Streissler: USA erwarten fünf Jahre der Flaute


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sir charles:

Streissler: USA erwarten fünf Jahre der Flaute

 
22.01.02 12:26
Streissler: USA erwarten fünf Jahre der Flaute, EU in besserer Position

Die US-Wirtschaft werde in den nächsten fünf Jahren kaum vom Fleck kommen, meint der heimische Ökonom Erich Streissler im "Presse"-Gespräch.

 
Die Einschätzung, wonach die US-Wirtschaft bereits im zweiten Quartal dieses Jahres zu einem neuen, langen Höhenflug ansetzen werde, teilt der österreichische Ökonom Erich Streissler nicht. Vielmehr hält er es für wesentlich plausibler, daß die in der Vergangenheit stärkste Konjunkturlokomotive der Welt in den kommenden fünf Jahren kaum in Fahrt kommen wird. "Im Durchschnitt sollte die US-Wirtschaft zwischen einem halben und einem Prozent wachsen", meint Streissler im Gespräch mit der "Presse".

Dabei konzediert Streissler insbesondere der US-Notenbank, aber auch der Bush-Administration rasches, effizientes Handeln. Die massiven Zinssenkungen könnten ebenso wie die durchgeführten Steuersenkungen den konjunkturellen Abschwung aber lediglich dämpfen. Einer neuerlichen US-Hochkonjunktur stünde die starke Verschuldung der Haushalte und der Unternehmen entgegen. Bevor die Finanzlage dieser Gruppen nicht konsolidiert ist, sei ein nachhaltiger Aufschwung nicht zu erwarten.

Zudem glaubt Streissler, daß die meisten US-Aktien auch nach den jüngsten Kursstürzen noch immer hoch bewertet sind. Ein Rückfall des Dow Jones von derzeit knapp 9700 Punkten auf 5000 bis 6000 Punkte käme für den heimischen Ökonomen nicht überraschend. Im Vergleich dazu sind europäische Aktien relativ günstig bewertet.

In einer vergleichbar besseren Situation sei Europa, wenngleich auch hier kein wirklicher "Boom" zu erwarten sei, sollte das Wirtschaftswachstum der Eurozone in den kommenden Jahren im Schnitt doch zwischen 1,5 und zwei Prozent erreichen können. Der gravierende Unterschied zu den USA? "Unternehmen wie Konsumenten sind nicht so stark überschuldet", meint Streissler. Dadurch würden sich deren Ausgaben und Investitionen auf einem höheren Niveau halten können.

Auch die wirtschaftliche Lage Österreichs ist laut Streissler trotz des scharfen wirtschaftlichen Abschwungs "nicht so schlecht". Obwohl Österreich heuer erneut ein unter dem EU-Schnitt liegendes Wirtschaftswachstum winke. Positiv beurteilt der Ökonom aber das bereits erreichte Null-Defizit, auch wenn es mehrheitlich über höhere Einnahmen erreicht wurde. "Kurz- und mittelfristig war das nicht anders möglich", glaubt Streissler. Mit dem Ende der Schuldenpolitik sei Österreich aber nun anderen EU-Ländern voraus.

"Absurde Vorstellungen"

Die in Aussicht gestellte Absenkung der Steuer- und Abgabenquote auf unter 40 Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre ist für Streissler hingegen nur über eine radikale Pensionsreform zu schaffen - insbesondere über eine deutlich höhere Anhebung des allgemeinen Pensionseintrittsalters als bei der letzten Reform. Mit dieser wurde der Abschied in die Frühpension um 1,5 Jahre hinausgeschoben. Allein der Umstand, daß die Lebenserwartung um 2,4 Monate pro Jahr ansteige, zeigt laut Streissler die zögerliche Wirkung der Maßnahmen.

Dabei wären Änderungen im heimischen Pensionssystem schon aufgrund "absurder ideologischer Vorstellungen" besonders schwierig. "Das Ausmaß der Selbstbelügung ist unlimitiert", so Streissler in Anspielung auf die Meinung, wonach Pensionisten im Zuge ihrer Aufbauarbeit besondere Rechte erworben hätten. "Wer heute mit 55 Jahren in Pension geht, ist in den späten 60er Jahren in den Arbeitsprozeß eingetreten, hat also mit dem Aufbau wirklich nichts mehr zu tun gehabt".



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erzengel:

Na genau, so wird´s sein - lol o.T.

 
22.01.02 12:31
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