also so richtig verstehe ich die DGAP heute nicht von Steinhoff.
1) Wenn ich die DGAP mal in deepl übersetzen lasse, kommt beim Update Abschnitt folgendes raus:
Die Organe des SIHNV haben die dem SIHNV zur Verfügung stehenden Umsetzungsoptionen weiter geprüft und sind nach sorgfältiger Abwägung der Optionen zu dem Schluss gekommen, dass der SIHNV ein "Zahlungsaufschubverfahren" (surseance van betaling) in den Niederlanden beantragen wird, um die Umsetzung des Steinhoff-Globalvergleichs zu unterstützen. Dementsprechend wird SIHNV gegen den am Montag, den 8. Februar 2021, vor dem Landgericht Amsterdam zu verhandelnden Antrag auf Ernennung eines Restrukturierungsexperten im Rahmen des niederländischen Verfahrens "Wet Homologatie Onderhands Akkoord ter voorkoming van faillissement" vorgehen.
Weitere Aktualisierungen werden zu gegebener Zeit in Bezug auf die Beantragung eines "Zahlungsaussetzungs"-Verfahrens und in Bezug auf die Umsetzung des Globalvergleichs im Allgemeinen bereitgestellt.
2) Wenn ich nun den surseance van betaling Eintrag aus Wikipedia ebenfalls mit deepl übersetze ergibt sich:
Aussetzung der Zahlung
Zahlungsaufschub (vor 1996 als surséance van betaling geschrieben) ist ein Aufschub der Zahlung. Die Aussetzung der Zahlungen kann bei Gericht beantragt werden. Wenn mehrere Kriterien erfüllt sind, kann der Richter eine Verfügung erlassen, die besagt, dass die Gläubiger für eine bestimmte Zeitspanne nicht bezahlt werden müssen. Die Person oder das Unternehmen kann in dieser Zeit ihre Angelegenheiten in Ordnung bringen und mit ihren Gläubigern über eine Zahlungsregelung oder eine Vereinbarung verhandeln. Im Falle der Zahlungseinstellung wird ein Verwalter bestellt. Nach einer Zahlungseinstellung kann es zu einem Konkurs kommen, möglicherweise gefolgt von einem Neustart.
Ein Neustart kann interessant sein für die Gläubiger (sie bekommen in der Zukunft möglicherweise mehr von ihrem Geld zurück), die Aktionäre (ihre Investition kann in der Zukunft an Wert gewinnen), die Mitarbeiter (sie behalten ihre Arbeitsplätze) und die Regierung (keine Zerstörung des wirtschaftlichen Potenzials).
In den Niederlanden
Der Zahlungsaufschub wurde zusammen mit dem Konkurs und der Umschuldung von natürlichen Personen in das Konkursgesetz aufgenommen.
Zahlungsaufschub wird einer natürlichen Person, die keinen Beruf oder kein Gewerbe ausübt, nicht gewährt (Art. 214 Abs. 4 FW). Natürliche Personen, die einen Beruf oder ein Gewerbe ausüben, landen meist doch in der Wsnp. Das liegt daran, dass sie oft keine Einigung mit ihren Gläubigern erzielen können. Sie können ihren Banken keine zusätzlichen Sicherheiten bieten, so dass sie keinen Kredit mehr bekommen können. Unternehmen hingegen können etwas erreichen, wenn sie einen Sanierungsplan anbieten. Zum Beispiel können sie einer Bank zusätzliche Sicherheiten bieten, was ihnen einen zusätzlichen Kredit einbringt. Sie können auch Aktien oder Anleihen ausgeben (obwohl dies immer zu einem starken Rückgang der Aktienkurse führt).
