Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist


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Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist

 
19.06.06 19:58

HANDELSBLATT, Montag, 19. Juni 2006, 19:00 Uhr

Einer der bekanntesten Ökonomen  Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2623998

Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist

 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2623998

Einer der einflussreichsten Volkswirte an der Wall Street schreibt ab dieser Woche regelmäßig für das Handelsblatt.

 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2623998

Stephen Roach, Chefökonom und Managing Direktor der renommierten Investmentbank Morgan Stanley in New York, analysiert ab 20. Juni jeweils dienstags weltwirtschaftliche Entwicklungen für Deutschlands führende Wirtschafts- und Finanzzeitung. In seiner ersten Kolumne beschäftigt sich Stephen Roach mit den turbulenten Finanzmärkten in den Schwellenländern.

"Mit Stephen Roach haben wir einen der international bekanntesten Ökonomen für das Handelsblatt gewonnen", sagt Hermann-Josef Knipper, als stellvertretender Chefredakteur zuständig für die Finanzzeitung des Handelsblatt. "Roach hat in den vergangenen Jahren insbesondere vor den Risiken der globalen Ungleichgewichte gewarnt. Seine Analysen werden in vielen Ländern gelesen und sorgen auf Grund ihrer intellektuellen Schärfe immer wieder für Aufsehen."

Nach seinem Ökonomie-Studium an der University of Wisconsin und der New York University arbeitete Roach zunächst als Ökonom in der Denkfabrik Brookings Institution in Washington. 1972 wechselte er zur amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) und war dort bis 1979 verantwortlich für die Prognosen der Fed zur wirtschaftlichen Entwicklung in den USA. Nach einem dreijährigen Abstecher beim Morgan Guaranty Trust in New York heuerte Roach 1982 schließlich bei der Investmentbank Morgan Stanley an. Dort leitet er heute ein Team von Volkswirten, dass sich rund um den Globus auf Büros in New York, London, Frankfurt, Paris, Tokio, Hongkong und Singapur verteilt.

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Anti Lemming:

Stephen Roach - zur Unzeit konvertierter Permabär

 
19.06.06 22:09
Jahrelang lang war Stephen Roach der brummigste aller Perma-Bären. Kaum fielen die Börsen ein wenig, meldete es sich zu Wort und sagte, er habe das alles ja schon immer kommen sehen. Doch die Börsen stiegen und stiegen - seit 2003 bis Mai fast ohne Pause.

Dann, Anfang Mai endlich, gab Roach auf. Diesmal sei alles anders, erklärte er, und sagte von nun an steigende Kurse voraus. Die Konvertierung dieses wohl bekanntesten Permabären zum Bullen leitete - mit fast erschreckender Folgerichtigkeit - Mitte Mai den schlimmsten Abverkauf der letzten drei Jahre ein. Nun trat WIRKLICH ein, wovor Roach immer gewarnt hatte. Fast könnte man glauben, einige zynische Shortverkäufer hätten extra auf Roachs Kapitulation gewartet und diese als Kontraindikator zum Shorten genutzt.

An der Wall Street steht Roach seitdem noch stärker in Misskredit als während seiner Bären-Zeit. So ein Frontenwechsel am Top ist einfach nur peinlich.

Dieses Timing-Genie schreibt also nun wöchentlich für das Handelsblatt. Als Bulle oder als Bär? Man darf gespannt sein...

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Röckefäller:

Hehe, sehr lustig!

 
19.06.06 22:15
...

Cu
Röckefäller
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Alles hängt an den USA

 
20.06.06 07:50
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HANDELSBLATT, Dienstag, 20. Juni 2006, 07:00 Uhr

Kolumne  Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2624476

Alles hängt an den USA

 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2624476
Von Stephen Roach, Chefvolkswirt Morgan Stanley  Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2624476

Die vergangenen Wochen waren hart für die Finanzmärkte der aufstrebenden Länder. Von seinem Hoch am 8. Mai ist der Morgan-Stanley-Emerging-Markets-Aktienindex bis zu seinem Tiefststand am 13. Juni um 25 Prozent gefallen. Ist diese Korrektur vor allem als Marktphänomen zu werten, getrieben von einflussreichen Investoren, die auf Risiko-Minimierung setzen? Oder sind da dunklere Kräfte am Werk?

 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2624476
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 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2624476

Der Fortschritt, den die Volkswirtschaften der Schwellenländer seit der Finanzkrise 1997/98 in Asien erreicht haben, ist unverkennbar. Leistungsbilanzdefizite sind Überschüssen gewichen, während gleichzeitig wieder enorme Devisenreserven aufgebaut worden sind. Zum größten Teil wurde weniger interveniert, um die einzelnen Währungen zu stützen, und die Entwicklungsländer sind bei weitem nicht mehr so anfällig für Kapitalflucht wie früher.

