Hallo liebe Mitforumsnutzer,
ich habe mir das Steinhofftheater jetzt seit längerem mit angesehen. Ursprünglich war ich eher long eingestellt, mittlerweile eher short.
Grund für long war, dass die letzte Bilanz etwa 32 Mrd. € ausweist, davon waren 16 Mrd€ Eigenkapital. Von dem Eigenkapital waren für mich maximal 6 Mrd € fragwürdig. Müsste man die vollständig abschreiben, so wäre das EK/FK Verhältnis immer noch gut. Bei einer Insolvenzwahrscheinlichkeit von 10% kommt man noch auf einen Kurs von etwa 3€. Kann mir nicht vorstellen, dass die Banken hier nicht weiter finanzieren. Also ein klarer Kauf, so lange die Liquidität gesichert ist.
Aber:
Bei genauerem Hinsehen fallen die Sicherheiten im Bereich Good Will und intagible Assets von zusammen 16 Mrd. € auf. Wenn die flüssig gemacht werden müssen wird nicht viel übrig bleiben.
Ein größeres Problem auf das der Viceroyreport hingewiesen hat, war, dass der Cashflow und die Gewinne Kapitalflüsse wohl falsch dargestellt sind. Mit Veröffentlichung der Bankenpräsentation sind meine Zweifel hier auch immens gestiegen. In keinem der Berichte der Untereinheiten wurde von Gewinn geredet. Immer nur von Wachstum. Für mich ist allerdings der Knaller, dass im Jahresbericht zu 2016 Kredite in Höhe von etwa 16 Mrd. Euro ausgewiesen sind. In der neuesten Präsentation sind es aber nur 10,7 Mrd €. Ist zwar theoretisch positiv, aber ist mir völlig unerklärlich wie so etwas passieren soll.
Das klingt für mich auch leider wie die Zutaten für ein Ponzi-Scheme.
Wenn man den Viceroyresearch zu Hilfe zieht und die Sicherheiten der aktuellen Lage anpasst komme ich auf etwa 2 Mrd€ Marktkapitalisieurng. Bei Insolvenz wurde die Hülle laut einer Analystin mit etwa 150 Mio. € bewertet. Das wären dann deutlich unter 0,1€ je Aktie. Da ich aktuell von einer 50/50 Chance ausgehe was die Insolvenz betrifft, komme ich auf einen Wert pro Aktie von etwa 0,25-0,3€.
Da ich leider nicht aus der Finanzbranche bin, würde ich mich freuen, wenn jemand meine Meinungen kommentiert.
Viel Glück und ein frohes Fest