ich bin seit Ende 2017 in diesen Wert investiert und glaube auch daran, dass Steinhoff den Turnaround schafft. Die Überlegung, die andilatte im Posting #160837
https://www.ariva.de/forum/...ings-n-v-531686?page=6433#jumppos160837 anstellst, ist jedoch nicht zielführend. Selbst wenn Steinhoff 1 Mrd Gewinn generieren sollte (eine seeehr optimistische Annahme), hätte Steinhoff nur Zugriff auf einen Teil dieses Geldes.
Das derzeit beste Pferd im Stall, Pepkor in Südafrika, generiert große Gewinne, auf die jedoch Steinhoff keinen Zugriff hat. Lediglich die Dividendenzahlung kommt Steinhoff zu Gute und kann für Schuldendienste eingesetzt werden. Bei mattress firm - die hoffentlich in die Gewinnzoe kommen, ist die Beteiligung von 100% auf 50,1% reduziert. In der Bilanz werden die Umsätze (und Gewinne) bei beiden Firmen vollumfänglich ausgewiesen (bilanztechnisch ok) , jedoch besteht kein Zugriff auf die generierten Gewinne. Pepkor Europa ist somit die derzeit einzige Cash Cow, deren Gewinne direkt verwendet werden können.
Dies dürfte auch einer der Gründe sein, warum Steinhoff jetzt da steht, wo sie stehen. Bei der Veröffentlichung der Bilanzen (voraussichtlich Mitte April) wird es daher auch bei guten Werten keinen extremen Sprung nach oben geben. Wobei ich mir doch eine 0,2x erhoffe.
Wenn an der Börse erkannt wird (und Steinhoff dies mit auditierten Zahlen zeigt), dass sie grundsätzlich profitabel sind, sollten entsprechende Ratings und Finanzierungen kommen und die Belastung sinken.
Ach ja, was wir alle noch auf dem Schirm haben sollten - wegen der neuen Leasingbilanzierung IFRS 16 werden deutlich höhere Verbindlichkeiten in der Steinhoff-Bilanz auftauchen, sobald diese Leasingverbindlichkeiten in den Bilanzen auftauchen.
https://www.finance-magazin.de/finanzabteilung/...am-meisten-2001171/In diesem Artikel werden bei Steinhoff außerbilanzielle Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 9,881 Mrd Euro genannt (Stand per Geschäftsjahresende 2016). Dies ist keine Verschlechterung der Situation, die Kennzahlen werden nur anders ausfallen. Interessant ist dabei natürlich auch, wie hoch die neu hinzukommenden Leasingverbindlichkeiten sind, denn seit Ende des Geschäftsjahres 2016 ist ja schon eine Menge passiert, einschließlich der Veräußerung von großen Teilen des Möbelhandels.
Mal sehen, was Steinhoff macht; entweder alles jetzt in die neuen Bilanzen einarbeiten und es dabei "so richtig krachen zu lassen", oder spätestens zum Ende des Geschäftsjahres 2020 die Bilanzen gemäß IFRS 16 anpassen. Vordergründig wäre die erste Möglichkeit die sinnvollere (vielleicht bessere Ratings erhalten und bessere Anschlussfinanzierungen, um von den horrenden 10% runterzukommen). Jedoch werden die Ratingagenturen eh so tief in der Materie stecken, dass es ihnen egal sein müsste, ob die Leasingverbindlichkeiten jetzt ausgewiesen werden oder nicht - sie sind ja eh vorhanden. Somit sollte die Ausweisung bzw. Nichtausweisung keine Auswirkungen auf ein Rating haben. (Eine erstmalige Anwendung muss für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, erfolgen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig).
Vielleicht auch werden die Verantwortlichen Analyst Day im Juli 2019 Entsprechendes dazu veröffentlichen. Da ich aber keine Glaskugel habe, weiß ich es nicht ...
So, das wars jetzt erstmal wieder von mir, ich lehne mich zurück und warte einen Monat ab.