Steigende Kurse werden Neuemissionen aufs Parkett


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Steigende Kurse werden Neuemissionen aufs Parkett

 
17.12.01 11:04

vwd Extra/Steigende Kurse werden Neuemissionen aufs Parkett locken

- von vwd Korrespondentin Vera Schrader -

Frankfurt (vwd) - Die Prognosen für das Neuemissionsjahr 2001 waren gut,
die Realität nicht. Bis zu 100 Börsengänge sollten es werden, tatsächlich
aber wagten nur rund 25 Unternehmen den Sprung an den deutschen Aktienmarkt.
Zur Erinnerung: Im Jahr 2000 gingen mehr als 130 Unternehmen allein an den
Neuen Markt. Doch ein Vergleich mit diesem Boomjahr ist ungerecht, denn die
exorbitanten Kurssteigerungen und Zeichnungsgewinne waren von einer
aberwitzigen Fantasie getrieben. Und da jede Seifenblase einmal zerplatzt,
holten sich viele Anleger Ende 2000 ein blutige Nase.

Kein Wunder, dass die meisten Investoren 2001 lieber die Finger von den
IPO-Kandidaten ließen. Viele Anleger wendeten sich nach den Kurseinbrüchen
und mit Blick auf die schlechten Konjunkturaussichten enttäuscht von der
Anlageform Aktie ab. Seit Ende September geht es wieder aufwärts mit den
deutschen Aktien und damit auch mit der Stimmung der Investoren. Für die
Börsenkandidaten ein Licht am Ende des Tunnels? Nicht vergessen werden darf,
dass ein IPO für die meisten Wachstumsunternehmen die einzige Möglichkeit
der Kapitalbeschaffung ist, denn nach den Pleiten der Vergangenheit haben
die Banken den Kredithahn noch fester zugedreht. Händler und Analysten sind
sich einig: Börsengänge wird es im Jahr 2002 auf jeden Fall geben, die Frage
ist nur, wann und wie viele.

Seriöse Prognosen könne man derzeit überhaupt nicht abgeben, sagt Karsten
Abromeit, Analyst und IPO-Experte des Researchhauses INVERA. Aber 2002
würden es auf jeden Fall mehr werden als 2001. Aus Gesprächen mit Banken

wisse er, dass viele Börsenkandidaten in den Startlöchern stünden und auf
besseres Börsenwetter warteten. "Die Nachfrage nach Neuemissionen steht und
fällt mit der Entwicklung an den Aktienmärkten", betont Abromeit. Steigen
die Kurse und damit die Nachfrage nach Aktien, werden seiner Ansicht nach
auch wieder Neuemissionen gefragt sein.

Als Startschuss für das IPO-Geschäft sei eine gute und erfolgreiche
Neuemission dringend erforderlich, erklärt Norbert Empting, verantwortlich
für den Pre-IPO-Handel beim Börsenmakler Schnigge. Der Aktienmarkt habe sich
bereits so weit verbessert, dass im Februar/März 2002 die ersten
Börsenkandidaten an den Start gehen könnten. Sollten die Emissionen
erfolgreich sein, würden auch Privatanleger wieder investieren. Die im
vergangenen Jahr häufig kritisierte schlechte Qualität der IPO-Unternehmen
wird Emptings Ansicht nach 2002 kein Problem mehr sein. "Die Banken werden
aus der Kritik und dem Desaster der Vergangenheit gelernt haben", ist er
sich sicher.

Dieser Meinung ist auch Stefan Buchholz, Sales-Manager der DZ-Bank. Zu
erwarten seien solide Börsenaspiranten, die fair bewertet sind. Die
Emissionsbanken könnten es sich nicht mehr leisten, dass ihre Börsenneulinge
in den ersten Wochen einen Kursverfall von 25 Prozent und mehr
verzeichneten. Buchholz erwartet für das kommende Jahr rund 50
Neuemissionen.
vwd/17.12.2001/ves/zwi
Antworten
zit1:

Die Marketingstrategien der Banken

 
17.12.01 11:14
kennen keine Gnade. Die Vorraussetzungen langsam aufblühender deutscher Aktienkultur werden durch solche Strategien schon im Keim erstickt.
Neuer Markt = No Mercy
Antworten
1Mio.€:

Gut erkannt Zit ! o.T.

 
17.12.01 11:21
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