Die weltweite Nummer zwei der Stahlindustrie, Arcelor, senkte die Produktion von Flachstahl bereits im März 2005 um eine Mio. Tonnen. Die Maßnahme soll die nachlassende Nachfrage in Europa ausgleichen und gleichzeitig einen Preisverfall sowie Überproduktionen verhindern. Seit Anfang Februar sei die Nachfrage um 14 Prozent gesunken, so Arcelor. Der Konzern wolle deshalb die deutschen Hochöfen in Bremen und von Ekostahl für eine unbestimmte Dauer stoppen und die Produktion in Cockerill in Belgien sowie im Warmwalzwerk ACB in Spanien einschränken. Der britische Stahlkonzern Mittal Steel Company, die Nummer eins der Branche, wollte sich zu etwaigen Produktionskürzungen nicht äußern.
Wegen des Stahlhungers vor allem aus China hatten die Preise in den vergangenen zwei Jahren dramatisch zugelegt. Gleichzeitig mußten die Stahlkonzerne höhere Preise für die Rohstoffe Eisenerz und Kokskohle sowie höhere Frachtkosten verkraften und an ihre Kunden weitergeben.
Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hält es unterdessen laut einer Studie für möglich, daß die Zeiten für die europäischen Stahlhersteller härter werden könnten. So werden nach Einschätzung der S&P-Experten in Niedriglohnländern wie Rußland, der Ukraine, der Türkei, Indien, Brasilien und China die Kapazitäten verstärkt ausgebaut. Dadurch erwächst den europäischen Stahlkochern zunehmend Konkurrenz durch die Importeure. Da./ip/wü