Und trotzdem würde ich die Situation als klassisches Beispiel eines „post-traumatischen Reaktionssyndroms“ bezeichnen, bei dem man sich an der Vergangenheit orientiert und auf Faktoren achtet, die die letzte Krise verursacht haben könnten.

Das Problem dabei ist, dass die sprichwörtliche nächste Krise nie so wie die letzte ist. Als Auslöser für die nächste Krise steht ganz oben auf meiner Liste die mögliche Kapitulation des amerikanischen Verbrauchers. Das würde mitten in die chronische Schwachstelle der Entwicklungsländer treffen: das überzogene Vertrauen auf die externe Nachfrage, in deren Mittelpunkt Amerika steht.

Die Ausfuhren machten 2005 rund 38 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Entwicklungsländer aus, viel mehr als der Anteil von 26 Prozent in den gesamten Industrieländern. Sollten die US-Verbraucher zögerlich werden, könnte diese Exportabhängigkeit den Entwicklungsländern ernsthaft schaden.

Der auf Risiko-Minimierung abzielende Handel des vergangenen Monats legt nahe, dass die Diskussion über die Risiken der US-Wirtschaft und ihre Konsequenzen für die Schwellenländer wieder auflebt. Ich sehe darin eine willkommene und gesunde Entwicklung. Endlich wird wieder das Risiko in riskante Anlagen eingepreist. Ich bleibe daher aber auch bei meiner Vermutung, dass diese Neubewertung gerade erst begonnen hat.

 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2624476
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Nahe am Handelskrieg

 
27.06.06 09:55
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HANDELSBLATT, Dienstag, 27. Juni 2006, 09:42 Uhr

Roachs Weltsicht  Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2638891

Nahe am Handelskrieg

 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2638891
Von Stephen Roach, Chefsvolkswirt Morgan Stanley  Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2638891

Die Spannungen in den Handelsbeziehungen zwischen China und den USA zeigen wie in einem Mikrokosmos, was bei der Globalisierung falsch läuft. Keine der beiden Seiten setzt sich mit den vielfältigen weltweiten Auswirkungen ihrer wirtschaftlichen Bestrebungen auseinander.

 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2638891
 
 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2638891
 Stephen Roach neuer Handelsblatt-Kolumnist 2638891

Der übermäßige Konsum in Amerika belastet den Rest der Welt in enormem Ausmaß, genau wie die überschüssige Produktion in China. Wie uns die Geschichte auf schmerzhafte Weise gezeigt hat, können bilaterale Absprachen nicht einer multilateralen Welt übergestülpt werden. Volkswirtschaften, die sich selbst auf einer bilateralen Basis verteidigen, ignorieren die dunkelsten Lektionen der Geschichte.

Lassen Sie mich drei grundlegende Leitlinien vorschlagen, um die Beziehung zwischen den USA und China wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Erstens: Geben wir zu, dass wir ein Problem haben. Wir „verdanken“ es der Globalisierung, dass sich in den Industrieländern die Verdrängung der Arbeiter und der Lohndruck mittlerweile in beispiellosen Dimensionen bewegen. Die reichen Volkswirtschaften sind gezwungen zu reagieren, indem sie in die Weiterbildung der Erwerbstätigen, in Bildungsreformen und Grundlagenforschung investieren.

Zweitens: Die Entwicklungsländer sind einzubeziehen. Dazu muss die in der Doha-Runde diskutierte Handelsliberalisierung zum Abschluss gebracht werden, gleichzeitig aber der Schutz des geistigen Eigentums verbessert werden. Drittens: Die Grundsätze der makroökonomischen Politik müssen neu ausgerichtet werden. Die USA sollten die nationale Sparquote anheben und sich das strukturelle Etatdefizit, das einseitig auf den Konsum ausgerichtete Steuersystem und die zu Übertreibungen neigende Zentralbank vornehmen. Ein solcher Ansatz würde das Risiko der Handelsbilanzfehlbeträge minimieren. China muss dagegen in der Konsumförderung Ergebnisse vorzeigen. Dadurch würde sich die übertriebene Sparquote des Landes verringern, und die Handelsbilanzüberschüsse würden eingedämmt.

Wie Ebbe und Flut taucht in der Geschichte wieder der Protektionismus auf. Die Verteidigungsmaßnahme der einen Partei kann von einer anderen leicht als Bedrohung interpretiert werden – und so einen Handelskrieg auslösen. Die Welt schlittert beklemmend nah darauf zu.

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