Gute Punkt, jedoch sehe ich keine sauberen Indikatoren um eine seriöse Prognose mit Hinblick auf die 2018er zahlen erstellen zu können und dies einfach aufgrund von Informationslücken.
Was man tatsächlich in die Berechnung mit einbeziehen könnte, wären folgende Indikatoren:
- welche Werte wurden im 2017er Report bereits abgeschrieben (teilweise & teilweise auch komplett)
- ergeben sich aus den Einzelposten der im 2017er Report ausgeführten Abschreibungen ggf. schon wieder Zuschreibungen mit Hinblick auf die 2018er Bilanz? Hier bewegt man sich auf einem schwierigen Grad.
- wann genau erfolgten die Veräußerungen im Zeitraum 01.10.2017 bis einschließlich 30.09.2018 und konnte mit den Veräußerungen an Buchgewinn oder Buchverlust erzeugt werden? Dies dürfte sich tatsächlich relativ sauber auseinandernehmen lassen wenn man sich die Zeit dafür nimmt.
- bis zu welchem Zeitpunkt liefen die veräußerten cashbuner noch unter Steinhoff? Lässt sich auch recht sauber ermitteln wenn man sich die Zeit dazu nimmt.
Folgende Faktoren sind aus meiner Sicht mangels Informationen nicht zu bewerten:
- mit welcher Zahlungsmodalität wurde Steinhoff Seitens der nach Ausbruch der Krise hinzugerufenen Berater (PWC, AP, Deloitte, LUCID etc.) abgerechnet? Wurde hier nach Leistungsabrechnung fakturiert oder wurde pre-payment angesetzt? Keine Ahnung, aber wenn mich ein Konzern in solch einem Zustand beauftragen würde, dann würde ich wohl auf Vorauszahlung bestehen und somit wäre ein Großteil dieser Kosten zu mindestens schon mal in den H1/18 Zahlen enthalten, aber wie bereits gesagt dieser Faktor lässt sich leider überhaupt nicht seriös einschätzen.
- Hedge Optionen, wie ja nun bekannt hatte Steinhoff direkt nach Ausbruch der Krise einen TKO am Kapitalmarkt erlitten und somit auch keinen Zugriff mehr auf Tools zur Absicherung von Währungsrisiken, daher rührte auch der nicht zu verachtende Verlustposten in der H1/18 Bilanz, wie verhielt es sich nun im Zeitraum 01.04 bis einschließlich 30.09.18? Kam von der Gläubigerstruktur ab einem gewissen Punkt Support um diese unnötige Kapitalvernichtung im Bereich Währungseffekt zu regulieren oder wurde auch in H2/18 weiter unnützerweise Kohle in diesem Bereich verbrannt? Nicht zu ermitteln.
Man könnte versuchen sich hier ein gewisses Bild zu erarbeiten, jedoch wird dies recht arbeitsintensiv werden.
Eine Punkt hat mich innerhalb der CVA Dokuemente ja mal stutzig gemacht und dies ist eine Divi in Höhe von 1,3 Millionen auf Ebene der International Holding, nein nicht auf Ebene der Investment Holding wo die Preference Shares laufen, woher kommt diese Divi? Aus 2017er stammt sie nicht, sie muss eigentlich aus 2018er kommen und ist freigeben, somit müsste das die Farbe des 2018er Ergebnisses schlussendlich zu mindestens mal nicht den Farbton haben den der Markt erwartet, die Erwartung ist rot, jedoch kann eine Divi nur über ein grünes Ergebnis kommen.
Bei ernsthaftem Interesse an der Aufarbeitung, suche ich diesen Abschnitt aus den CVA Doks gerne nochmal raus.
Grüße
Mysterio