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass ca. 98% der antragstellenden Unternehmen keine Einigung erzielen oder die Vereinbarung nicht einhalten können[Quelle?]. Dies hat mit folgenden Fakten zu tun:
Surseance hat tendenziell eine stigmatisierende Wirkung. Die meisten Unternehmen weigern sich, mit einer Firma Geschäfte zu machen, wenn diese sich im Moratorium befindet. Da es, anders als im angelsächsischen Raum, keine Lieferverpflichtungen von Handelspartnern gibt, wird dieses Unternehmen nicht mehr beliefert werden, und die Kunden werden deshalb wegbleiben. Außerdem wird die Bank in den Kreditverträgen festgelegt haben, dass der Geldhahn sofort geschlossen wird und die Kredite sofort fällig werden.
Dieser stigmatisierende Effekt führt oft dazu, dass Unternehmen erst dann ein Moratorium beantragen, wenn die Situation sehr ernst ist und der Konkurs tatsächlich nicht mehr vermieden werden kann. Daraus wird die Schlussfolgerung gezogen, dass die Zahlungseinstellung tatsächlich immer zum Konkurs führt und dass ein Antrag auf Zahlungseinstellung in der Regel die oben genannten Folgen hat. Das bedeutet, dass das Moratorium Teil eines Teufelskreises ist.
Separatisten, wie z. B. der Pfandgläubiger und der Hypothekeninhaber, brauchen sich nicht um ein Moratorium zu kümmern.
In einem Moratorium gelten die arbeitsrechtlichen Kündigungsbeschränkungen, nicht aber in einem Konkurs. Für einen Neustart ist es daher in der Regel notwendig, zuerst in Konkurs zu gehen, um die Anzahl der Mitarbeiter zu reduzieren. Zur Verdeutlichung: Mitarbeiterkosten können bis zu 60 % der Gesamtkosten ausmachen, daher kann dies wichtig sein.
Infolgedessen wird das Unternehmen in der Regel doch noch für insolvent erklärt. Ein Moratorium wird als das Tor zum Bankrott bezeichnet - und das nicht zu Unrecht.
Unternehmen, denen ein Moratorium gewährt wurde, ist es laut Volkskrant[1] gesetzlich nicht erlaubt, Büchergutscheine, Flugmeilen, Modegutscheine oder andere Geschenkkarten/Gutscheine als Zahlungsnachweis zu akzeptieren.
3) Einschätzung/Fragen usw.
Ich finde es schon mal positiv klingend, dass das „surseance van betaling“-Verfahren eingesetzt wird um die „Umsetzung des Steinhoff-Globalvergleichs zu unterstützen“ (in der DGAP so formuliert). Das bedeutet für eine Lösung des Vergleichs bietet es Vorteile und wird zur besseren Durchführbarkeit.
Das Verfahren mündet laut Wikipedia meist in der Insolvenz aufgrund der stigmatisierenden Wirkung usw., siehe Absatz oben. Steinhoff hat hier aber seine Hausaufgaben gemacht, alle Töchter sind betont nicht von dem Verfahren betroffen wodurch die Kettenreaktion ausbleiben wird und es die laufenden Geschäfte nicht betreffen wird. Also: das ist kein Insolvenzverfahren, sondern ein Sanierungsverfahren!
Ich verstehe aber nicht, was an dem „ surseance van betaling“-Verfahren besser sein soll, als das andere Verfahren „Wet Homologatie Onderhands Akkoord ter voorkoming van faillissement“ (WHOA), dass eigentlich das geschicktere für den Schuldner bzw. uns Aktionäre ist. Dieses soll ja sich am Chapter-11 Verfahren orientieren und insbesondere widerspänstige Gläubiger zwingen können sich einzubinden und nur eine Zustimmung von Gläubigern, die für 2/3 der Schuldensumme stehen benötigt. Hier bsp. Ein guter Artikel darüber, einfach auch mit deepl übersetzbar. Ich hab ihn nur nicht noch reinkopiert, damit es nicht zu lange wird.
kvdl.com/artikelen/...koord-licht-aan-het-einde-van-de-tunnel
Hat hier jemand eine Idee? Würde das Verfahren so evtl. in die Länge gezogen werden, da sich der Experte z.B. einarbeiten müsste?
Cheers poordad
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