von Rudolf Scharping (SPD) ernannt worden, nachdem dieser von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wegen umstrittener Honorarzahlungen eines PR-Manager in Höhe von 140.000 Mark entlassen worden war. Struck, bislang Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, soll kommenden Donnerstag im Bundestag vereidigt werden. Sein Nachfolger an der Spitze der Fraktion soll der bisherige Fraktionsvize Ludwig Stiegler werden. Am Samstagnachmittag will Struck auch an einem Gelöbnis von Bundeswehrrekruten in Berlin teilnehmen.