Hallo Leute,
ich habe mir jetzt nochmals das Abstimmungsverhalten genauer angesehen und glaube, dass man die einzelnen Aktionärsparteien mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ausmachen kann. Wie erwähnt waren bei der Hauptversammlung 37 stimmberechtigte Aktionäre vertreten. Hier meine Annahmen wie ich glaube die einzelnen Parteien identifizieren zu können:
1) PIC: bei den ersten beiden Punkten haben sich 395,7 Mio. Stück enthalten (9,1% des Gesamtbestandes). Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um die Vertreter von PIC handelt. Diese haben sich bei den Diskussionen zu den Bilanzen 2017 & 2018 enthalten. Darüber hinaus hat man gegen Punkt 9.3. gestimmt der vorsieht, dass remuneration policies mit einfacher Mehrheit und nicht mit dreiviertel Mehrheit angenommen werden müssen. Das Verhalten zu Punkt 9.3. ist relativ klar, denn der PIC will natürlich seine Blockademehrheit als Hauptaktionär schützen, um größtmöglichen Einfluss zu behalten. Zudem hat man sich bei den Bilanzen enthalten, da der PIC selbst gerade Thema einer Untersuchung in Südafrika ist und darum als staatliche Institution hier aus Gründen der Vorsicht keine Stellung beziehen kann, bevor diese Untersuchungen nicht abgeschlossen sind.
2) VEB: Die drei Vertreter des VEB hatten rund 288 Mio. Stimmrechte hinter sich. Beim zweiten mal waren es um 800.000 weniger (da hatte sich möglicherweise ein Kleinanleger verirrt), aber ansonsten war deren Stimmverhalten recht klar nachzuvollziehen. Die drei Vertreter von VEB haben ja bei den anderen Tagesordnungspunkten sogar noch vor der Abstimmung jeweils ihre Zustimmung verkündet.
3) Kleinanleger und kleine Institutionelle: Diese kleinste Gruppe (rund 95 Mio. Shares) hat gegen Punkt 8. der Agenda gestimmt, nämlich das Gehaltsschema. Das ist typisch für Kleinanleger, denn bei den meisten HVs die ich gesehen habe waren es Kleinanleger die gegen Gehaltserhöhungen des Managements gestimmt haben. Den Institutionellen war das meist egal, denn denen sind meistens ein paar tausend Euros mehr oder weniger fürs Management ziemlich egal. Der Typ vom VEB hat sogar explizit erwähnt, dass er den Antrag unterstützen wird, da man nur durch angemessene Bezahlung des Managements auch qualifizierte Leute bekommt (auch wenn ich das auch so sehe will ich nochmals explizit darauf hinweisen, dass das die Worte des Vertreters von VEB waren.
4) Christo Wiese: Tja Leute, wer jetzt nachrechnet (es waren 1,043 Mrd. Stimmen vertreten) der wird auf eine Restmenge von 264,3 Mio. Stück kommen. Das in Relation zur Gesamtmenge von 4,31 Mrd. Stück ergibt ..... Trommelwirbel: fast genau 6% des Gesamtbestandes. Und wer hält wie wir wissen rund 6% der Anteile von Steinhoff? Ja genau, unser lieber Herr Wiese. Und wie es scheint war es dieser Herr Wiese, der (natürlich durch einen Vertreter) jeden Tagesordnungspunkt des Managements brav abgenickt hat. Warum auch immer, denn er wird ja offiziell Steinhoff verklagen, auch wenn er seit 20 Monaten noch keine Klage eingebracht hat - und davon abgesehen gibt es noch einen PwC Report der ihn möglicherweise belasten könnte, welcher jedoch nicht durch Steinhoff veröffentlicht wurde und er seit 20 Monaten mit keinem Wort von Steinhoff erwähnt wurde. Ein Schelm der böses denkt.. ;-)
Daher meine vermutete Struktur der anwesenden 25,16% der vertretenen Aktionäre:
PIC - 38% der vertretenen Stimmen (396 Mio., bzw. rund 9-10% des Gesamtbestandes)
VEB - 28% (288 Mio.)
Christo Wiese - 25% (264 Mio. - der letzte bestätigte Bestand von ihm waren übrigens 267 Mio. Stück)
Rest - 9% (rund 95 Mio.)
Das sind natürlich alles nur Annahmen, aber durch das Abstimmungsverhalten lassen sich meiner Ansicht nach die einzelnen Parteien auf der HV einigermaßen gut nachstellen. Das würde auch meine Theorie bestätigen, dass fast 75% der Aktien in den Händen von Kleinanlegern und ETFs sind. Der Kurs steigt darum nicht, weil die ETFs relativ emotionslos und unnachvollziehbar umschichten und die Kleinanleger entweder extrem stark im Minus halten (größter Anteil) oder auf einen schnellen Anstieg warten und dann immer enttäuscht das Handtuch werfen, wenn keiner zu den Events einsteigt (kleinerer Anteil, darum auch so geringes Handelsvolumen). Die restlichen Institutionellen haben um die 100 Mio. oder weniger und sind ebenfalls so stark im Minus, dass die Position im Gesamtportfolio so unbedeutend ist, dass sie abgeschrieben wurde und somit war auch keiner von denen auf der HV.
Alles wartet auf einen Vergleich mit den Gläubigern und es wird seit einem Jahr fast nichts mehr gehandelt - "the key is the litigation" wie du Preez so schön gesagt hat. Es heißt hier einmal mehr Geduld beweisen! ;-)