Aus der FTD vom 23.1.2002 www.ftd.de/aktienumfrage
FTD-Aktienumfrage: Strategen wählen Favoriten aus allen Branchen
Von Ina Bauer, Frankfurt
Die Tendenz der Aktienstrategen, sich in den einzelnen Branchen ihre Favoriten herauszusuchen, hat sich verstärkt. Wie die jüngste FTD-Aktienumfrage unter 15 Strategen deutscher und europäischer Finanzinstitute zeigt, befinden sich beispielsweise Technologie- und Telekomtitel sowohl auf der Kauf- als auch auf der Verkaufsliste.
Der Chiphersteller Infineon hat in dieser Runde den Aufstieg in die Dax-Favoriten geschafft. Dagegen befinden sich Epcos, Hersteller von elektronischen Bauteilen, und British Telecom (BT) unter den Aktien, denen die Strategen die geringsten Kurschancen einräumen. Nach dem Verkauf der Mobilfunksparte und der Trennung von unprofitablen Geschäftsbereichen ist BT nur das Festnetzgeschäft übrig geblieben, das an der Börse gewöhnlich für wenig Kursfantasie sorgt.
Dax: Drei-Monats-Prognosen
Der wider Erwarten zurückhaltende Start in das Börsenjahr 2002 hat die Experten mit ihren Kursprognosen anscheinend vorsichtig gemacht. Für die nächsten drei Monate erwarten sie beim Dax einen Anstieg von gut 5 Prozent, beim Stoxx 50 gehen sie von 6 Prozent aus. Da der für den Jahresanfang erwartete Liquiditätsschub bisher ausgeblieben ist und sich die Fonds mit neuen Investments zurückgehalten haben, hat der Dax seit Ende des vergangenen Jahres 1,8 Prozent verloren. Der Stoxx 50 ist um 4,8 Prozent gefallen.
Neben Infineon gehören der Versorger Eon und der Touristikkonzern Preussag zu den Neuzugängen bei den Dax-Kaufempfehlungen. Infineon gilt als eine spekulative Wette, weil der Chiphersteller stark von der Konjunktur abhängt. Die Preussag-Aktie hat die Verluste gut gemacht, die sie wegen der Terroranschläge vom 11. September vergangenen Jahres einstecken musste. Am 20. September hatte der Wert ein Tief bei 19,20 Euro erreicht. Mittlerweile notiert er wieder bei knapp 34 Euro. Die Strategen gehen von weiteren Kurssteigerungen aus, da sich die Flug- und Reiseangst, die durch die Anschläge aufgekommen war, allmählich wieder gelegt haben dürfte.
Europe Stoxx 50: Drei-Monats-Prognosen
Im Stoxx empfehlen die Strategen BNP Paribas und UBS Warburg sowie den Versorger Eni, den Telekomausrüster Nokia und den Elektronikkonzern Philips. Ähnlich wie Infineon dürfte Philips - einer der drei Neuzugänge bei den Stoxx-Favoriten - vom Halbleiterzyklus profitieren. Bei UBS floriert das Privatkundengeschäft.
Von den Dax-Werten Adidas-Salomon, HypoVereinsbank, Metro und Münchener Rückversicherung sollten die Anleger nach Meinung der Strategen erst einmal die Finger lassen. Ähnlich schlechte Chancen haben in der europäischen Aktienliga der Pharmakonzern AstraZeneca, die spanische Bank BBVA, der internationale Finanzkonzern HSBC und das Ölunternehmen Shell Transport.
© 2002 Financial Times Deutschland , © Illustration: FTD
FTD-Aktienumfrage: Strategen wählen Favoriten aus allen Branchen
Von Ina Bauer, Frankfurt
Die Tendenz der Aktienstrategen, sich in den einzelnen Branchen ihre Favoriten herauszusuchen, hat sich verstärkt. Wie die jüngste FTD-Aktienumfrage unter 15 Strategen deutscher und europäischer Finanzinstitute zeigt, befinden sich beispielsweise Technologie- und Telekomtitel sowohl auf der Kauf- als auch auf der Verkaufsliste.
Der Chiphersteller Infineon hat in dieser Runde den Aufstieg in die Dax-Favoriten geschafft. Dagegen befinden sich Epcos, Hersteller von elektronischen Bauteilen, und British Telecom (BT) unter den Aktien, denen die Strategen die geringsten Kurschancen einräumen. Nach dem Verkauf der Mobilfunksparte und der Trennung von unprofitablen Geschäftsbereichen ist BT nur das Festnetzgeschäft übrig geblieben, das an der Börse gewöhnlich für wenig Kursfantasie sorgt.
Dax: Drei-Monats-Prognosen
Der wider Erwarten zurückhaltende Start in das Börsenjahr 2002 hat die Experten mit ihren Kursprognosen anscheinend vorsichtig gemacht. Für die nächsten drei Monate erwarten sie beim Dax einen Anstieg von gut 5 Prozent, beim Stoxx 50 gehen sie von 6 Prozent aus. Da der für den Jahresanfang erwartete Liquiditätsschub bisher ausgeblieben ist und sich die Fonds mit neuen Investments zurückgehalten haben, hat der Dax seit Ende des vergangenen Jahres 1,8 Prozent verloren. Der Stoxx 50 ist um 4,8 Prozent gefallen.
Neben Infineon gehören der Versorger Eon und der Touristikkonzern Preussag zu den Neuzugängen bei den Dax-Kaufempfehlungen. Infineon gilt als eine spekulative Wette, weil der Chiphersteller stark von der Konjunktur abhängt. Die Preussag-Aktie hat die Verluste gut gemacht, die sie wegen der Terroranschläge vom 11. September vergangenen Jahres einstecken musste. Am 20. September hatte der Wert ein Tief bei 19,20 Euro erreicht. Mittlerweile notiert er wieder bei knapp 34 Euro. Die Strategen gehen von weiteren Kurssteigerungen aus, da sich die Flug- und Reiseangst, die durch die Anschläge aufgekommen war, allmählich wieder gelegt haben dürfte.
Europe Stoxx 50: Drei-Monats-Prognosen
Im Stoxx empfehlen die Strategen BNP Paribas und UBS Warburg sowie den Versorger Eni, den Telekomausrüster Nokia und den Elektronikkonzern Philips. Ähnlich wie Infineon dürfte Philips - einer der drei Neuzugänge bei den Stoxx-Favoriten - vom Halbleiterzyklus profitieren. Bei UBS floriert das Privatkundengeschäft.
Von den Dax-Werten Adidas-Salomon, HypoVereinsbank, Metro und Münchener Rückversicherung sollten die Anleger nach Meinung der Strategen erst einmal die Finger lassen. Ähnlich schlechte Chancen haben in der europäischen Aktienliga der Pharmakonzern AstraZeneca, die spanische Bank BBVA, der internationale Finanzkonzern HSBC und das Ölunternehmen Shell Transport.
© 2002 Financial Times Deutschland , © Illustration: FTD