Stagnation in wichtigen Bereichen


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Stagnation in wichtigen Bereichen

 
08.12.02 21:54
Computer- und Chipmärkte stagnieren
Von Helene Laube, San Francisco, und Sven Clausen, München

Trotz erhöhter Umsatzerwartungen der zwei weltgrößten Chipkonzerne und ermutigender Aussagen einiger Computerhersteller für das laufende Quartal steht eine tiefgreifende Erholung der PC- und Prozessormärkte weiter aus. Die Konzerne bleiben auf Sparkurs.

Zwar dürfte die Weihnachtssaison dem miserablen Jahr der PC-Hersteller ein etwas erfreulicheres Ende bereiten, dennoch machen die meisten Konzerne mit Computern noch hohe Verluste und sparen eisern weiter. So schicken Hewlett-Packard (HP) und Gateway nun einen Großteil ihrer Mitarbeiter, die nicht mit Kunden arbeiten, zum Jahresende in Zwangsurlaub, gaben die Konzerne bekannt.

Der Sparzwang zeigt die Hartnäckigkeit der seit über zwei Jahren andauernden PC-Krise. Branchenexperten rechnen mit einer nennenswerten Verbesserung nicht vor Mitte 2003. "Wir erwarten für die kommenden Quartale weiterhin ein langsames Wachstum der weltweiten Auslieferungen", sagt Loren Loverde vom US-Marktforschungsunternehmen IDC. In einer Studie geht die IDC-Analystin 2003 von einem weltweiten Zuwachs von 8,3 Prozent auf 147,5 Millionen Geräte aus.



Trostlose Entwicklung


Für dieses Jahr erwartet IDC nur einen geringen Zuwachs von 1,6 Prozent auf 136,2 Millionen Geräte. "Insbesondere größere Betriebe kaufen derzeit nicht", sagt IDC-Analyst Roger Kay.


In Europa haben sich die Ausgaben der Behörden im dritten Quartal weiter verringert, dafür lag die Nachfrage der Verbraucher und Unternehmen über den Erwartungen. Aufs Jahr gerechnet dürfte sich dennoch ein Minus von 0,5 Prozent ergeben. Für 2003 rechnet IDC mit einem Zuwachs von weniger als sechs Prozent.


Für die erfolgsverwöhnte PC-Branche, die sich während zwei Jahrzehnten an jährliche Wachstumsraten von 15 Prozent gewöhnt hatte, ist das eine trostlose Entwicklung. Die Industrie musste 2001 erstmals einen Absatzrückgang hinnehmen und leidet unter ruinösen Preiskämpfen. Einzig der Preisbrecher Dell verzeichnet in dem Geschäft steigende Umsätze, Gewinne und Margen.


So wird der Absatzzuwachs in diesem Quartal laut Roger Kay auch auf Kosten der Umsätze und Margen gehen: "Wenn ich bei Wal-Mart für 698 $ einen HP-Pavilion mit CD-Brenner, DVD-Player und Drucker bekomme, verdient keiner mehr etwas." Auch in Deutschland wird der Wettkampf um Kunden mit zunehmend härteren Bandagen ausgetragen. So hat HP eine "Geld-für-Ihren-alten-HP-PC"-Aktion von Fujitsu Siemens per Gerichtsbeschluss gestoppt.


Dennoch äußerten sich Hersteller wie HP und Emachines in den vergangenen Tagen erfreut über die bisherigen Weihnachtsverkäufe. Gateway warnte dagegen, dass die Prognose für dieses Quartal gesenkt werden muss, wenn der Absatz in den nächsten Wochen nicht deutlich zulegt.



Nachfrage nach Flash-Speichern zieht an


Die Entwicklung belastet auch die Halbleiterhersteller, deren Prozessoren hauptsächlich in Computern zum Einsatz kommen und die ebenfalls die größte Krise ihrer Geschichte durchleben. Nach mehreren harten Quartalen erhöhten Intel und AMD am Donnerstag jedoch die Erwartungen für das laufende Quartal, da die Absätze über ihren sehr konservativen Prognosen liegen. Als Grund führen sie die Nachfrage nach PC-Prozessoren und Flash-Speichern für Handys an.


Bei Intel soll der Umsatz im vierten Quartal bei 6,8 bis 7 Mrd. $ liegen, leicht über den bisherigen 6,5 bis 6,9 Mrd. $. "Dieser Trend spiegelt nicht unbedingt einen größeren Wechsel beim Kaufverhalten der Verbraucher oder Unternehmen wider - vielmehr sieht dies nach einem durchschnittlichen Quartal aus", sagte Intel-Finanzchef Andy Bryant. AMD erhöhte seine Wachstumsprognose von 20 auf 35 Prozent und erwartet jetzt bis zu 700 Mio. $ Umsatz.


Die Gewinnmargen dürften davon nicht profitieren. "Der Großteil der Verbesserung dürfte im unteren bis mittleren Preissegment stattfinden, da Verbraucher keine schnelleren Rechner wollen, wenn ihre Programme die schnelleren Chips gar nicht benötigen", sagt Tim Mahon von Credit Suisse First Boston.

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